Rechtsherzinsuffizienz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. April 2015
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Eine Rechtsherzinsuffizienz gehört als Herzinsuffizienz zu den häufigsten Herzerkrankungen, vorwiegend im höheren Alter. Je nachdem, welche Herzhälfte stärker betroffen ist, spricht die Medizin von einer Rechtsherz- oder Linksherzinsuffizienz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rechtsherzinsuffizienz?

Bei einer Rechtsherzinsuffizienz handelt es sich um eine Schwächung des rechten Vorhofs und der rechten Herzkammer, die dafür zuständig ist, das sauerstoffarme Blut aus dem Körper in die Lunge zu pumpen, wo es mit Sauerstoff angereichert und über die linke Herzhälfte wieder in den Blutkreislauf gepumpt wird. Durch die Schwächung der rechten Herzhälfte staut sich das Blut in den Venen und begünstigt Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme).

Ursachen

Die Hauptursache einer Rechtsherzinsuffizienz ist meistens eine Schwächung der linken Herzhälfte (Linksherzinsuffizienz), bei der sich das Blut in der Lunge staut und einen erhöhten Lungendruck verursacht. Die rechte Herzhälfte versucht, diese Schwäche auszugleichen, indem sie kräftiger pumpt, um das Blut in die Lunge zu transportieren. Durch die dauernde Überlastung kommt es zu einer Verdickung der Muskelschicht der rechten Herzwand und einer Schwächung der rechten Herzhälfte.

Meistens ist die Grundursache einer Rechts- oder Linksherzinsuffizienz eine Koronare Herzerkrankung (KHK) oder Bluthochdruck. Bei der Koronaren Herzkrankheit verkalken die Gefäße und verursachen durch die Unterversorgung eine schlechtere Herzleistung. Beim Bluthochdruck wird das Herz durch dauernde Höchstleistungen geschädigt. Weitere Ursachen können ein krankhaft erhöhter Blutdruck im Lungenkreislauf (pulmonaler Bluthochdruck) oder Herzklappenfehler sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Rechtsherzinsuffizienz:

Meistens verläuft eine Rechtsherzinsuffizienz schleichend, weil das Herz die Fehlfunktion lange kompensieren kann und sich Beschwerden meistens erst im fortgeschrittenen Stadium einstellen. Erste Hinweise können eine verminderte Leistungsfähigkeit, z. B. beim Sport, und eine allgemeine Abgeschlagenheit und Müdigkeit sein.

Auch die Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden und es kann durch die Stauungen im Bauchraum zu einer Vergrößerung der Leber und Milz kommen. Dadurch wird der Gallenfluss behindert und es kann zu Beschwerden im rechten Oberbauch kommen. Weitere Symptome können Appetitlosigkeit, Verstopfung und Völlegefühl sowie eine durch die Wassereinlagerungen verursachte Gewichtszunahme sein. Im fortgeschrittenen Stadium kann neben den Ödemen auch zu einer Luftnot oder im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt kommen.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt aufgrund der Symptomatik. Beim Arzt werden zunächst Herz und Lunge mit dem Stethoskop abgehört auf verdächtige Atemgeräusche untersucht und der Blutdruck wird kontrolliert. Durch eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs lässt sich erkennen, ob das Herz vergrößert ist und ob Flüssigkeitsansammlungen in den kleinen Gefäßen vorliegen, die auf eine Lungenstauung hinweisen.

Ein EKG gibt Aufschluss über Herzrhythmus, Herzgröße und mögliche Ursachen der Rechtsherzinsuffizienz. Um den Blutfluss und die Herzmuskelbewegung noch genauer einzuschätzen, wird der Kardiologe eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) durchführen.

Behandlung und Therapie

Die Therapie der Rechtsherzinsuffizienz richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Im Anfangsstadium reicht es meistens, die Lebensgewohnheiten anzupassen, z. B. Rauchen und Alkoholgenuss einzuschränken, Übergewicht abzubauen und Stress zu reduzieren. Durch Atemübungen und die Reduktion herzbelastender Medikamente kann eine weitere Besserung erzielt werden.

Wenn das nicht hilft, weil die Krankheit schon fortgeschritten ist, kommen zur Verbesserung der Herzleistung drei verschiedene Medikamententypen zum Einsatz:

  • ACE-Hemmer senken den Gefäßwiderstand im Körper und erleichtern den Pumpfluss in Richtung Aorta. Zusätzlich entlasten sie das Herz durch die Blockierung eines Hormons, das die Arterien verengt.
  • Gegen Stresshormone an Herz und Gefäßen kommen Betablocker zum Einsatz, die die Herzfrequenz verlangsamen und dadurch für eine bessere Durchblutung des Herzens sorgen. Betablocker und ACE wirken sich beide günstig auf die Umbauprozesse im Herzen aus.
  • Harntreibende Diuretika, helfen dem Körper, die im Gewebe angestaute Flüssigkeit über den Urin auszuscheiden und erleichtern dem Herzen durch das geringere Volumen die Arbeit.
  • Seltener werden Herzglykoside verschrieben, die das Herz weniger, aber dafür kraftvoller schlagen lassen, wodurch es weniger Sauerstoff und Energie verbraucht. Wegen des schmalen Grats zwischen heilender und giftiger Dosis muss eine sorgfältige Dosierung erfolgen.

Wenn die Herzinsuffizienz sich trotzdem verschlimmert, muss eine Herztransplantation in Erwägung gezogen werden, bei der den Patienten ein Spenderherz oder ein künstliches Herz eingepflanzt wird. Wegen des hohen Risikos einer Abstoßungsreaktion des Körpers wird eine Transplantation aber nur erwogen, wenn alle anderen Maßnahmen nicht greifen.

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Vorbeugung

Eine gesunde und körperbewusste Lebensweise ist generell die beste Vorbeugung für den Körper, auch bei der Rechtsherzinsuffizienz. Dazu gehören ein maßvoller Umgang mit Nikotin und Alkohol und eine ausgewogene Ernährung. Hilfreich ist viel Bewegung, frische Luft, Sport und Stressreduzierung im Alltag und Beruf.

Aber trotz der guten Behandlungsmöglichkeiten und der damit verbundenen Steigerung der Lebensqualität der Betroffenen darf das Risiko nicht unterschätzt werden. Eine Herzinsuffizienz ist noch immer eine der häufigsten Todesarten. Wegen des schleichenden Verlaufs ist älteren Menschen ein regelmäßiger Check-up beim Kardiologen anzuraten.

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