Schwarzer Ausfluss vor der Periode

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Juni 2017
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Schwarzer Ausfluss vor der Periode gehört zu den zyklusabhängigen Zwischenblutungen und ist aus diesem Grund meist hormonell bedingt. Ursache ist in aller Regel eine Gelbkörperschwäche, die oft auf Basis einer Erkrankung der Schilddrüse entsteht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist schwarzer Ausfluss vor der Periode?

Schwarzer Ausfluss vor der Periode wird in der Gynäkologie zu den Zwischenblutungen gerechnet. Aufgrund des regelmäßigen zeitlichen Eintreffens einige Tage vor Beginn der Periode gilt dieser Ausfluss als zyklusabhängige Zwischenblutung und wird auch als prämenstruelle Blutung bezeichnet. Charakteristisch ist ein schmieriges Sekret, deutlich schwächer als die eigentliche Regelblutung, das in einer bräunlichen bis fast schwarzen Farbe erscheinen kann.

Aufgrund dieses Erscheinungsbildes wird der schwarze Ausfluss vor der Periode oft auch als Schmierblutung bezeichnet. Nach diagnostischer Sicherung durch den Gynäkologen kann – vor allem dann, wenn bei der betroffenen Patientin aktueller Kinderwunsch besteht – der ungefährliche schwarze Ausfluss vor der Periode mithilfe geeigneter Medikamente therapiert werden.

Ursachen

Bei zyklusbedingten Blutungen, zu denen auch der schwarze Ausfluss vor der Periode gehört, liegt in der überwiegenden Mehrzahl aller Fälle eine hormonelle Ursache vor. Beim schwarzen Ausfluss vor der Periode ist dies eine Schwäche des Gelbkörpers, die in der Fachterminologie als Corpus-luteum-Insuffizienz bezeichnet wird. Aufgabe des Gelbkörpers ist es, das Sexualhormon Progesteron zu produzieren. Bei einer vorliegenden Gelbkörperschwäche wird zu wenig Progesteron gebildet, was sich in Zyklusstörungen wie dem schwarzen Ausfluss vor der Periode und einer verkürzten zweiten Zyklushälfte (Polymenorrhoe) äußern kann.

Die Gelbkörperschwäche kann von einer Störung im Bereich der Schilddrüse, zum Beispiel einer Unterfunktion oder einem Hashimoto, ausgelöst werden. Grundsätzlich ist der schwarze Ausfluss vor der Periode also keine Krankheit an sich, sondern Symptom eines hormonellen Ungleichgewichts im Körper.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Schwarzer Ausfluss vor der Periode ist nicht zwangsläufig ein Hinweis auf eine schwere Grunderkrankung. Ausfluss vor der eigentlichen Regelblutung zählt zu den Zwischenblutungen, die harmlos sein können. Trotzdem sollte das Symptom beim erstmaligen Auftreten ärztlich untersucht werden, um ernsthafte Ursachen auszuschließen.

Zwischenblutungen werden häufig durch hormonelle Störungen verursacht, die ärztlich evaluiert werden müssen. Betroffene sollten deshalb zumindest immer dann einen Arzt aufsuchen, wenn die Schmierblutungen bei einem Wechsel des hormonellen Verhütungsmittels erstmalig auftreten. Auch das zeitgleiche Auftreten von Akne, Haarausfall oder Hirsutismus (Bartwuchs bei der Frau) kann auf eine behandlungsbedürftige Hormonstörung hindeuten.

Beobachtet eine Patientin schwarzen Ausfluss vor der Periode und gleichzeitig eine Veränderung, insbesondere eine Verdickung am Hals, sollte unbedingt zeitnah ein Arzt konsultiert werden. In diesem Fall kann die Schmierblutung auf eine Überfunktion der Schilddrüse hindeuten. Treten die Schmierblutungen dagegen gemeinsam mit Beschwerden wie Müdigkeit und depressiven Verstimmungen auf, besteht der Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion. Diese Unterfunktion muss durch einen Arzt abgeklärt werden.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose des schwarzen Ausflusses vor der Periode ist für den Gynäkologen meist schon im Gespräch anhand der Schilderung der Patientin zu stellen. Charakteristische Anzeichen sind das zyklusabhängige Erscheinen meist zwei oder drei Tage vor dem Eintritt der Regelblutung sowie das bräunlich bis schwarze Erscheinungsbild der Schmierblutung. Dennoch wird der Arzt in der Regel durch eine klassische gynäkologische Untersuchung andere Ursachen für die Blutung ausschließen.

Bei Patientinnen mit Kinderwunsch können sich Blutuntersuchungen anschließen, in denen im Rahmen eines sogenannten Zyklusmonitorings der individuelle Hormonstatus beziehungsweise sein Verlauf im Zyklus kontrolliert werden. Auch eine Überprüfung der Schilddrüsenfunktion mittels Blutuntersuchung und eventueller Sonografie gehört häufig zur Ursachenforschung dazu.

