Zähneknirschen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Februar 2015
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Unter Zähneknirschen versteht man das Aufeinanderpressen und Aneinanderreiben der Zahnflächen von Ober- und Unterkiefer, das zu Schädigungen der Zahnstruktur und weiteren körperlichen Beschwerden führen kann. Gezielte Therapie und Prophylaxe können den Ursachen des Zähneknirschens begegnen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zähneknirschen?

Zähneknirschen wird in der Medizin auch als Bruxismus bezeichnet. Das Zähneknirschen bezeichnet ein meist unbewusstes Aufeinanderreiben von oberer und unterer Zahnreihe. Häufig geht das Zähneknirschen einher mit deutlichen Geräuschen.

Vom Zähneknirschen können sowohl Erwachsene als auch Kinder betroffen sein. In der Regel findet ein Zähneknirschen vorwiegend während des Schlafs in der Nacht statt; allerdings kann es in selteneren Fällen auch während des Tages auftreten.

Ursachen

Mögliche Ursachen von Zähneknirschen sind vielfältig. Nicht immer kann das Zähneknirschen eindeutig entsprechenden Ursachen zugeordnet werden.

Bei Kleinkindern im Alter von bis zu drei Jahren dient das Zähneknirschen unter anderem der Abstimmung zwischen oberen und unteren Milchzähnen - durch das Zähneknirschen passen sich die Zähne in ihrer Ausrichtung und Stellung einander an.

In diesem Zusammenhang ist das Zähneknirschen meist unproblematisch und ein gesunder Entwicklungsprozess. Dieser Prozess wiederholt sich in ähnlicher Form beim Durchtreten der zweiten Zähne aus dem Kieferknochen.

Kommt es außerhalb dieser Entwicklungsphasen bei Menschen zu Zähneknirschen, so kann dies beispielsweise bedingt sein durch einen hohen Level an negativem Stress. Auch kann das Zähneknirschen dazu beitragen, körperliche Schmerzen zu kompensieren.

Symptome und Verlauf

Neben einem meist deutlich vernehmbaren Mahlgeräusch durch das Zähneknirschen kann sich das Zähneknirschen auch negativ auf die Zahnstruktur auswirken. So weisen Zähne von Menschen, die mit den Zähnen knirschen, häufig Abnutzungen des Zahnschmelzes an den Beißflächen auf. Auch kann häufiges Zähneknirschen zu Spannungskopfschmerzen am darauf folgenden Tag führen; ebenso wie zu Muskelverspannungen und Schmerzen im Bereich des Kiefers.

Weiterhin kann Zähneknirschen das Entwickeln von Schlafstörungen und auch Ohrenpfeifen (auch als Tinnitus bezeichnet) begünstigen. Berichtet wird außerdem von Ohrenschmerzen, Schwindel und Übelkeit, die möglicherweise mit nächtlichem Zähneknirschen in Verbindung gebracht werden können.

Der Verlauf des Zähneknirschens variiert nach betroffener Person; so kann es zyklisch auftreten (das heißt, dass es in Abhängigkeit verschiedener persönlicher Faktoren teils stärker und teils schwächer in Erscheinung tritt) oder relativ konstant fortbestehen.

Behandlung und Therapie

Zähneknirschen kann durch verschiedene Behandlungskonzepte begegnet werden. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit der Nutzung einer sogenannten Knirscher- oder Aufbissschiene. Eine solche Schiene wird vorwiegend während des Nachtschlafes getragen und soll verhindern, dass die Zähne von Ober- und Unterkiefer aufeinander reiben können.

Sogenannte Bruxismustrainer sind elektrische Geräte, die sensibel auf Geräusche reagieren, die durch das Zähneknirschen entstehen; neben dem Bett positioniert gibt der Trainer bei einsetzendem Zähneknirschen ein Alarmsignal ab, das den Schlaf und damit das Zähneknirschen unterbricht. Nach Angaben von Herstellern soll es Betroffenen nach einiger Zeit möglich werden, das Alarmgeräusch durch ein unbewusstes Entspannen der Kiefermuskulatur wieder zu deaktivieren, ohne dabei aus dem Schlaf zu erwachen.

Auch die Homöopathie möchte mit verschiedenen, individuell unterschiedlichen Wirkstoffen auf eine Linderung des Zähneknirschens abzielen. Liegen dem Zähneknirschen möglicherweise verschiedene Stressfaktoren zugrunde, so kann weiterhin das Inanspruchnehmen einer psychologischen Beratung zu einer Abnahme des Zähneknirschens beitragen.

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Vorbeugung

Dem Zähneknirschen kann unter anderem wirksam vorgebeugt werden, indem das Entstehen möglicher Ursachen vermieden wird.

Dazu kann beispielsweise beitragen, vorliegende Stressfaktoren aufmerksam zu betrachten und Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Faktoren entgegenzuwirken.

Als hilfreich kann sich hierbei das Anwenden verschiedener Entspannungstechniken (wie beispielsweise das Autogene Training oder Methoden zur aktiven Muskelentspannung) erweisen.

Um einem Zähneknirschen als Kompensation körperlicher Schmerzen vorzubeugen, kann eine effektive Therapie der vorliegenden Schmerzen oder deren Ursachen sinnvoll sein.

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