Aufgeblähte Lunge

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Oktober 2016
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Eine aufgeblähte Lunge ist Ausdruck einer sogenannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, COPD. Derzeit ist die chronische Lungenüberblähung nach Statistiken der Weltgesundheitsorganisation weltweit die vierthäufigste Todesursache.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine aufgeblähte Lunge?

Eine aufgeblähte Lunge, oder eine Aufblähung der feinen Lungenbläschen, Alveolen wird durch chronische Bronchitis, Asthma bronchiale oder Lungenemphysem hervorgerufen. Beim Symptom der aufgeblähten Lunge handelt es ich um eine sogenannte obstruktive Ventilationsstörung. Der Gasaustausch zwischen den Lungenbläschen und den feinen Blutgefäßen zur Versorgung des Organismus mit Sauerstoff funktioniert durch die Überblähung entweder gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt.

Durch die Minderversorgung mit Sauerstoff wirkt sich eine überblähte Lunge früher oder später auf alle Organe und Organsysteme aus. Wird die Wandstruktur der Lungenbläschen völlig zerstört, dann sieht der Arzt auf dem Röntgenbild die Lunge nur noch als einen großen Ballon, das wäre dann das klinische Vollbild eines Lungenemphysems. COPD entwickelt sich schleichend zu einer Volkskrankheit. Die Deutsche Gesellschaft für Pulmologie geht davon aus, dass 3 bis 5 Millionen Bundesbürger unter den verschiedenen Ausprägungsgraden einer überblähten Lunge leiden.

Schematischer Aufbau (Anatomie) der menschlichen Lunge.

Ursachen

Es sind verschiedene Ursachen, die zu einer Obstruktion und damit zu einer überblähten Lunge führen können. Alle Stoffe, welche das Potenzial haben, die empfindliche Bronchialschleimhaut dauerhaft zu reizen, können eine COPD hervorrufen. Mehr als 90 Prozent aller Patienten mit einer aufgeblähten Lunge sind entweder aktive Zigarettenraucher oder Ex-Raucher. Gibt jemand das Rauchen auf, so kann eine aufgeblähte Lunge dennoch trotzdem auch Jahre später auftreten.

Der Weg zur aufgeblähten Lunge führt beim Raucher durch eine Lähmung der Flimmerhärchen zunächst zu einer chronischen Bronchitis, was von den Betroffenen oft als der sogenannte Raucherhusten wahrgenommen wird. Diese beständigen Hustenattacken treten oft in den Frühstunden auf und bestehen oft jahrelang. An diesem Punkt könnte eine aufgeblähte Lunge noch abgewendet werden, falls das Rauchen aufgegeben wird. Andernfalls tritt die obstruktive Komponente hinzu, welche den Pathomechanismus unumkehrbar macht. Auch Feinstaub, Reizstoffe oder bestimmte Chemikalien im beruflichen Umfeld können Ursache einer aufgeblähten Lunge sein. Auch seltene Erbkrankheiten können zu einer COPD führen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Erkrankung entwickelt sich typischerweise in verschiedenen Stadien. Zu den Hauptsymptomen zählen neben Husten und Auswurf eine verminderte körperliche Belastbarkeit durch den Sauerstoffmangel. In fortgeschrittenen Fällen äußerlich für den Arzt leicht an einer Zyanose, der Blauverfärbung von Lippen und Fingernägeln, zu erkennen. Schubweise Exazerbationen mit Infektneigung machen immer wieder Krankenhauseinweisungen oder gar die Therapie auf einer Intensivstation erforderlich.

Der Herzmuskel verdickt sich durch die vermehrte Anstrengung, dauernd Blut durch die steifen Lungenflügel pumpen zu müssen. Die Verdachtsdiagnose erfolgt bereits durch die Anamnese und Symptomschilderung. Weitergehende Diagnostik erhärtet den Verdacht einer aufgeblähten Lunge. Die aufgeblähte Lunge zählt zu den chronischen Lungenerkrankungen mit meist langwierigem Verlauf.

