Hausmittel gegen Zähneknirschen

Letzte Aktualisierung am 11. Januar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Zähneknirschen wird Anspannung, Anstrengung oder Stress im Alltag ausgelöst. Der Körper regiert in der Nacht mit dem Zähneknirschen. Es geschieht unbewusst und führt am nächsten Tag zu Kopfschmerzen und Kieferschmerzen und außerdem zu Zahnverschleiß. Es wird ein Gang zum Arzt empfohlen, doch es gibt auch verschiedene Hausmittel, die gegen Zähneknirschen helfen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zähneknirschen?

Zähneknirschen, medizinisch auch Bruxismus genannt, entsteht durch Pressen und Reiben der Zähne aneinander. Diese Handlung vollzieht sich für die Betroffenen selbst völlig unbewusst. Besonders im Schlaf werden psychische Belastungen und Alltagsstress an den Zähnen ausgelassen. Durch die Überaktivität der Kaumuskulatur entstehen nicht selten Press-Druck-Wirkungen von bis zu 80 Kilogramm pro Quadratzentimeter. Aber auch tagsüber kommt es zum Aufeinanderpressen der Zahnreihen. Bestehen derartige Dauerbelastungen über einen längeren Zeitraum, drohen Zahnschäden und der Verlust von Zahnschmelz.

Wer ist betroffen?

Bruxismus ist in der Bevölkerung stark verbreitet. Ergebnisse von Untersuchungen zeigen, dass ungefähr ein Drittel der Erwachsenen mindestens einmal im Laufe des Lebens mit den Zähnen knirscht. Die Gruppe der Betroffenen bilden typischerweise meist Menschen mit erhöhtem Stress. Vor allem Frauen zwischen 30 und 45 Jahren sind den Beschwerden deutlich häufiger ausgesetzt als Männer. Ihr Anteil liegt bei 80 Prozent aller Knirscher. Ärzte warnen zudem vor dem enormen Anstieg bei Kindern und Jugendlichen. Obwohl bei den Kleinkindern die Zahnentwicklung mehr im Vordergrund steht, weist schon fast jeder zweite Jugendliche Probleme durch Bruxismus auf. Hier sind oftmals an den Zähnen massive Abriebspuren von derartigen Knirschbewegungen erkennbar.

Ursachen

Schon unsere Vorfahren beherrschten das Knirschen der Zähne. Jedoch galt diese Kunst in der Urzeit eher als eine Art Signalwirkung zum Schutz vor Feinden. In der heutigen Zeit ist das Zähneknirschen meist Ausdruck von psychischen Belastungen. Ärger, Sorgen, verdrängte Aggressionen, Enttäuschung, Trauer - jede Form von permanentem Stress ist gefährlich! Die Hochleistungsgesellschaft fördert zahlreiche Stressfaktoren, die der Körper nicht mehr als solches erkennt, sondern unwillkürlich mit Hilfe des nächtlichen Knirschens verarbeitet. Ebenso gelten Medikamente, Drogen (Ecstasy) oder Alkohol als auslösende Faktoren.

Andererseits kann Bruxismus auch als Begleiterscheinung verschiedener Erkrankungen auftreten. Hierzu zählen beispielsweise Ischämien (Minderdurchblutungen), das Parkinsonsyndrom, obstruktive Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer) oder das Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine). Für manuelle Gründe des Zähneknirschens fungieren weiterhin schlecht sitzende Kronen, Brücken, Füllungen oder Zahnprothesen sowie Fehlstellungen der Zähne. Kinder sind ebenfalls vom Bruxismus betroffen. Bei ihnen ist das Zähneknirschen allerdings ganz normal. Es gehört zu einer gesunden Zahnentwicklung.

Hauptsächlich während des Zahnwechsels erfolgen körperliche Prozesse, die für Feinabstimmungen zwischen oberen und unteren Zahnreihen verantwortlich sind. Die Phase bis zum korrekten Zusammenbiss (Okklusion) ist oftmals mit heftigem Zähneknirschen verbunden. Tritt der Bruxismus bei Kindern ohne Zahnwechsel auf, ist die Ursache im psychischen Bereich zu suchen. Kinder entwickeln oftmals knirschende Geräusche, wenn sie beispielsweise unter Überforderung, Anspannung oder auch Ängsten leiden.

