Hirsutismus

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. März 2016
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Als Hirsutismus wird von modernen Medizinern eine Form des Haarwuchses bezeichnet, welche von der Norm abweicht. Von einem Hirsutismus sind grundsätzlich nur Frauen betroffen. Im Rahmen der Erkrankung wird ein deutlicher Bartwuchs sichtbar. Darüber hinaus tritt sowohl im Bereich des Bauches als auch im Bereich der Brüste ein rasanter Haarwuchs in Erscheinung. Ein Hirsutismus kann unterschiedliche Ursachen haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hirsutismus?

Bereits seit der Steinzeit genießen die Haare des menschlichen Körpers ein besonders hohes Maß an Aufmerksamkeit. Eine besonders starke Körperbehaarung wird immer wieder als ein Zeichen der uneingeschränkten Manneskraft angesehen.

Für das weibliche Geschlecht stellt die Körperbehaarung jedoch nicht selten ein unüberwindbares Hindernis dar. Besonders deutlich wird der Leidensdruck immer dann, wenn die betroffenen Personen unter einem Hirsutismus leiden. Wie bereits erwähnt wurde, leiden grundsätzlich nur Frauen unter einem Hirsutismus. Die betroffenen Personen sind in der Regel genetisch vorbelastet.

Ursachen

Der weibliche Körper produziert unter bestimmten Umständen (z.B. Überfunktion der Nebennierenrinde, frühzeitige Pubertät, Morbus Cushing, Polyzystisches Ovarialsyndrom) eine besonders große Menge an männlichen Sexualhormonen. Die männlichen Sexualhormone zeichnen sich maßgeblich für die Intensität des Haarwuchses verantwortlich.

Neben einer genetischen Vorbelastung wurden von den Medizinern weitere Ursachen ermittelt. Gemäß den Aussagen der Mediziner kann bereits eine kurzzeitige Einnahme von anabolen Steroiden zu einem Hirsutismus führen. Anabole Steroide werden vor allem im Bereich des Dopings immer wieder eingesetzt. Medikamente können einen Hirsutismus ebenfalls begünstigen.

Nur sehr selten führen Tumore im Bereich der Nebenniere zu einem Hirsutismus. Da ein Hirsutismus oftmals mit schwerwiegenden Beeinträchtigungen einhergeht, sollte so schnell wie möglich gehandelt werden.

Symptome

Sofern es zu einem Hirsutismus kommt, wird lediglich ein körperliches Symptom sichtbar. So kommt es sowohl im Bereich des Gesichts als auch im Bereich der Geschlechtsmerkmale zu einem übermäßigen Haarwuchs. Weitere körperliche Symptome treten nicht in Erscheinung. Dennoch sollten vor allem die psychischen Symptome nicht vernachlässigt werden. Da in erster Linie der Haarwuchs im Bereich des Gesichts vom Umfeld der betroffenen Personen wahrgenommen wird, kommt es vereinzelt zu Depressionen. Die moderne Medizin hat sich jedoch bereits seit mehreren Jahren dem Hirsutismus angenommen.

Diagnose und Verlauf

Ein Hirsutismus kann mittlerweile zielgerichtet behandelt werden. Die Auswahl eines geeigneten Therapieverfahrens steht jedoch in einer starken Abhängigkeit zum Verlauf der Krankheit. Dieser wird vom behandelnden Arzt im Rahmen eines intensiven Gesprächs ermittelt. Das Gespräch wird auch zur Ermittlung der möglichen Ursachen genutzt. Sofern der behandelnde Arzt einen Verdacht auf Hirsutismus hat, wird ein Blutbild angefertigt. Basierend auf einer labortechnischen Untersuchung kann die Konzentration an männlichen Hormonen im Blut bestimmt werden. Schwerwiegende Grunderkrankungen werden am besten mittels eines bildgebenden Verfahrens ermittelt. Hierzu gehören unter anderem Tumore im Bereich der Nebenniere. Aus diesem Grund wird nicht selten eine Computertomografie durchgeführt. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen kann ein Hirsutismus zuverlässig behandelt werden.

Behandlung

Welches Therapieverfahren zur Behandlung von einem Hirsutismus zum Einsatz kommt, steht in einer starken Abhängigkeit zu den verantwortlichen Ursachen. So wird beispielsweise ein operativer Eingriff immer dann in Erwägung gezogen, wenn sich ein Tumor für eine erhöhte Produktion von männlichen Hormonen verantwortlich zeichnet. Alternativ kann auch eine Chemotherapie in Betracht gezogen werden. Sofern Medikamente für eine erhöhte Produktion von männlichen Hormonen verantwortlich sind, muss die verabreichte Menge reduziert werden.

Oftmals werden die bisherigen Präparate durch alternative Präparate ersetzt. Sollte ein Hirsutismus einen besonders schweren Verlauf annehmen, müssen hormonelle Präparate verabreicht werden. Die eingesetzten Präparate verfügen über besondere Wirkstoffe. Die Präparate wirken sich hemmend auf die Produktion von männlichen Sexualhormonen aus. In der Regel werden die Wirkstoffe in Form von Tabletten verabreicht.

Alternativ kann auch eine Therapie mittels Spritzen durchgeführt werden. Die bereits erwähnten Therapieverfahren führen in der Regel erst nach einer längeren Anwendung zu einem ersten Erfolg.

Kurzfristig kann bereits eine einfache Rasur der betroffenen Körperstellen zu einer Linderung der vorliegenden Symptome beitragen. Alternativ können die betroffenen Körperstellen auch einer Epilation unterzogen werden. Einer wachsenden Beliebtheit erfreut sich die elektrische Epilation.

Im Rahmen einer elektrischen Epilation werden die Wurzeln der Haare verödet. Basierend auf dieser Tatsache können die Haare an den behandelten Stellen nicht mehr nachwachsen. Damit ein Hirsutismus nicht in Erscheinung tritt, werden von den Medizinern immer wieder Empfehlungen in Bezug auf eine wirksame Vorbeugung ausgesprochen.

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Vorbeugung

Am wirksamsten wird ein Hirsutismus verhindert, indem auf eine Einnahme von anabolen Steroiden verzichtet wird. Darüber hinaus sollten die Packungsbeilagen von Medikamenten im Vorfeld einer ersten Einnahme sorgfältig gelesen werden. Ein Hirsutismus kann auch dann verhindert werden, wenn Grunderkrankungen einer möglichst schnellen Behandlung unterzogen werden.

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