Lebererkrankungen

Letzte Aktualisierung am 8. Oktober 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Es gibt viele unterschiedliche Lebererkrankungen, wobei die Leberentzündung (medizinisch: Hepatitis), die Schrumpfleber (medizinisch: Leberzirrhose) sowie die Fettleber zu den häufigsten Krankheitsformen zählen. Auf Grund der Tatsache, dass viele Lebererkrankungen keine außergewöhnlichen Symptome verursachen, bleiben diese lange Zeit unbemerkt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Lebererkrankungen?

Lebererkrankungen machen sich häufig durch unspezifische Schmerzen wie Oberbauchschmerzen bemerkbar.

Der Mediziner spricht dann von Lebererkrankungen, wenn das Organ nachhaltig geschädigt ist oder sich in einem krankheitsähnlichen Zustand befindet. Der Arzt diagnostiziert die Erkrankung des Organs relativ spät, da viele Lebererkrankungen, zu Beginn ihrer Entstehung, keine außergewöhnlichen Symptome verursachen.

Vorwiegend sollten jedoch Personen, welche regelmäßig Alkohol konsumieren, starke Medikamente einnehmen oder unter massivem Übergewicht leiden, eine jährliche kontrollärztliche Untersuchung durchführen. So können etwaige Lebererkrankungen noch im Anfangsstadium erkannt werden.

Ursachen

Lebererkrankungen können auf Grund unterschiedlicher Ursachen auftreten. Der häufigste Grund ist jedoch der Missbrauch von Alkohol. Aber auch die Einnahme von Medikamenten, eine Virusinfektion (Hepatitis) sowie Autoimmunerkrankungen oder Übergewicht sind - oftmals - ausschlaggebende Gründe, weshalb eine Lebererkrankung auftritt. Alkohol zählt zu den häufigsten Ursachen, warum der Patient von einer Lebererkrankung betroffen ist. Eine weitere Möglichkeit ist die Entstehung von Leberkrebs. Auch das hepatozelluläre Karzinom zählt zu den häufigsten Lebererkrankungen.

Symptome und Verlauf

Gesunde und zirrhotische Leber.

Mögliche Anzeichen von Lebererkrankung:

Der Mediziner diagnostiziert - ganz egal, um welche Lebererkrankungen es sich handelt - die Erkrankung relativ spät. Das liegt in erster Linie daran, weil zu Beginn unspezifische Symptome auftreten. Der Patient klagt oftmals über Müdigkeit, einen verminderten Appetit und Abgeschlagenheit. In seltenen Fällen leidet der Betroffene unter Übelkeit und Erbrechen. Viele Patienten berichten auch über ein unangenehmes Druckgefühl im Oberbauch, das meistens auf der rechten Seite lokalisiert wird. Bei einem Anhalten der Symptome ist es wichtig, dass sich der Patient in eine ärztliche Behandlung begibt. Weitere Symptome sind die klassische Gelbfärbung (Gelbsucht) der Haut; dies tritt jedoch erst bei einem fortgeschrittenen Stadium der Lebererkrankungen auf.

Fettleber

Speichert die Leber vermehrt Fett, spricht der Mediziner von der sogenannten Fettleber - eine der klassischen Lebererkrankungen. Der Gründe für eine Fettleber liegen vorwiegend in einer ungesunden und kalorienreichen Ernährung, relativ hohem Alkoholkonsum sowie wenig Bewegung. Diabetes mellitus begünstigt die Fettleber; auch Medikamente können mitunter für eine Fettleber verantwortlich sein.

Leberentzündung (Hepatitis)

Bei einer Leberentzündung - Hepatitis - handelt es sich um eine Virusinfektion, die in vier Typen eingeteilt wird.

Bei der Entzündung in Verbindung mit Hepatitis A, liegt die Ursache auf Grund der Infektion durch verunreinigte Lebensmittel oder Trinkwasser; oftmals können auch Schmierinfektionen den Virus auslösen.

Hepatitis B zählt zu den häufigsten Ursachen der Leberentzündung. Dieser Virus wird durch den Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen. Die Spätfolge der Hepatitis B-Infektion ist mitunter eine Leberzirrhose.

Erkrankt der Patient an einer Entzündung - auf Grund des Hepatitis-C Virus - hat er sich die Infektion über den Blutaustausch geholt. Auch hier steigt das Risiko der Leberzirrhose sowie für Leberkrebs.

Bei der Infektion durch Hepatitis E, welche im Regelfall nur durch verschmutztes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel übertragen wird, besteht ein erhöhtes Risiko nur für schwangere Patienten.

