Zwerchfellhochstand

Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Ein Zwerchfellhochstand ist eine Veränderung in der Position des Zwerchfells, wobei sich dieses dann in Richtung Thorax wölbt. Für einen Zwerchfellhochstand gibt es unterschiedliche Ursachen, die nicht immer medizinisch behandelt werden müssen. Atembeschwerden und Kurzatmigkeit sind typische Symptome von Zwerchfellhochstand.
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Was ist ein Zwerchfellhochstand?
Das Zwerchfell trennt die Bauch- und Brusthöhle voneinander und hat die Form einer Kuppel. Es wird als der wichtigste Muskel für die Atmung bezeichnet, wobei die Kontraktion des Muskels zum Einatmen (Inspiration) führt. Ein Zwerchfellhochstand ist eine Vorwölbung des Zwerchfells, die nach oben gerichtet ist. Dabei wird die Muskel-Sehnen-Platte in Richtung Brustkorb verschoben. Die Positionsveränderung kann dabei einseitig aber auch auf beiden Seiten des Zwerchfells auftreten.
Meistens ist der Zwerchfellhochstand eine Begleiterscheinung einer bestehenden Erkrankung und führt zu Symptomen wie Blähungen oder Kurzatmigkeit. Die Diagnose ist sehr häufig ein Zufallsbefund und die Therapie richtet sich hauptsächlich nach der Erkrankung, die der Positionsveränderung zugrunde liegt. Es besteht aber auch die Gefahr, dass ein Zwerchfellhochstand mit einer so genannten Zwerchfellhernie verwechselt wird. Darunter versteht man einen Durchlass im Zwerchfell, wodurch die abdominalen Organe in den Brustkorb verlagert werden.
Ursachen
Bei einer Stauungsleber verändert sich die Leber auf Grund eines Blutrückstaus im Organ. Das venöse Blut kann nicht mehr abtransportiert werden und sammelt sich im Leberparenchym. Von einer Fettleber spricht man, wenn sich vermehrt Triglyceride im Gewebe der Leber einlagern, wodurch sich diese krankhaft verändert. Eine weitere Ursache für einen Zwerchfellhochstand ist eine Zwerchfelllähmung, die durch eine Schädigung des Nervus phrenicus ausgelöst wird. Die Beschwerden können aber auch durch eine vergrößerte Milz hervorgerufen werden. Auch während einer Schwangerschaft wölbt sich das Zwerchfell oft nach oben, was auf das Wachstum des Fötus zurückzuführen ist.
Symptome und Verlauf
Typische Symptome:
Patienten, die an einem Zwerchfellhochstand leiden, klagen häufig über Atembeschwerden, Kurzatmigkeit bzw. Atemnot. Da die Zwerchfellatmung eingeschränkt ist, kommt es nach der Nahrungsaufnahme sehr oft zu Blähungen im Oberbauch. Bei körperlicher Belastung treten ebenfalls Probleme bzw. Beeinträchtigungen beim Atmen auf. Im Normalfall steht bei einem Zwerchfellhochstand die rechte Zwerchfellkuppe etwa vier Zentimeter höher als die linke. Der Grund dafür ist, dass das Herz das linke Hemidiaphragma nach unten bzw. die Leber das rechte Hemidiaphragma nach oben drängt.
Diagnose
Wenn ein Zwerchfellhochstand vermutet wird, so führt der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch mit den Betroffenen. Dadurch können die Beschwerden sowie eine mögliche Ursache ermittelt werden. In weiterer Folge wird eine Röntgenaufnahme gemacht, um so sicher zu gehen, ob ein Zwerchfellhochstand vorliegt bzw. um die Veränderung der Position sichtbar zu machen. Eine Diagnose kann außerdem durch MRT- bzw. CT-Aufnahmen unterstützt werden. Der weitere Verlauf ist dann von der Krankheit abhängig, die dem Zwerchfellhochstand zugrunde liegt. Kein Grund zur Besorgnis besteht, wenn die Wölbung während der Schwangerschaft auftritt, da sie nach der Geburt des Kindes wieder zurückgebildet wird. Eine Fettleber, die unbehandelt bleibt, kann allerdings weitere Lebererkrankungen auslösen oder auch zu einer Tumorbildung führen.
Behandlung und Therapie
Nach der Diagnose eines Zwerchfellhochstandes wählt der Arzt die geeignete Behandlungsmethode, wobei sich diese nach der vorliegenden Grunderkrankung richtet. In einer Schwangerschaft ist keine Behandlung erforderlich, da sich der Zwerchfellhochstand zurückbildet, sobald der Uterus seine normale Größe wieder erreicht hat. Allerdings können sehr wohl Begleiterscheinungen wie Atemproblem oder Blähungen behandelt werden, wenn diese besonders stark sind.
Eine vorliegende Lungenentzündung therapiert der Mediziner mit entsprechenden Medikamenten. Da eine Lungenentzündung hauptsächlich durch Bakterien verursacht wird, werden Antibiotika verschrieben, damit die Infektion bekämpft werden kann. Wenn der Zwerchfellhochstand durch Übergewicht ausgelöst wird, so ist es ratsam, sein Gewicht zu reduzieren. Auch der Verzehr von kleinen Portionen lindert den Druck, der auf das Zwerchfell ausgeübt wird.
Beim Vorliegen einer Fettleber muss das Gewicht des Betroffenen möglicherweise ebenfalls reduziert werden. Darüber hinaus ist auch eine Umstellung der Ernährung ratsam. Ein Tumor oder eine Zyste werden operativ entfernt, um den Normalzustand wieder herstellen zu können. Bei einer Krebserkrankung wird darüber hinaus auch eine Chemotherapie durchgeführt, damit das Wachstum der Krebszellen verhindert werden kann.
Vorbeugung
Eine ungesunde Lebensweise begünstigt außerdem einige Krebserkrankungen, die durch eine Veränderung von bestimmten Gewohnheiten ebenfalls verhindert werden können.
Eine Reduktion von Übergewicht ist immer ratsam, damit mögliche Folgeerkrankungen vermieden werden können. Wer ständig unter Atemproblemen und starken Blähungen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen, der feststellen kann, ob eventuell ein Zwerchfellhochstand vorliegt und die Grunderkrankung erkennen kann.
Quellen
- Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
- Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
- Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
- Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012

Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
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