Der schwarze Ausfluss vor der Periode ist mit keinen gesundheitlichen Schäden für die Patientin verbunden. Allerdings kann eine ursächliche Gelbkörperschwäche bei Frauen eine Unfruchtbarkeit auslösen, sodass bei unerfülltem Kinderwunsch ein schwarzer Ausfluss vor der Periode immer ein Alarmzeichen im Hinblick auf einen für das Schwangerwerden ungünstigen Hormonstatus ist.

Komplikationen

In der Regel kann ein schwarzer Ausfluss vor der Periode auf unterschiedliche Krankheiten hindeuten. Der Ausfluss selbst stellt ein sehr unangenehmes Symptom für den Patienten dar und führt zu einer stark eingeschränkten Lebensqualität. Allerdings führt immer nur die Grunderkrankung zu Komplikationen beim Betroffenen. In den meisten Fällen handelt es sich allerdings um eine hormonelle Ursache oder um Beschwerden an der Schilddrüse. Es kommt dabei auch zu einer verstärkten Müdigkeit, die nicht durch ausreichend Schlaf ausgeglichen werden kann. Ebenso leiden viele Frauen an Stimmungsschwankungen oder an Depressionen und anderen psychischen Beschwerden durch den schwarzen Ausfluss vor der Periode. In den meisten Fällen kann eine Therapie und Behandlung kausal erfolgen und die Grunderkrankung behandeln. Dabei werden oft Medikamente eingesetzt, wobei es zu keinen weiteren Komplikationen kommt. Beschwerden an der Schilddrüse werden ebenso mit Hilfe von Medikamenten behandelt. Unter Umständen ist für den Patienten auch eine Behandlung durch einen Psychologen notwendig. Die Lebenserwartung wird durch das Symptom nicht verändert.

Behandlung und Therapie

Schwarzer Ausfluss vor der Periode hat für sich keinen Krankheitswert und muss nicht zwingend behandelt werden, wenn sich die betroffene Frau nicht daran stört. In vielen Fällen ist die mit der prämenstruellen Blutung verbundene Gelbkörperschwäche jedoch der Grund für eine ungewollte Kinderlosigkeit, die dann häufig medikamentös therapiert wird. Der Arzt wird durch die Gabe von Hormonpräparaten versuchen, den für das Eintreten einer Schwangerschaft ungünstigen Mangel an Progesteron auszugleichen.

In leichten Fällen ist auch ein Selbstversuch mit Präparaten, die Mönchspfeffer enthalten, möglich. Ziel ist es, die zweite Zyklusphase der Frau auf ein normales Maß zu verlängern. Der schwarze Ausfluss vor der Periode verschwindet oder wird deutlich reduziert und ein befruchtetes Ei hat länger Zeit, sich in der aufgebauten Schleimhaut der Gebärmutter einzunisten.

Hängt die Gelbkörperinsuffizienz von einer ungenügenden Funktion der Schilddrüse ab, liegt also beispielsweise die Hypothyreose (Unterfunktion) vor, muss auch hier ursachenorientiert vorgegangen werden: Mit geeigneten Medikamenten wird die Schilddrüse optimal eingestellt. Die Behandlung hormoneller Ungleichgewichte können der behandelnde Gynäkologe, ein Internist oder ein Endokrinologe vornehmen. Die Therapien haben direkt oder – über die Schilddrüsenfunktion indirekt – positive Folgen auf die Funktion des Gelbkörpers und beeinflussen somit auch den schwarzen Ausfluss vor der Periode positiv.



Vorbeugung

Dem schwarzen Ausfluss vor der Periode vorzubeugen ist schwierig. Ungleichgewichte im hormonellen Haushalt sind durch eine bewusste Lebensweise mit gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf und gezielter Stressvermeidung oft nicht ausreichend zu beeinflussen.

Ein gutes pflanzliches Mittel, das – außer es liegt eine der seltenen Allergien vor – den Zyklus der Frau bei leichteren Störungen unter Umständen stabilisieren kann, ist Mönchspfeffer. Auch unter dem Namen Keuschlamm oder der lateinischen Bezeichnung Agnus Castus bekannt ist Mönchspfeffer in allen Apotheken frei erhältlich und kann von den Frauen zur Eigenbehandlung von schwarzem Ausfluss vor der Periode eingesetzt werden.

Bücher über Geschlechtskrankheiten

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Ludwig, M.: Gynäkologische Endokrinologie. Ein Handbuch für die Praxis, 2.Auflage, optimist Fachbuchverlag, 2011
  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

irgendwer kommentierte am 04.08.2015 um 13:04 Uhr

Bei mir trat das genannte Problem auf, nachdem ich die Pille einen Monat durchnahm um im Urlaub die Blutung zu umgehen. Jetzt habe ich bereits zwei Wochen krampfartige Unterleibschmerzen und dunklen Ausfluss. Hashimoto ist bekannt, gut eingestellt mit Euthyroxin.