Bakterielle Infektion


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 13. November 2018

Zu einer bakteriellen Infektion kommt es, wenn Bakterien in den Körper des Menschen eindringen und dort Entzündungsprozesse auslösen. Besonders betroffen von bakteriellen Infekten sind die Atemwege sowie die Magen-Darm-Region. Als Grenzorgan ist zudem häufig die Haut betroffen. Während manche bakteriellen Infektionen einen harmlosen Verlauf nehmen, können andere im Extremfall den Tod des Patienten zur Folge haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine bakterielle Infektion?

Als bakterielle Infektion wird das Vorhandensein von gesundheitsschädlichen Bakterien im Körper bezeichnet. Sie gelangen entweder aktiv oder passiv in den menschlichen Organismus, wo sie sich vermehren und verschiedene Reaktionen hervorrufen. Nach einer gewissen Inkubationszeit kommt es zu einem bakteriellen Infekt in Form einer Erkrankung.

Aufbau von Bakterien. In und auf dem Menschen leben eine Vielzahl nützlicher Bakterien. Allerdings gibt es auch krankheitserregende Bakterien.

Nicht immer lösen die Bakterien selbst die Gesundheitsprobleme aus, sondern die Stoffwechselprodukte, die sie abgeben. Die Aufnahme der Bakterien erfolgt aus unterschiedlichen Quellen. Dazu gehören zum Beispiel Lebensmittel oder das Einatmen der Keime. Wie schwer eine bakterielle Infektion ausfällt, richtet sich nach der Art der Krankheitserreger sowie der körperlichen Verfassung des Patienten.

Ursachen

Bakterien können auf unterschiedliche Weise in den menschlichen Körper gelangen. So besteht das Risiko, dass sie über verunreinigte Nahrung oder Wasser bis in den Verdauungstrakt gelangen, sie über eine Hautwunde vordringen oder durch eine Schmier- und Tröpfcheninfektion Kontakt mit der Schleimhaut aufnehmen. Darüber hinaus ist eine Ansteckung mit Bakterien beim Geschlechtsverkehr möglich.

Es gibt eine Vielzahl an Bakterien, die Erkrankungen verursachen können. Dazu gehören u. a. Streptokokken, von denen eine Nasennebenhöhlenentzündung, eine Mittelohrentzündung, eine Lungenentzündung, eine bakterielle Endokarditis, Scharlach, eine Mandelentzündung, Impetigo contagiosa oder eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorgerufen wird.

Durch Staphylokokken kommt es zu Wundinfektionen, Karbunkeln, Furunkeln, Gelenksentzündungen, Knochenentzündungen oder einen septischen Schock.

Das Darmbakterium Escherichia coli ist außerhalb des Darms für Harnwegsinfektionen, eine Hirnhautentzündung oder eine Bauchfellentzündung verantwortlich.

Durch Enterokokken entsteht neben Harnwegsinfekten auch eine Herzinnenhautentzündung. Weitere pathogene Bakterien sind Legionellen, Rickettsien, Klebsiellen, Mykoplasmen, Neisserien, Chlamydien, Shigellen, Yersinien, Borrelien und Salmonellen.

Eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von bakteriellen Infektionen spielt eine unzureichende Hygiene. So stellt sie den Hauptgrund für Erkrankungen dieser Art dar. Aber auch ein angeschlagenes Immunsystem kann nach einer viralen Infektion zu einer sogenannten Superinfektion führen, in deren Rahmen der angeschlagene Körper von Bakterien in Mitleidenschaft gezogen wird.

Als besonders bedenklich gelten nosokomiale Infekte in Krankenhäusern. Die antibiotikaresistenten Bakterien zeigen sich ausschließlich in Kliniken und greifen Patienten an, die sich dort einer Behandlung unterziehen. Über sanitäre Einrichtungen, Schlauchsysteme, Beatmungsgeräte oder therapeutische Maßnahmen wie das Legen eines Katheters können sie sich rasant verbreiten. Aus diesem Grund müssen im Krankenhaus strengste hygienische Auflagen beachtet werden.

Typische Krankheiten

Typische Krankheiten, die durch Bakterien hervorgerufen werden:

Eine Streptokokken-Infektion ist häufig der Auslöser für die bakterielle Mandelentzündung.

Symptome und Verlauf

Die Symptome bei einer bakteriellen Infektion hängen davon ab, welche Körperregion von den Erregern in Mitleidenschaft gezogen wird. Bei den meisten bakteriellen Infekten kommt es zu einem Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Fieber. Des Weiteren treten an den betroffenen Organen oder Geweben, die von den Bakterien befallen wurden, Beschwerden auf. So zeigen sich zum Beispiel bei einer bakteriellen Halsinfektion schmerzhafte Schluckbeschwerden, im Falle einer Blasenentzündung brennende Schmerzen beim Wasserlassen oder Atembeschwerden bei einer Lungenentzündung.

