Blaue Lippen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Der medizinische Begriff für blaue Lippen kommt aus dem griechischen. Als Zyanose bezeichnet man eine bläuliche Verfärbung von Körperteilen wie Fingerspitzen oder Lippen. Bei einer Zyanose der Lippen kann sowohl Kälte als auch eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff die Ursache darstellen. .

Inhaltsverzeichnis

Was sind blaue Lippen?

Eine Zyanose gilt als pathologisch, wenn in einer Blutprobe von 100 ml mehr als 5 g der roten Blutkörperchen keinen Sauerstoff aufgenommen haben. Denn wenn das Blut, genauer gesagt die roten Blutkörperchen, nicht ausreichend mit Sauerstoff gesättigt ist, scheinen die Gefäße bläulich durch das Gewebe, was sich an der Hautoberfläche bemerkbar macht.

Man unterscheidet zwischen einer peripheren und einer zentralen Zyanose. Wenn eine geringe Sauerstoffsättigung des Blutes lediglich in Gefäßen beobachtbar ist, die weit vom Herzen entfernt sind, so liegt eine periphere Zyanose vor. Bei einer zentralen Zyanose dagegen enthält das Blut bereits während eines Atmen-Vorgangs nicht ausreichend Sauerstoff, um die Vitalfunktionen des menschlichen Körpers zu bedienen. Für eine Behandlung der Zyanose müssen zunächst die Ursachen für das Symptom ermittelt werden.

Ursachen

Diese sind vielfältig, und nicht jede Ursache für blaue Lippen ist an eine Funktionsstörung im Körperkreislauf gekoppelt. Eine zentrale Zyanose tritt beispielsweise auch dann auf, wenn Bergsteiger so viele Höhenmeter zurücklegen, dass aufgrund ihrer mangelnden Gewöhnung an den ungewohnt niedrigen Sauerstoffgehalt in der Luft ihre Lunge das Blut nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgen kann. Auch bei Kälte verfärben sich peripher gelegene Körperregionen bläulich, weil sie nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Schließlich konzentriert sich der Körper vor allem darauf, die inneren Organe - allen voran das Herz - mit genügend Wärme zu versorgen, um ihren Betrieb zu gewährleisten. Bei extremer Kälteeinwirkung haben aus diesem Grund die weit vom Herz entfernt liegenden Gefäße eine geringere Priorität bezüglich der Durchblutung.

Doch eine Zyanose kann auch ernstere Gründe haben. So kann beispielsweise ein Blutgerinnsel die Venen verstopfen - daraus resultiert eine Zyanose, da das sauerstoffgesättigte Blut nicht mehr in sämtliche Körperregionen vordringen kann. Auch bei Krampfadern tritt dieses Problem auf. Nicht zuletzt sind Blutbildungsstörungen ein Grund für die periphere Zyanose; sobald das Hämoglobin aufgrund molekularer Fehlbildungen nicht in der Lage ist, genügend Sauerstoff aufzunehmen, kann es zu einer Zyanose kommen.

Eine zentrale Zyanose hängt oft mit Krankheiten der Lunge zusammen. Schließlich sind intakte Lungenbläschen die Voraussetzung dafür, dass beim Einatem-Vorgang die roten Blutkörperchen mit Sauerstoff angereichert werden können. Folgende Krankheiten können diesen Vorgang beispielsweise beeinträchtigen: Lungenentzündung, Verletzungen der Lunge, chronische Lungenkrankheiten wie COPD oder Asthma, ein Lungenemphysem (eine Überblähung der Lungenbläschen) oder durch Vernarbung oder Tumore in Mitleidenschaft gezogenes Bronchialsystem (Bronchiektasen). Auch Herzerkrankungen wie ein Herzklappenfehler oder Vergiftungen (z.B. eine Kohendioxid-Vergiftung) können zu einer Zyanose führen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Neben den blau scheinenden Lippen treten bei einer Zyanose auch ein bläuliches Durchscheinen von Fingern, Nase oder Zehen auf. Falls dies unabhängig von Kälte auftritt, ist ein Arztbesuch empfehlenswert. Belastender für die Betroffenen ist gerade die chronische Atemnot, die aus der mangelnden Sauerstoffsättigung der roten Blutkörper resultiert und sich auch in dauerhaftem schwerem Atmen ohne vorherige Kraftanstrengung zeigt. Zudem geht mit einer Zyanose häufig ständige Müdigkeit und einem Gefühl der andauernden Schwäche einher.

Bei einer ärztlichen Untersuchung wird zunächst eine Unterscheidung zwischen zentraler und peripherer Zyanose getroffen. Dies erfolgt mit den üblichen Labormethoden und einer Blutprobe. Der Arzt behandelt anschließend die zugrundeliegende Erkrankung der Zyanose, also beispielsweise Lungen- oder Herzkrankheiten. Um diese festzustellen, bedient sich ein Arzt verschiedender bildgebenden Diagnostikinstrumente: z.B. eines Röntgenbild des Brustkorbs oder einer Ultraschallaufnahme des Herzens.

Behandlung und Therapie

Ein wesentliches Instrument bei der Therapie der Zyanose und ihrer zugrundeliegenden Erkrankungen stellt die Pulsoxymetrie dar. Bei diesem nicht-invasiven Eingriff wird lediglich ein Finger von Infrarotlicht durchleuchtet, worauf für den Arzt die Sauerstoffsättigung des Blutes erkennbar ist.

Während der Therapie einer Zyanose können mit dieser Untersuchungsmethode die Behandlungserfolge in kurzen Intervallen festgestellt werden. So wird sichergestellt, dass die Behandlung der Zyanose und ihrer zugrundeliegenden Krankheit erfolgreich verläuft. Die Behandlungsmethoden einer Zyanose sind wie ihre Ursachen auch vielfältig. Ein operativer Eingriff oder die Verordnung von Medikamenten sind nur zwei Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Fall vom Arzt verordnet werden können.

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Vorbeugung

Da einer Zyanose die verschiedensten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu Grunde liegen können, ist eine effektive Vorbeugung nicht möglich. Gerade Risikopatienten können jedoch ihr generelles Krankheitsrisiko vermindern, wenn sie auf ausreichend Bewegung sowie eine gesunde Ernährungsweise achten. Zudem sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sinnvoll, da dort zu einer Zyanose führende Krankheiten bereits in der Anfangsphase entdeckt werden können. Bei einer Früherkennung einer Krankheit kann der Arzt oftmals eine positive Prognose stellen, was den Erfolg der Therapie betrifft.

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