Fieberklee

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Der Fieberklee (Menyanthes palustris) ist eine Sumpf- und Wasserpflanze, die schon im 16. Jahrhundert als Heilpflanze genutzt wurde. Sie wird hauptsächlich bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Der Fieberklee ist eine Sumpfpflanze. Als Heilpflanze werden ihr appetit- und verdauungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben.

Der Fieberklee, der auch als Bitterklee bekannt ist, wächst auf der ganzen nördlichen Erdhalbkugel. Er ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die bis zu 30 cm hoch wird. Der Fieberklee kommt sowohl als Wasserpflanze als auch als Sumpfpflanze vor. Seine hohlen Stängel und Blattstiele dienen dem Auftrieb. Durch einen Gerbstoffgehalt von ca. 7 % ist die Pflanze vor Fäulnis geschützt. Der Fieberklee ist eine Pionierpflanze, die zu der Verlandung von Tümpeln und Teichen beiträgt.

Der Fieberklee bildet bis zu einem Meter lange kriechende Rhizome, in deren Knoten die Laubblätter entstehen. Diese Laubblätter werden zwischen 12 und 20 cm lang. Die Blüte besteht aus fünf Blättchen, die anfangs rosa sind und später weiß werden. Die Pflanze blüht zwischen April und Juni. Der Fieberklee wächst auf feuchten, sumpfigen Böden in Feuchtgebieten, im Flachwasser, in Quellsümpfen, Zwischenmooren und an Seeufern. Da viele dieser Standorte in Deutschland trocken gelegt wurden, gehört er zu den geschützten Arten. Er darf also nicht gesammelt werden. Der Fieberklee kann aber aus Osteuropa importiert und im Garten am Rand eines Teiches angepflanzt werden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Der Fieberklee enthält Bitterstoffe, Flavonoide, Cumarine, Phenolsäuren, Pyridinalkaloide, Sterole, Gerbstoffe, Ascorbinsäure (Vitamin C), Pectine und Zucker. Die Bitterstoffe sind, wie der Name schon sagt, für den bitteren Geschmack der Pflanze verantwortlich. Sie dienen ihr zur Abwehr von Fressfeinden, haben aber auch eine antimikrobielle Wirkung und schützen so vor Bakterien und Pilzen. Flavonoide haben eine antioxidative Wirkung, d. h., sie schützen die Zellen vor freien Radikalen.

Cumarin dient als Aromastoff, ist in größeren Mengen aber giftig. Gerbstoffe wirken antiviral, antibakteriell, entzündungshemmend und neutralisieren Gifte. Durch ihre zusammenziehende Wirkung entziehen sie Bakterien und Pilzen den Nährboden, sie wirken schmerzstillend und vermindern die Wundsekretion, hemmen Entzündungen und stillen kapillare Blutungen.

Bei Durchfall wirken Gerbstoffe stopfend. Der Fieberklee fördert die Bildung von Speichel und Magensaft. Er regt die Darmfunktion und damit die Verdauung an und fördert die Leberfunktion. Außerdem wirkt er appetitanregend, reinigend, entzündungshemmend und krampflösend. Früher wurde der Fieberklee zur Fiebersenkung verwendet. Daher hat er auch seinen Namen.

Außerdem wurde ihm eine schmerzstillende und blutungsfördernde Wirkung nachgesagt. Für diese Wirkungen gibt es aber keinen wissenschaftlichen Nachweis. Da alle Pflanzenteile schwach giftig sind, können bei der Verwendung als Nebenwirkung Kopfschmerzen auftreten. Bei Einnahme einer zu hohen Dosis kann es zu Erbrechen und Durchfall kommen. Verwendet werden die Laubblätter des Fieberklees, die während der Blütezeit gesammelt und anschließend getrocknet werden. Als Tagesdosis werden ein bis drei g, das entspricht ein bis drei Teelöffel, des getrockneten Krautes empfohlen.

Wogegen hilft der Fieberklee?

Bedeutung für die Gesundheit

Aus den getrockneten und zerkleinerten Blättern des Fieberklees wird ein Tee zubereitet. Hierzu wird ein Teelöffel der zerkleinerten Blätter mit einem Viertelliter kaltem Wasser übergossen und anschließend zum Kochen gebracht. Nach einer Minute Kochzeit seiht man den Tee ab. Der Tee sollte möglichst lauwarm und ungesüßt getrunken werden. Zur Behandlung von Appetitlosigkeit wird eine Tasse Tee schluckweise ca. eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten getrunken.

Außer zur Behandlung von Appetitlosigkeit wird der Tee auch bei Verdauungsstörungen, Blähungen oder Völlegefühl getrunken. Bei einem besonderen Bedarf an Vitamin C oder Eisensalzen kann Fieberklee auch eingesetzt werden. Außerdem wird Fieberklee bei Leberinsuffizienz und durch zu geringen Gallenfluss hervorgerufene Magen-Darm-Beschwerden empfohlen. Hier wird ein Fieberklee-Aufguss getrunken. Um diesen Aufguss herzustellen, wird ein Teelöffel der getrockneten, zerkleinerten Blätter mit kochendem Wasser übergossen. Anschließend lässt man ihn 10 Minuten ziehen und entfernt dann die Blätter.

Bei fiebrigen Halsleiden wird mit dem Tee gegurgelt. Zur Behandlung von Hautkrankheiten dienen Umschläge mit Tee oder frisch gepresstem Pflanzensaft. Für die Behandlung von Verdauungsproblemen kann auch eine Tinktur verwendet werden. Sie wird aus den Blättern durch Ansetzen mit Alkohol gewonnen. Die so entstandene Tinktur kann in einer dunklen Flasche ca. ein Jahr verwahrt werden. Blätter des Fieberklees werden auch einigen Gesundheitstees zugesetzt.

Ebenso werden Extrakte des Fieberklees bitteren Kräuterlikören beigefügt. In der Homöopathie dient der Fieberklee zur Behandlung von Erkrankungen des Zentralnervensystems und wird bei Fieberanfällen genutzt.

Fieberklee oder Produkte, die ihn enthalten, sollten nicht während der Schwangerschaft und der Stillzeit angewendet werden. Ebenso sollten Personen, die unter entzündlichen Darmerkrankungen, Durchfall oder Magen- bzw. Darmgeschwüren leiden, auf die Verwendung des Fieberklees verzichten. Für Kinder unter 12 Jahren wird der Fieberklee auch nicht empfohlen.

 

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Bühring, U.: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde. Thieme, 4., überarbeitete Auflage 2014
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Hademar (u.a.) Bankhofer: Das große Buch der Hausmittel. München, 2003.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
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