In manchen Fällen kann die bakterielle Entzündung auch unbemerkt verlaufen. Vermehren sich die Krankheitserreger jedoch immer mehr, führt dies zu ausgeprägten Symptomen.

Bakterielle Infektionen laufen überaus unterschiedlich ab. Während einige kaum zu spüren sind und nicht behandelt werden müssen, können andere schwerwiegende Erkrankungen auslösen. Im schlimmsten Fall droht sogar der Tod des Patienten. Während ansonsten gesunde Menschen selbst einen Angriff von aggressiven Bakterien überstehen, erweisen sich harmlose Bakterien mitunter lebensbedrohlich für Personen, die unter einer Immunschwäche leiden.

Wann zum Arzt?

In den meisten Fällen muss ein bakterieller Infekt nicht ärztlich untersucht werden, was insbesondere für Erkältungskrankheiten gilt. Bessern sich die Beschwerden jedoch nach einigen Tagen nicht wieder, ist eine medizinische Abklärung erforderlich. So kann eine Behandlung mit Antibiotika notwendig sein. Während bei einer Erkältungskrankheit der Hausarzt die erste Anlaufstelle bildet, empfiehlt sich im Falle einer Harnwegsinfektion der Besuch beim Urologen. Vor allem bei einem geschwächten Immunsystem ist eine ärztliche Untersuchung unumgänglich.

Diagnose

Führt die bakterielle Infektion zu einem Arztbesuch, findet zunächst das Erheben der Krankheitsgeschichte statt. Außerdem befasst sich der Mediziner mit dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Die Untersuchungsmethoden sind unterschiedlich und hängen von der Art der Beschwerden und den betroffenen Körperregionen ab.

Aufgrund der Vielzahl an bakteriellen Erregern wird oftmals eine Labordiagnostik durchgeführt. Zu diesem Zweck entnimmt der Arzt eine Blutprobe, einen Abstrich oder eine Sekretprobe, um diese im Labor analysieren zu lassen. In manchen Fällen wird auch eine Bakterienkultur angelegt.

Komplikationen

Bei bakteriellen Infektionen besteht immer auch das Risiko von Komplikationen. So ist zum Beispiel eine weitere Infektion durch andere Krankheitserreger wie Pilze möglich. Dies führt zu einer zusätzlichen Belastung des Abwehrsystems. Darüber hinaus besteht die Gefahr von schweren Erkrankungen des Herzens oder der Lunge. Zu den am häufigsten vorkommenden Folgeerkrankungen zählen eine Herzinsuffizienz, eine Herzmuskelentzündung, ein Lungenödem, eine Lungenentzündung oder ein Abszess. In seltenen Fällen drohen sogar lebensgefährliche Komplikationen wie eine Gehirnentzündung. Am größten ist die Gefahr von Folgeerscheinungen bei Senioren, Schwangeren, Kindern und immungeschwächten Menschen.

Behandlung und Therapie

Die effizienteste Behandlungsmethode von bakteriellen Infektionen ist die Antibiotika-Therapie. Dabei müssen allerdings im Vorfeld mögliche Allergien des Patienten gegen den Wirkstoff Berücksichtigung finden. Eine wichtige Rolle spielen zudem mögliche Antibiotikaresistenzen der Bakterien. Sind bestimmte Keime gegen die antibiotischen Mittel resistent, besteht die Option, sie mit Bakteriophagen zu bekämpfen.

Den Ärzten stehen sowohl Breitbandantibiotika zur Verfügung, mit denen verschiedene bakterielle Erreger behandelt werden können, als auch einzelne Präparate. Deren Anwendung findet speziell gegen einen bestimmten Keim statt. Schwierig kann die Therapie einer bakteriellen Infektion allerdings im Krankenhaus ausfallen, weil dort zunehmend Resistenzen gegen die antibiotischen Mittel vorherrschen.

Die Darreichung der Antibiotika erfolgt zumeist in Form von Tabletten oder Kapseln. In schweren Fällen ist auch die Gabe einer Infusion möglich. Gegen Entzündungen der Haut stehen äußerlich wirkende Cremes zur Verfügung und gegen eine Ohrenentzündung können antibiotische Ohrentropfen verabreicht werden.

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Aussicht und Prognose

Die Prognose der bakteriellen Infektion hängt aufgrund ihrer Vielseitigkeit von Art und Ausmaß der Erkrankung ab. Bei frühem Behandlungsbeginn stehen die Erfolgschancen meist gut. Ein dramatischer Verlauf ist jedoch bei schweren bakteriellen Erkrankungen wie einer Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung möglich. So können diese sogar einen tödlichen Ausgang nehmen.

Vorbeugung

Die beste Prävention gegen bakterielle Infektionen stellt eine konsequente und gute Hygiene dar. Zahlreiche Bakterien lassen sich schon durch gründliches Waschen der Hände oder regelmäßige Körperpflege beseitigen. Wichtig ist die Hygiene zudem beim Zubereiten von Speisen. Gegen einige bakterielle Erkrankungen besteht die Option einer Impfung.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013


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