Blasenkrebs

Letzte Aktualisierung am 23. April 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Blasenkrebs gilt als die vierthäufigste Krebserkrankung bei Männern. Blut im Urin stellt dabei eines der Hauptsymptome der Krankheit dar, die durch zahlreiche Risikofaktoren im Körper entstehen kann. Da jedoch bei frühzeitiger Erkennung die Heilungschancen relativ gut aussehen, sollte beim Auftreten erster Anzeichen ein Arztbesuch nicht lange hinausgezögert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Blasenkrebs?

Schmerzen beim Wasserlassen sowie Blut im Urin können Anzeichen von Blasenkrebs sein. Ein Arzt sollte dringend aufgesucht werden.

Bei Blasenkrebs handelt es sich um eine bösartige Erkrankung der Harnblase, die in der Medizin auch als Blasenkarzinom bezeichnet wird. Meist geht sie von der Harnblasenschleimhaut aus. Während sie nur circa 1,8% der Frauen betrifft, erkranken etwa 4,5% der Männer in ihrem Leben an dieser Krebsart. Dabei ist ein Großteil der Patienten älter als 65 Jahre. Die Hauptsymptome eines Tumors in der Harnblase sind Blut im Urin oder starke Schmerzen beim Wasserlassen. Oftmals können aber auch andere Krankheiten hinter diesen Problematiken stecken, sodass die Ursache der auftretenden Beschwerden stets mit einem Arzt abgeklärt werden sollte. Vorliegende Tumore können so frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Ursachen

Die Entwicklung von Blasenkrebs liegt einer Entartung der Zellen in der Harnblase zugrunde. Denn bei Blasenkrebs verändert sich das Erbgut in den Zellen, wodurch diese in ihrem gewöhnlichem Wachstum behindert werden. Infolgedessen sterben sie nach einem bestimmten Zeitraum ab. Anstelle eines normalen Wachs- und Teilungsvorgangs der Zellen, fangen diese nun an, sich auf unkontrollierte Weise zu vermehren. Somit entsteht eine Entartung, die langfristig die Entwicklung eines Tumors begünstigen kann.

In diesem Zusammenhang existiert eine Vielzahl an Risikofaktoren, welche eine Förderung bösartiger Erbgutveränderungen in den Harnblasenzellen bedingen. Hierzu wird in erster Linie das Rauchen gezählt, das als größter Risikofaktor eines Blasenkarzinoms gilt. So entsteht im Schnitt jeder zweite Blasenkrebs durch Rauchen. Auch spezielle chemische Stoffe können einen Tumor in der Blase hervorrufen. Dabei spielen aromatische Amine wie Beta-Naphthylamin oder Benzidin eine besondere Rolle, die vor allem in der Gummiindustrie Anwendung finden. Bei dauerhaften Kontakt mit diesen Substanzen kann somit Blasenkrebs in Form einer Berufskrankheit entstehen.

Darüber hinaus erhöhen chronisch vorliegende und unbehandelte Blasenentzündungen die Gefahr eines Blasenkarzinoms. Einige Arzneimittel gelten ebenfalls als Risikofaktoren, wenn sie den Wirkstoff Cyclophosphamid beinhalten. Generell spielt auch die erbliche Veranlagung eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Blasenkrebs. Grundsätzlich kann sich ein Tumor der Blase jedoch auch ohne das Vorliegen eines bestimmten Risikofaktors beim Betroffenen entfalten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Blasenkrebs:

Das Vorliegen eines Blasenkarzinoms äußert sich zunächst kaum. So treten zu Beginn der Erkrankung nur sehr wenig Symptome auf, die ebenfalls mit harmloseren Krankheiten einhergehen können. Häufig tritt Blut im Urin auf, welcher dadurch rötlich oder braun verfärbt ist. Schmerzen beim Wasserlassen zeigen sich hingegen vorerst nicht. Weitere frühe Symptome sind ein ansteigender Harndrang oder eine drückende Blase, ohne dass jedoch Urin beim Toilettengang abgelassen werden muss.

