Ziehen in der Brust

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Ziehen in der Brust

Beim Ziehen in der Brust kommt es zu einem als unangenehm empfundenen Spannungsgefühl im Brustkorbbereich. Es gibt viele mögliche Ursachen, wie Hormonschwankungen oder Sodbrennen, die in der Regel jedoch gut behandelt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Ziehen in der Brust?

Im menschlichen Thorax liegen viele Organe, wie das Herz, welche ein Ziehen in der Brust verursachen können. Ein Ziehen in der Brust kann harmlose Ursachen, wie Sodbrennen haben; das Symptom kann aber auch auf eine schwere Erkrankung wie einen Herzinfarkt hindeuten. Die genaue Lokalisation des Ziehens in der Brust ist von Patient zu Patient verschieden.

Häufig sind Frauen kurz vor dem Einsetzen der Menstruation betroffen, aber auch Männer oder Kinder können unter einem Ziehen in der Brust leiden. Nicht selten geht das Ziehen in der Brust mit einem Druckgefühl, einem Stechen oder Brennen in der Brust einher.

Ursachen

Leiden Kinder unter einem Ziehen in der Brust, handelt es häufig um die Konsequenz einer Wachstumsphase und ist harmlos. Leiden Frauen im Laufe des Menstruationszyklus immer wieder unter Spannungsgefühlen und Ziehen in der Brust, handelt es sich um Hormonschwankungen, die einen Einfluss auf die weibliche Brust ausüben. Ein Ziehen in der weiblichen Brust kann ebenso eine Frühschwangerschaft anzeigen, da in den Brüsten das Drüsengewebe auf Bildung von Muttermilch vorbereitet wird.

Bei stillenden Müttern kann ein Ziehen in der Brust auf einen Milchstau oder eine Entzündung der Brust hindeuten. In selteneren Fällen kann ein Ziehen in der weiblichen Brust auch eine Zyste bzw. eine Krebserkrankung als Ursache haben. Obwohl es selten vorkommt, können auch Männer Zysten in der Brust bzw. Brustkrebs entwickeln.

Auch nach sportlicher Aktivität kann ein Ziehen im Thoraxbereich auftreten, dies liegt meist an einer körperlichen Überanstrengung. Treten akute Brustschmerzen zusammen mit Atemnot und einem Beklemmungsgefühl auf, kann es sich um einen Herzinfarkt handeln. Manche Menschen, die unter psychischen Erkrankungen, wie Panikstörungen leiden, verspüren in bestimmten Situationen ebenso ein Ziehen in der Brust.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Obwohl die Ursache für ein Ziehen in der Brust bzw. Brustschmerzen in vielen Fällen harmlos ist, können auch behandlungsbedürftige Krankheiten hinter den Symptomen stecken, daher ist eine Diagnose der Ursache der Beschwerden sehr wichtig. Besonders wenn die Beschwerden akut auftreten bzw. über einen längeren Zeitraum bestehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Bei der Diagnosestellung erhebt der behandelnde Arzt zuerst eine Anamnese. Im Rahmen des Patientengesprächs kann er bereits eine erste Verdachtsdiagnose stellen. Nach der Anamneseerhebung erfolgt die körperliche Untersuchung. Dabei hört der Arzt den Patienten ab und tastet die Brust ab, um etwaige Knoten in der Brust oder andere Veränderungen des Gewebes festzustellen.

Eine Mammographie kann erstellt werden, um innere Veränderungen des Brustgewebes sichtbar zu machen. Ist eine Zyste die Ursache für das Ziehen in der Brust, wird diese punktiert und die entnommene Zystenflüssigkeit labortechnisch analysiert.

Veränderungen des Brustgewebes müssen nicht bösartig sein, es kann sich auch um gutartige Wucherungen oder Fett- bzw. Kalkablagerungen handeln. Der Verlauf hängt ganz von der zugrundeliegenden Krankheit ab. In vielen Fällen ist die Ursache gut zu behandeln und die Prognose als positiv einzustufen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von einem Ziehen in der Brust richtet sich nach der Grunderkrankung. Leiden Frauen aufgrund von Hormonschwankungen während des Menstruationszyklus bzw. in den Wechseljahren unter einem Ziehen in der Brust, ist häufig keine Behandlung notwendig. In besonders schweren Fällen kann eventuell eine Therapie mit hormonellen Verhütungsmitteln, welche sich zyklusstabilisierend auswirken, angedacht werden.

Da die Antibabypillen jedoch als Nebenwirkung Spannungsgefühle und Ziehen in der Brust haben können, ist diese Therapie nur in bestimmten Fällen empfehlenswert. Tritt das Ziehen in der Brust aufgrund von Sodbrennen auf, verschreibt der Arzt so genannte Antazida, welche die Magensäure neutralisieren. Als Langzeittherapie bei einer chronischen Refluxstörung können Protonenpumpenhemmer eingenommen werden, welche die Bildung von Magensäure hemmen.

Ist die Ursache eine akute Angina pectoris, muss der Betroffene so schnell wie möglich Nitroglycerin inhalieren, damit sich die verengten Herzkranzgefäße wieder weiten. Zysten bzw. bösartige Knoten in der Brust müssen eventuell operativ entfernt werden. Bei Brustkrebs kann eine Strahlenbehandlung oder eine Therapie mit Chemotherapeutika notwendig sein.

In vielen Fällen von Ziehen in der Brust ist die Ursache psychosomatisch bedingt. Betroffene befinden sich in einer Phase von großem Stress, Angst oder Liebeskummer, was sich durch körperliche Symptome bemerkbar macht. In diesen Fällen ist eine Psychotherapie bzw. die Gabe von Psychopharmaka zur Behandlung möglich.



Vorbeugung

Um ein Ziehen in der Brust vorzubeugen, ist es empfehlenswert sich sportlich nicht zu überanstrengen. Darüber hinaus sollte das Heben von schweren Gegenständen vermieden werden, was zu Überspannungen und letztlich zu einem Ziehen in der Brust führen kann. Außerdem sollten sich Frauen regelmäßig einer Mammographie bzw. einer Brustabtastung beim Gynäkologen unterziehen, um Erkrankungen der Brust frühzeitig diagnostizieren zu können.

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