Obstruktive Lungenerkrankungen neigen niemals zur Spontanheilung. Die Lungenfunktionsuntersuchung, Spirometrie, ist zusammen mit einer Blutuntersuchung der Blutgase und von Entzündungsparametern das wichtigste diagnostische Kriterium zur Diagnose und Verlaufskontrolle einer aufgeblähten Lunge. Abhören mit dem Stethoskop, die Auskultation, dient zum Nachweis von Atemgeräuschen.

Behandlung und Therapie

Ist eine aufgeblähte Lunge irreversibel, dann begleiten die Symptome einen Patienten das ganze restliche Leben lang, was erhebliche gesundheitliche Probleme bedeutet und die Therapie nicht gerade einfach macht. Bei jeder Form der COPD hängen Prognose und Verlauf ganz entscheidend von der möglichst frühzeitig gestellten fachärztlichen Diagnose ab. Der wichtigste Therapieschritt liegt immer in einer Ausschaltung der verursachenden Faktoren für eine überblähte Lunge.

Rauchern würde also empfohlen werden, das Rauchen sofort einzustellen, Arbeitern verschmutzte Luft mit Staubexposition zu vermeiden. Zur Therapie einer aufgeblähten Lunge haben sich verschiedene Substanzklassen etabliert, die einzeln oder in Kombination in den Praxen oder Kliniken eingesetzt werden. Sogenannte Beta-2-Sympathomimetika wirken entspannend auf die feine Muskulatur der Atemwege und unterdrücken so die Symptome Husten und Auswurf.

Bei Entzündungsneigung mit Atemnot wird oft Kortison in hohen Dosen verabreicht, was als Dauermedikation seinerseits wieder zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann. Theophyllin hat sich in der COPD-Therapie als gut verträglicher Wirkstoff etabliert, der längerfristig die Bronchien erweitert und somit den Patienten den Atemvorgang erleichtert. Bei Rechtsherzinsuffizienz bekommen die Patienten oft zusätzlich Sauerstoff, der auch tagsüber oder unterwegs mit einer transportablen Gasflasche und Nasenmaske inhaliert werden kann. Die Menge des Sauerstoffs muss für jeden Einzelfall genau bestimmt werden. Auch ein genau abgestimmtes Maß an Bewegung gehört für jeden COPD-Patienten zur Sicherung des Therapieerfolges mit hinzu.



Vorbeugung

Da inhalatives Rauchen die häufigste Ursache einer aufgeblähten Lunge ist, sollte zur Vorbeugung auf das Rauchen, auch in passiver Form, verzichtet werden. Jugendliche sollten erst gar nicht mit dem Rauchen anfangen, weil der Grundstein für eine spätere COPD-Erkrankung oft schon in diesem frühen Lebensalter gelegt wird. Im Bereich des Arbeitsschutzes ist das Tragen von zertifizierten Atemschutzmasken gegen Feinstaub bereits ausreichend, um eine COPD zu verhindern. Patienten, die bereits betroffen sind, sollten die speziellen Gesundheitsprogramme zum Selbstmanagement ihrer Krankenkasse in Anspruch nehmen, um einem weiteren womöglich schweren Krankheitsverlauf vorzubeugen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

rieke 06 kommentierte am 07.03.2015 um 11:44 Uhr

Ich habe eine verdickte Stelle am Hals. Ich war beim Chirurgen. Vor ca. einem Jahr bestand das gleiche Problem. Es wurde wegoperiert und das Resultat hieß, ein Lipom. Jetzt ist das gleiche Problem wieder aufgetreten. Die Struktur ist unauffällig und der Arzt meinte, das könnte eine aufgeblähte Lunge sein, die nach oben drückt. Ich bin sehr beunruhigt. Ich bin schon mein ganzes Leben lang Nichtraucher. Kann es davon kommen, dass mein Partner raucht? Ich bin immer bemüht mich in Nichtraucherräumen aufzuhalten.