In einem späteren Stadium macht sich Blasenkrebs teilweise durch Schmerzen bemerkbar. Sie können beim Wasserlassen oder in der Nierengegend auftreten. Diese Anzeichen sind allerdings keine sicheren Hinweise auf einen Tumor, sondern können generell auch in Verbindung mit einer einfachen Harnwegsinfektion oder einer Blasenentzündung in Verbindung stehen. Somit sollte in jedem Fall ein Arzt kontaktiert werden, um die korrekte Ursache der Beschwerden abzuklären.

Das wohl größte Warnsignal für eine mögliche Erkrankung der Blase ist eine rötliche Färbung des Urins. Die Ursache hierfür sollte somit in jedem Fall von einem Arzt diagnostiziert werden. Hierbei kann bei einer frühzeitigen Diagnose eines Tumors eine schnelle und umso erfolgreichere Behandlung erreicht werden. Da sich auch weitere Krankheiten hinter dem Blut im Urin verbergen können sollte auf einen Arztbesuch keinesfalls verzichtet werden. Spätestens beim Auftreten von Schmerzen in der Bauch- oder Nierenregion ist die Konsultierung eines medizinischen Fachmannes unabdingbar.

Wann zum Arzt?

Bei einem vorliegenden Verdacht auf Blasenkrebs muss schnellst möglichst eine Diagnose beim behandelnden Facharzt vorgenommen werden. Hierzu führt der Arzt neben einer ausführlichen Anamnese zur Krankengeschichte des Patienten eine Tast- und Ultraschalluntersuchung durch. Während bei der Tastuntersuchung die Nieren- und Bauchregion sowie die inneren Geschlechtsorgane begutachtet werden, bezieht sich der Ultraschall auf den unteren Bauchbereich, die Blase und die Nieren. Anschließend kann der Arzt mit Hilfe eines Urin-Teststreifens Blut im Urin feststellen.

Diagnose

Die bedeutsamste Methode einer Blasenkrebsdiagnose ist jedoch die Blasenspiegelung, die unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird und somit weitestgehend schmerzfrei ist. Anhand der Spiegelung ist es dem Mediziner möglich, die Harnleiter, -blase und -röhre auf Auffälligkeiten zu prüfen und Gewebeproben zu entnehmen. Verhärtet sich im Anschluss an diese Untersuchungen der Verdacht auf Blasenkrebs kann es darüber hinaus zu einer Röntgenuntersuchung der Harnwege kommen. Überdies kann es zur Durchführung einer sogenannten transurethralen Resketion des Blasengewebes kommen. Auch eine Computertomographie oder Kernspintomographie ist in bestimmten Fällen möglich. Bei Verdacht auf einen oberflächlichen Tumor wird hingegen eine mikroskopische Untersuchung der Harnzellen absolviert.

Komplikationen

Das Auftreten eines Blasenkrebs kann unterschiedliche Komplikationen verursachen. Zum einen kann es infolge der Erkrankung zu einem Harnstau kommen, bei welchem sich der Urin aufgrund des Tumors in den ableitenden Harnwegen ansammelt. Auch ein Harnverhalt ist möglich, der eine Entleerung der Blase erschwert und mit starken Schmerzen verbunden sein kann. Unmittelbar mit dem Krebskarzinom verbundene Komplikationen sind Verstopfungen oder starke Schmerzen in der Bauch- oder Nierenregion.

Behandlung und Therapie

Für die Behandlung von Blasenkrebs bestehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Welche Therapieform gewählt wird, hängt dabei besonders vom Stadium der Erkrankung ab. Daher spielen die Größe, das Wachstum, die Verbreitung und die Art des Tumors eine entscheidende Rolle im Rahmen der Krebsbehandlung. Sollte es sich um einen oberflächlichen Tumor innerhalb der Blasenschleimhaut handeln, wird dieser durch eine endoskopische Operation vollständig entfernt. Dies geschieht bei einer Blasenspiegelung mithilfe eines Zystoskops.