Was hilft gegen Zähneknirschen?

  • Alkohol sollte bei Menschen, die mit den Zähnen knirschen, vermieden werden. Personen, die Alkohol trinken, knirschen viel häufiger mit den Zähnen.
  • Vor dem Schlafen gehen, sollte sich entspannt werden. Nerven aufreibende Filme, Gedanken und Aktivitäten sollten zur Seite geschoben werden. Die Dinge, die am nächsten Tag erledigt werden müssen, sollten vorher auf einen Notizzettel geschrieben werden. Auch ein warmes Bad vor dem Schlafengehen beruhigt.
  • Wenn wegen des Zähneknirschens Kiefernschmerzen auftreten, hilft es zu kühlen. Einfach eine Eispackung in ein Geschirrhandtuch wickeln und auf den Kiefer legen. Durch die Kälte werden die Nerven betäubt und dadurch können die Schmerzsignale nicht mehr so gut zum Gehirn weitergeleitet werden. Es sollte jedoch nicht ohne Pause länger als 20 Minuten gekühlt werden.
  • Bewegung ist eines der besten Mittel gegen das Zähneknirschen. Durch Sport kann Anspannung und Stress vertrieben werden. Es sollte sich in der Woche mindestens 3-mal für 30 Minuten sportlich ertüchtigt werden.

Schnelle Hilfe

  • Die wohl beste Hausmittel gegen Zähneknirschen ist eine Zahnschiene. Solch eine Schiene wird vom zuständigen Zahnarzt verschrieben und ist aus einem elastischen Material, wodurch der Druck auf die Zähne und den Kiefer genommen wird. Diese Schiene wird in der Nacht getragen.
  • Kaugummi kauen sollte bei starken Kieferschmerzen vermieden werden. Genauso wie zähe oder harte Nahrungsmittel.
  • Mindestens 5 Stunden vor dem zu Bett gehen, sollte kein koffeinhaltiges Getränk mehr zu sich genommen werden, da Koffein ein Muntermacher ist und das Einschlafen erschwert. Außerdem wird die Wahrscheinlichkeit zu knirschen dadurch erhöht.



Alternative Heilmittel

  • Ein weiteres Hausmittel gegen Zähneknirschen und vor allem gegen den Schmerz danach ist eine Massage des Kiefers. Hierbei wird bei geöffnetem Mund mehrmals über die Muskeln an den Seiten der Wangen gestrichen. Besonders auf den schmerzenden Stellen mit kreisende Bewegungen massieren. Anschließend bei geschlossenem Mund die Massage wiederholen.
  • Ein anderes alternatives Heilmittel gegen Kiefernschmerzen und Zähneknirschen Magnesium. Aber auch Kalzium hilft gegen das Zähneknirschen. Es gibt beide Nahrungsergänzungsmittel in Online-Apotheken und Drogerien zu kaufen. Durch diese Mineralstoffe entspannt sich die Kiefermuskulatur. Am besten lösen sie sich in Form eines Pulvers auf, doch auch Tabletten haben eine gute Wirkung. Zum Lösen eignen sich säurehaltige Getränke wie zum Beispiel Orangensaft. Kalzium und Magnesium kann im Verhältnis 2:1 eingenommen werden. Die empfohlene Dosis liegt bei 500 g Kalzium und 250 g Magnesium.
  • Ein weiterer Trick gegen das Zähneknirschen ist sich die Zunge während des Einschlafens zwischen die Zähne zu legen. Dies ist am Anfang recht ungewohnt und scheint unmöglich. Doch mit ein bisschen Übung gelingt es ganz gut und es gibt Personen, die dadurch mit dem Zähneknirschen aufgehört haben.

Weitere Informationen sind unter Zähneknirschen zu finden. Wenn nach mehreren Wochen der Selbstbehandlung die morgendlichen Kiefer- und Kopfschmerzen nicht nachlassen oder starke Zahnschmerzen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er kann dem Betroffenen eine Schiene verpassen, wodurch das Knirschen den Zähnen nichts mehr antun kann oder aber muskelentspannende Medikamente verschreiben.

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