Schwellung am Auge

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Mai 2016
Gesundpedia.deSymptome Schwellung am Auge

Eine Schwellung am Auge hat oft harmlose Ursachen. Sie kann aber auch Ausdruck ernsthafter Erkrankungen sein, die sich nicht nur auf das Auge beziehen müssen. In manchen Fällen stellt sie nur ein kosmetisches Problem dar, ohne einen Krankheitswert zu besitzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schwellung am Auge?

Eine Schwellung am Auge bezeichnet Wasseransammlungen in dem ihm benachbartem Gewebe. Besonders häufig sind die Lider betroffen. Aber auch in den sogenannten Unterlidern (Tränensäcke) kommt es oftmals zu Ödemen. Die Tränensäcke entstehen durch eine Schwächung des Bindegewebes im unteren Augenbereich, sind häufig erblich bedingt und haben nur eine kosmetische Bedeutung.

Größere medizinische Bedeutung haben Lidschwellungen, die sowohl durch entzündliche als auch durch nichtentzündliche Prozesse hervorgerufen werden können. Die Schwellung am Auge kann schmerzhaft oder nicht schmerzhaft, hart oder weich beziehungsweise verschiebbar oder nicht verschiebbar sein.

Ursachen

Die Ursachen für Schwellungen am Auge sind vielfältig. Bei wenig Schlaf und einer durchzechten Nacht treten häufig sogenannte Augenringe auf, wobei der Betroffene ziemlich krank aussieht. Allerdings hat hier die Schwellung keinen Krankheitswert.

Infolge des Schlafmangels und eventuell einer Dehydrierung des Körpers durch den Alkoholkonsum ist der Fluss der Lymphe nicht ausreichend gewährleistet. So sammelt sich die Flüssigkeit eben in den Lidern oder Tränensäcken. In diesem recht häufigen Fällen geht die Schwellung aber relativ schnell wieder zurück, wenn der Lymphfluss wieder in Gang kommt. Neben diesen harmlosen Ursachen einer Schwellung können sowohl direkte Erkrankungen am Auge als auch allgemeine Erkrankungen als Gründe infrage kommen.

Zu den isolierten Erkrankungen des Auges gehört das Gerstenkorn, das Hagelkorn, eine Bindehautentzündung, Augentumoren, trockene Augen und die relativ gefährliche Verschleppung eines Gerstenkorns, die zu einer massiven Infektion des Auges mit Zerstörung des Sehnervs führen kann. Ein Gerstenkorn ist relativ schmerzhaft und stellt eine Infektion der Drüsen der Augenlider mit Staphylokokken dar, die einen Eiterherd bilden.

Das Hagelkorn wiederum ist nicht schmerzhaft und entsteht durch Verstopfung des Ausgangs der Tränendrüse, sodass sich die Flüssigkeit in den Lidern ansammeln kann. Manchmal wird diese Schwellung mit wirklich ernsthaften Tumoren des Augenbereiches verwechselt. Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kann infektiös, allergisch oder mechanisch hervorgerufen werden.

Auch bei einer Konjunktivitis kommt es zur Schwellung der Augen. Zu den systemischen Erkrankungen, die zu einer Schwellung am Auge führen können, zählen Schilddrüsenunterfunktionen, Schilddrüsenüberfunktion bei Morbus Basedow, Allergien, Nierenerkrankungen, Herzschwäche, Infektionserkrankungen oder das Quincke-Ödem. Entweder entstehen die Schwellungen am Auge durch die Erhöhung der Durchlässigkeit der Blutgefäße (Quincke-Ödem) oder durch den verringerten Lymphdurchfluss bei Herzschwäche und Nierenerkrankungen.

Krankheiten

Diagnose

Wenn eine hartnäckige Schwellung am Auge vorliegt, die auch nach längerer Zeit nicht verschwindet, sollte unbedingt der Arzt aufgesucht werden, um ernstere Erkrankungen auszuschließen. Zunächst wird der Arzt anhand der Eigenschaften der Schwellung bereits eine Verdachtsdiagnose aufstellen können. Durch Ertasten stellt er fest, ob die Schwellung hart oder weich beziehungsweise verschieblich oder unverschieblich ist.

Weiterhin wird er auch den Patienten nach eventuellen Schmerzen fragen. Nach Aufstellung der Verdachtsdiagnose folgen Blutuntersuchungen, Bestimmungen von eventuellen Erregern aus einer Probe und bildgebende Verfahren. So wird der Arzt differenzialdiagnostisch ermitteln, inwieweit andere Organe, wie beispielsweise die Schilddrüse oder die Nieren, an der Augenschwellung beteiligt sind.

Behandlung

Meist ist eine Schwellung am Auge eine harmlose Angelegenheit und verschwindet nach einigen Tagen von alleine. Hat der Arzt jedoch eine ursächliche Erkrankung festgestellt, muss diese einer Therapie unterzogen werden. Infektionen am Auge und Gerstenkörner werden mit Antibiotika behandelt.

Bei Hagelkörnern ist gegebenenfalls eine Operation indiziert. Bei Feststellung bösartiger Tumoren müssen diese natürlich einer operativen Behandlung und eventuell einer Chemotherapie oder Bestrahlung unterworfen werden. Schilddrüsenerkrankungen können bei Unterfunktion durch zusätzliche Gaben von Jod behandelt werden.

Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wie Morbus Basedow oder Morbus Hashimoto werden mit Immunsuppressiva therapiert. Notfalls ist eine Operation notwendig. Hautkrankheiten aller Art können auch Augenschwellungen hervorrufen. Dazu zählt beispielsweise Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis), Rosazea, eine seborrhoische Dermatitis (Pilzinfektion) oder eine Kontaktdermatitis. Da eine Schwellung am Auge nicht isoliert von den verursachenden Erkrankungen betrachtet werden kann, erfolgt ihre Behandlung im Rahmen der Grunderkrankungen.



Vorbeugung

Eine Schwellung am Auge kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Eine allgemeine Empfehlung zu ihrer Vorbeugung ist daher nicht möglich. Jedoch ist für einen guten Lymphfluss durch ausreichendes Trinken von Wasser, Meiden von Alkohol und sparsame Verwendung von Salz zu sorgen. Auch ausreichender Schlaf kann oft Augenringe vermeiden.

Diese Maßnahmen sind sehr erfolgreich bei gesunden Personen. Allerdings verlieren sie bei vielen akuten und auch chronischen Erkrankungen ihre Wirksamkeit. Eine Schwellung am Auge ist meist nur ein Symptom anderer Erkrankungen, deren Ausbruch man in vielen Fällen vorbeugen kann.

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