Leberzirrhose

Eine weitere Erkrankungsform ist die Leberzirrhose. Diese wird im Regelfall durch einen übermäßigen Alkoholkonsum oder durch Hepatitis-Viren ausgelöst. Auch das hepatozelluläre Karzinom, besser bekannt unter Leberkrebs, ist eine der häufigsten und gleichzeitig gefürchtetsten Lebererkrankungen. Hier klagt der Patient im Vorfeld über starken Gewichtsverlust und Schmerzen; je früher das Karzinom diagnostiziert wird, umso höher stehen die Heilungschancen. Unbehandelt gehört das Karzinom, neben der Leberzirrhose, zu den tödlichsten Lebererkrankungen.

Komplikationen

Je nach Art der Beschwerden können Lebererkrankungen ernste Beschwerden und Komplikationen hervorrufen. Infolge einer Leberzirrhose kann es zu Blutungen aus Krampfadern der Speiseröhre kommen. Ebenso können Wasseransammlungen im Gewebe und Beeinträchtigungen der Gehirnfunktionen auftreten. Die Eisenspeicherkrankheit hat eine Bindegewebsvermehrung zur Folge und ruft später eine Leberzirrhose hervor. Auch Leberkarzinome treten im Verlauf einer Fibrose meist auf. Leberkrebs verursacht Beschwerden wie Gelbsucht, Gewichtsverlust und chronische Schmerzen im Oberbrauch.

Im schlimmsten Fall führt eine Krebserkrankung zum Organversagen und daraus resultierend zum Tod des Patienten. Eine Fettleber kann zunächst zu einer Entzündung der Leber führen. Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen wie Leberkrebs oder Leberzirrhose. Begleitend dazu verursacht eine Fettleber ein starkes Unwohlsein und hat meist auch Funktionsstörungen der Leber zur Folge. Auch diese Erkrankung kann unbehandelt tödlich verlaufen. Bei der Behandlung einer Lebererkrankung gehen die Risiken in erster Linie von Medikamenten und Operationsfehlern aus. So kann es im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs zu Verletzungen oder Infektionen kommen. Bei einer Lebertransplantation besteht immer ein gewisses Risiko, dass der Körper das neue Organ abstößt.

Behandlung und Therapie

Alle Lebererkrankungen sind behandlungspflichtig. Wird beispielsweise die Leberzirrhose zu spät diagnostiziert oder nicht rechtzeitig behandelt, erleidet der Patient unter anderem einen Wasserbauch, eine Hirnleistungsstörung und erhöht gleichzeitig das Risiko, dass er an Leberkrebs erkrankt. Bei einer rechtzeitigen Therapie stehen die Linderung der Symptome im Vordergrund sowie das Aufhalten und die Verzögerung des Krankheitsverlaufs. Eine Leberzirrhose ist nicht heilbar.

Um eine Entzündung durch Hepatitis A oder B zu vermeiden, ist es ratsam, eine Schutzimpfung zu injizieren. Vor allem für Reisende, welche in sogenannte Risikogebiete fahren, ist dies empfehlenswert. Oftmals wird, bei einer Leberentzündung, eine Medikamentenvergabe verordnet; im Regelfall heilen viele Entzündungen auch von alleine.

Diagnostiziert der Mediziner eine Fettleber, ist die erste Priorität die Gewichtsreduktion. Ebenfalls muss der Patient jeglichen Alkoholkonsum vermeiden. Hält sich der Betroffene an die Vorgaben, ist es sogar möglich, dass die Fettleber rückgängig gemacht wird und eine 100%-ige Heilung erfolgt. Bei einem Nichteinhalten hingegen, steigt das Risiko, an weiteren Lebererkrankungen zu erkranken - etwa an der Leberzirrhose sowie oder dem Leberkarzinoms.

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Vorbeugung

Damit der Patient die Vielzahl der Lebererkrankungen verhindern kann, ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung wichtig. Ebenfalls ist es ratsam, auf übermäßigen Alkoholkonsum zu verzichten. Des Weiteren können Personen, welche in Risikogebiete auf Urlaub fahren, im Vorfeld mit einer Impfung gegen Hepatitis A oder B, eine mögliche Infektion verhindern.

Neben den Risikogruppen, sollten Personen, welche vorbeugende Maßnahmen gegen Erkrankungen des Organs ausüben, eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte durchführen lassen. So kann der Mediziner im Vorfeld erkennen, ob eine etwaige Schädigung oder Erkrankung vorliegt und diese schon im Anfangsstadium bekämpfen.

Des Weiteren sollten Personen, welche über Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Appetitverlust leiden, sicherheitshalber eine ärztliche Überprüfung der Leber durchführen. Somit können Lebererkrankungen schon im Vorfeld behandelt werden.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013


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