Im Anschluss an den operativen Eingriff erhält der Patient meist spezielle Arzneimittel, die ein erneutes Auftreten des Blasenkarzinoms verhindern und direkt in die Blase eingespült werden. Liegt ein erhöhtes Rückfallrisiko beim Betroffenen vor, wird nach der Operation hingegen der Impfstoff BCG eingesetzt. Ist der Krebs bereits tiefer in die Blasenwand eingetreten, muss ein größerer operativer Einschnitt erfolgen. Bei diesem wird die Blase teilweise oder komplett zusammen mit den naheliegenden Lymphknoten entfernt. Bei Männern werden darüber hinaus auch die Prostata und Samenblasen beseitigt. Bei Frauen müssen oftmals die Gebärmutter, die Eierstöcke und ein Abschnitt der Scheidenwand operativ entfernt werden.

Nach einer vollständigen Entfernung der Blase wird dem Betroffenen ein künstlicher Ausgang gelegt. In bestimmten Fällen ist auch die Formung einer Neoblase möglich, bei welcher das Wasserlassen wieder auf herkömmlichen Wege funktioniert. Sollte die Entfernung der Blase nicht erwünscht oder aus bestimmten Gründen unmöglich sein, stellt die Chemotherapie eine Behandlungsalternative zur Ausschaltung des Tumors dar. Auch durch eine Bestrahlung lässt sich ein Blasenkarzinom zerstören. Eine Kombination von Strahlen- und Chemotherapie ist ebenfalls möglich.

Aussicht und Prognose

Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung eines Blasenkarzinoms ist die möglichst frühe Erkennung des Tumors. Denn je früher eine Diagnose gestellt wird, desto höher fallen die Chancen auf eine vollkommene Heilung aus. Meist haben circa 70 % der Betroffenen bei der Diagnostizierung einen rein oberflächlichen Tumor, wodurch die Erfolgsquote sehr hoch ist. Der Krebs lässt sich somit meist komplett durch eine Operation entfernen, da sich zu diesem Zeitpunkt noch keine Metastasen ausgebildet haben.

Ist der Tumor jedoch bereits in andere Muskelschichten der Harnblase vorgedrungen, fällt die Prognose schlechter aus. Sobald die bösartigen Zellen über die Blase hinauswachsen oder es zur Entwicklung von Fernmetastasen kommt, sinken die Heilungschancen noch weiter. In etwa leben Betroffene nach der Diagnostizierung eines Blasenkarzinoms noch fünf Jahre. Aus diesem Grund ist eine Früherkennung enorm wichtig. Bei ersten Anzeichen sollte daher ein Arztbesuch zur Abklärung nicht weit hinausgezögert werden.

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Vorbeugung

Der Entstehung eines Blasenkrebs lässt sich durch die Berücksichtigung bestimmter Faktoren gezielt entgegenwirken. So können Risiken gezielt vermieden oder entscheidend reduziert werden, indem beispielsweise das Rauchen vermindert oder eingestellt wird. Auch der Kontakt mit aromatischen Aminen sollte wenn möglich verhindert oder nur mit entsprechender Schutzkleidung zustande kommen.

Chronische Blasenentzündungen sollten unbedingt rechtzeitig behandelt werden, um die Entstehung eines Blasenkarzinoms frühzeitig zu bekämpfen. Bei häufigen Aufenthalten in tropischen Gebieten sollte zudem auf das Schwimmen in Flüssen und Seen verzichtet werden, da hierbei Infektionen mit sogenannten Schistosomen drohen. Diese stellen die Erreger der Bilharziose dar, die bei einer ausbleibenden Behandlung zu Blasenkrebs führen kann. Nach Durchführung einer erfolgreichen Behandlung ist die Wahrnehmung regelmäßiger Nachsorgetermine unabdingbar, die meist vierteljährlich stattfinden. Ein rückkehrender Tumor kann so frühzeitig erkannt und entfernt werden.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013


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