Schwellung im Gesicht

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. August 2014

Schwellungen im Gesicht können eine harmlose Ursache haben, sind jedoch häufig auch die Folge von lokalen und systemischen Erkrankungen. Auf jeden Fall sollten lang andauernde oder plötzlich auftretende Schwellungen Anlass geben, einen Arzt aufzusuchen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schwellung im Gesicht?

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Allgemein sind Schwellungen, auch Schwellungen im Gesicht, eine Wasseransammlung in den Zwischenzellräumen der Gewebe. Diese Wasseransammlungen werden auch als Ödeme bezeichnet. Im Gesicht sind häufig die Augenlider, der Mund, die Bereiche an den Ohren und der Hals betroffen.

Manchmal kommt es zu einer schnellen Anschwellung des Gesichtes mit Atemwegsbeschwerden. Dieser Zustand ist zuweilen akut lebensbedrohend. In anderen Fällen entwickeln sich Schwellungen im Gesicht nur sehr langsam und halten sich hartnäckig.

Ursachen

Wie bereits erläutert, sind Schwellungen im Gesicht Wasseransammlungen in den Zwischenzellräumen des Gewebes. Die Ursachen dafür sind jedoch vielfältig. So kann der Wasserübertritt als Folge eines gestörten Lymphflusses oder durch die Erhöhung der Durchlässigkeit von Blutgefäßen auftreten.

Bei Schlafmangel oder Alkoholgenuss kann es zu einer Fließstörung der Lymphe kommen und das überschüssige Wasser sammelt sich in den Augenunterlidern, den sogenannten Tränensäcken an. Das ist jedoch die harmlose Variante einer Gesichtsschwellung.

Etwas anders sieht es mit plötzlich auftretenden Schwellungen aus, die sogar Atemnot hervorrufen. Diese können durch allergische Reaktionen, Infektionen und andere Prozesse erzeugt werden. Ein plötzliches Auftreten von Schwellungen im Gesicht kann ein Symptom des sogenannten Angioödems sein.

Beim Angioödem sind die Schwellungen nicht nur auf das Gesicht beschränkt. Es betrifft oft auch andere Körperteile und innere Organe. Dieser Erkrankungskomplex kann sowohl allergische als auch nichtallergische Ursachen haben. Gemeinsam ist bei allen Formen des Angioödems die Erhöhung der Durchlässigkeit der Blutgefäße. Weiterhin führen auch lokale Ursachen zu einer Gesichtsschwellung.

Infektionen im Hals-/Nasen-/Ohrenbereich lassen sehr häufig das Gesicht anschwellen, wie z. B. bei Mumps oder einer Tonsillitis. Bei Erkrankungen der Zähne, des Zahnfleisches und der Kiefer kann es gegebenenfalls zu Abszessen kommen, die mitunter eine enorme Anschwellung des Gesichts verursachen.

Ursachen chronischer Art wiederum sind beispielsweise Herzschwäche, Nierenerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen oder Erkrankungen der Nebenschilddrüse. Bei Herzschwäche kann es zu Lymphabflussstörungen kommen, wobei sich Lymphödeme bilden.

Auch bei einer Schilddrüsenunterfunktion entstehen Ödeme im Gesicht, das sogenannte Myxödem. Erzeugt die Nebenschilddrüse zu viel Kortison, kommt es zum sogenannten Cushingsyndrom, wobei das Gesicht unter anderem vollmondartig anschwillt. Während in vielen Fällen die Ursachen von Schwellungen im Gesicht aufgrund der Begleitsymptome bereits gut abgeschätzt werden können, gibt es jedoch auch Fälle, die einer tiefer gehenden Diagnose bedürfen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Zur Ermittlung der Ursachen der Schwellungen im Gesicht wird der Arzt zunächst die begleitenden Symptome betrachten. Bereits aufgrund dieser Analyse kann in vielen Fällen die Ursache der Schwellung bestimmt werden. Das gilt zum Beispiel für die Abszessbildung bei Zahnerkrankungen oder Zahnbehandlungen. Bei Infektionserkrankungen wird die Diagnose der zugrunde liegenden Erkran

kung durch Laboruntersuchungen auf die entsprechenden Erreger abgesichert. Tritt ein anaphylaktischer Schock durch eine Allergie auf, besteht die Herausforderung darin, das entsprechende auslösende Allergen zu identifizieren. Schwieriger gestaltet sich die Ursachensuche beim sogenannten Angioödem (Quincke-Ödem), da hier sowohl allergische als auch nichtallergische Reaktionen eine Rolle spielen können. Bei chronischen Schwellungen im Gesicht muss der Arzt oft viele Diagnosemöglichkeiten, wie Anamnese der Krankengeschichte, Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren, ausschöpfen, um ihre Ursache zu ermitteln.

Behandlung

Die Behandlung der Schwellungen im Gesicht richtet sich natürlich nach der jeweiligen Ursache. Bei akuter Atemnot werden zunächst allgemein lebensrettende Maßnahmen, wie z. B. das Anlegen einer Sauerstoffmaske, durchgeführt. Ist die Schwellung Allergie bedingt, muss der Arzt sofort mit Kortison und Antihistaminika behandeln.

Beim Angioödem gibt es jedoch sowohl eine histaminvermittelte als auch eine bradykininvermittelte Form. Beide sind unterschiedliche Erkrankungen, die auch unterschiedlich behandelt werden müssen. Bei der histaminvermittelten Form helfen wiederum Kortison und Antihistaminika, während bei der bradykininvermittelten Form ein C1-Inhibitor-Konzentrat gespritzt werden muss.

Viele Infektionen heilen von alleine aus und können begleitend mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden. Bei bakteriellen Infektionen ist gegebenenfalls eine Antibiotika-Therapie indiziert. Schwere Abszesse nach einer Zahnbehandlung müssen durch Kühlung und eine Antibiotika-Gabe therapiert werden.

Gegebenenfalls ist auch eine Operation notwendig. Sind die Schwellungen im Gesicht hormonell bedingt durch eine Schilddrüsenerkrankung, kann die Behandlung durch Hormonsubstitution oder Jod-Gabe erfolgen.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung vor Schwellungen im Gesicht existieren wegen der vielfältigen Ursachen keine konkreten Empfehlungen. Allgemein fördert eine gesunde Lebensweise die Stärkung des Immunsystems, was zur Verringerung der Infektionserkrankungen führt. Zur Vermeidung von Abszessen durch Zahnerkrankungen sollte die regelmäßige Untersuchung der Zähne durch einen Zahnarzt selbstverständlich sein. Allergie bedingte Schwellungen im Gesicht können durch das Meiden des Allergens ausgeschlossen werden.

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