Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit bei der Frau

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
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Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit bei der Frau stellt in einigen Beziehungen ein belastendes Problem dar. Obwohl das Thema häufig als unangenehm empfunden wird, ist Offenheit wichtig, um mögliche körperliche Ursachen zu behandeln. Diese können auf der Seite des Mannes oder der Frau entstehen. Bei jedem fünften Paar ist die Fruchtbarkeit bei beiden Partnern eingeschränkt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit bei der Frau?

Bei einer Frau können unterschiedliche Gründe eine Unfruchtbarkeit hervorrufen. Neben psychischen Komponenten und körperlichen Veränderungen kommen auch Schwankungen im Hormonhaushalt in Frage. Weil die Ursachen für eine Zeugungsunfähigkeit sehr vielfältig sind, lassen sich keine Verallgemeinerungen treffen. Dabei wird im Rahmen der Unfruchtbarkeit zwischen Sterilität und Infertilität differenziert. Während es bei vorliegender Sterilität zu keiner Empfängnis kommt, existieren bei Infertilität bestimmte Beschwerden, welche die Austragung einer Schwangerschaft behindern, so dass es zu einem Abbruch kommt. Insgesamt sind etwa 15 Prozent der Paare ungewollt kinderlos. In 40 Prozent der Fälle liegen die Ursachen bei der Frau.

Ursachen

Bei einer Zeugungsunfähigkeit können unterschiedliche Faktoren vorliegen. Im Rahmen hormoneller Störungen ist häufig die Heranreifung von Eizellen betroffen. Entweder kommt es nur selten zu einer Ausreifung oder der Eisprung findet nicht statt. Ein solches Phänomen lässt sich zum Beispiel bei dem PCO-Syndrom erkennen. Betroffene Frauen leiden unter einem erhöhten Testosteron-Spiegel, der mit zahlreichen Beschwerden einhergeht. Unfruchtbarkeit gehört zu einem der Symptome.

Darüber hinaus können Schwankungen im Hormonhaushalt dazu führen, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nicht ausreichend aufbaut oder der Zervixschleim so in seiner Konsistenz verändert ist, dass es den Spermien nicht gelingt, die Eizelle zu erreichen. Dabei sind nicht immer die Geschlechtshormone verantwortlich. Auch Störungen der Schilddrüse oder des Insulinstoffwechselns kommen als potentielle Ursache in Frage.

Aus organischer Sicht können die verwachsene Eileiter|Eileiter]] verwachsen oder in ihrer Bewegung stark eingeschränkt sein. Auf diese Weise wird die Weiterleitung der Eizelle in die Gebärmutter verhindert oder beeinträchtigt. Darüber hinaus können Zysten, Tumore, Fehlbildungen des Geschlechtsorgans oder Entzündungen der Eileiter für die ungewollte Unfruchtbarkeit verantwortlich sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit bei der Frau:

Die Symptome der Erkrankungen sind sehr unterschiedlich. Im Rahmen der Fertilität stellt sich jedoch bei allen heraus, dass die Empfängnis gar nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Ansonsten machen sich die Beschwerden auf differenzierte Weise bemerkbar. So leiden Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion zum Beispiel unter einem allgemein verlangsamten Stoffwechsel.

Es kommt zu einer Kälteempfindlichkeit, häufigen Erschöpfungszuständen und einer ungewollten Gewichtszunahme. Ein Bluttest kann Aufschluss darüber geben, ob ausreichend Schilddrüsenhormone hergestellt werden. Das PCO-Syndrom hingegen wird von Depressionen, vermehrtem Haarwuchs, Gewichtszunahme, unregelmäßigen Menstruationen und häufig von einer Insulinresistenz begleitet.

Betroffenen Frauen fällt die Gewichtsabnahme aufgrund einer Stoffwechselstörung oft sehr schwer. Der Verlauf von Unfruchtbarkeit hängt ebenfalls von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann in der Regel gut durch den Einsatz von Schilddrüsenhormonen behandelt werden. Das PCO-Syndrom hingegen gilt bis heute als nicht heilbar. Inwiefern eine Empfängnis möglich ist, steht in enger Verbindung zum individuellen Gesundheitszustand und kann meistens nur von einem Facharzt beurteilt werden.

Diagnose

Vor der Diagnose einer Unfruchtbarkeit steht in der Regel eine längere Episode, in welcher das Paar versucht hat, ein Kind zu zeugen. Sobald die Bemühungen erfolglos bleiben, wird häufig ein Arzt aufgesucht. Um die Ursache zu finden, können verschiedene Untersuchungen helfen. Dazu zählen vor allem Blutuntersuchungen zur Bestimmung des Hormonhaushaltes sowie die Untersuchung der inneren Geschlechtsorgane der Frau. So kann zum Beispiel ein Ultraschallbild Aufschluss über den Zustand von Gebärmutter und Eileiter geben. Auf Grundlage des jeweiligen Verdachts kommt es zu weiteren Maßnahmen, um die ersten Vermutungen zu bestätigen oder zu widerlegen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Unfruchtbarkeit hängt von der Ursache ab. Während sich einige Erkrankungen nicht behandeln lassen und die Zeugung von Kindern somit nicht möglich ist, lassen sich andere gesundheitliche Barrieren lindern, so dass die Empfängnis eventuell doch stattfinden kann. Frauen mit PCO-Syndrom wird meistens geraten, zunächst Übergewicht abzubauen, insofern dieses vorliegt. Anschließend kann eine Behandlung mit Clomid einsetzen. Diese sollte jedoch maximal sechs Monate betragen, weil das Medikament die Entstehung von Krebs fördert.

Patientinnen mit einer Schilddrüsenunterfunktion bekommen Tabletten verschrieben, welche das Defizit kompensieren, so dass sämtliche Beschwerden verschwinden. Eine Fehlbildung innerer Geschlechtsorgane kann in der Regel nicht so therapiert werden, dass sich eine Schwangerschaft ermöglichen ließe. Verhindern Zysten die Beweglichkeit der Eileiter, können diese unter Umständen verkleinert oder entfernt werden. Dabei spielt jedoch die exakte Lage und Größe der Zyste eine wichtige Rolle.

Manchmal erzielen sämtliche medizinische Maßnahmen jedoch keinen Erfolg und die Unfruchtbarkeit der Frau bleibt dauerhaft bestehen. Wenn dennoch ein starker Kinderwunsch existiert, können Paare zum Beispiel eine Adoption in Betracht ziehen. Beeinträchtigt die Zeugungsunfähigkeit die Psyche der Patientin, sollte eventuell eine therapeutische Hilfestellung erfolgen, um weitere Beschwerden vorzubeugen.



Vorbeugung

Unfruchtbarkeit lässt sich eingeschränkt vorbeugen. Im besten Fall wird Übergewicht abgebaut und auf Nikotin sowie einen übermäßigen Alkoholkonsum verzichtet. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sollten zum Lebensstil gehören. Stress sollte vermieden und bei dem Geschlechtsverkehr auf Kondome geachtet werden, um zum Beispiel eine Infektion mit Chlamydien zu verhindern.

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