Schuppige Haut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Juni 2016
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Schuppige Haut ist ein häufig anzutreffendes Hautproblem. Meist wird es durch harmlose Ursachen hervorgerufen und ist dann leicht behandelbar. In einigen Fällen kann jedoch auch eine hartnäckige Hauterkrankung dahinterstecken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist schuppige Haut?

Bei einer schuppigen Haut finden sich auf der Hautoberfläche sichtbare Hautschuppen, die sich leicht lösen. Eine Hautschuppe besteht aus einer Aggregation von abgestorbenen Corneozyten. Corneozyten bezeichnen Keratin bildende Hornzellen.

Der Erneuerungsprozess der Haut durch Absterben und Neubildung von Hautzellen findet ständig statt. Meist ist dieser Prozess jedoch unsichtbar. In Erscheinung tritt eine Hautschuppe erst bei einer zusammenhängenden Gruppe ab 500 kleineren Schuppen. So deutet eine schuppige Haut immer auf ungünstige Schutzbedingungen für die Haut hin.

Ursachen

Eine schuppige Haut entsteht durch die Störung ihrer Schutzschicht. Diese gewährleistet das Gleichgewicht zwischen Absterben alter und Bildung neuer Hautzellen. Die Schutzschicht besteht aus Fett und Feuchtigkeit. Wird der Fettfilm entfernt und trocknet die Haut aus, kommt es zum verstärkten Absterben der Hautzellen mit Schuppenbildung.

Die Ursachen für die Entfernung der Hautschutzschicht sind vielfältig. So trocknet beispielsweise Kälte und Hitze die Haut sehr stark aus. Bei Kälte ziehen sich beispielsweise die Blutgefäße zusammen, wobei die Talgdrüsen der Haut nicht mehr optimal versorgt werden, sodass ihre Rückfettung darunter leidet. Hitze trocknet die Haut schnell aus. Ungeeignete Körperlotionen, Seifen oder Shampoos können sie stark entfetten.

Allerdings ist eine schuppige Haut manchmal auch krankheitsbedingt. Die Schuppenbildung wird nämlich durch Pilzinfektionen, eine allergische Kontaktdermatitis, genetische Ursachen und autoimmunologische Erkrankungen gefördert. Auch einige Mangelzustände bei systemischen Erkrankungen verursachen oft auch Hautprobleme. Bekannte Ursachen für schuppige Haut sind beispielsweise auch die Neurodermitis und die autoimmunologisch bedingte Schuppenflechte.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Oft kann die Ursache einer schuppigen Haut leicht ausgemacht werden. Das gilt besonders, wenn dieses Phänomen bei Pflegefehlern der Haut auftritt. Wenn allerdings plötzliche Hautveränderungen mit Rötungen und Hautjucken eintreten, sollte die Ursache differenzialdiagnostisch vom Arzt ermittelt werden. Hier kann es sich nämlich beispielsweise um eine Kontaktdermatitis oder Neurodermitis handeln.

Auch andere Ursachen sind möglich. Durch eine Anamnese der Krankengeschichte wird der Arzt eine Verdachtsdiagnose aufstellen. Bei Verdacht auf Kontaktdermatitis muss durch Allergietests das auslösende Agens ermittelt werden. Bei einer Schuppenflechte (Psoriasis) treten typische Hauterscheinungen auf, wie locker haftende, silbrig-weiße Schuppen, die beim Entfernen zu kleinen, punktartigen Blutungen führen.

Allerdings ist eine Abgrenzung zu Neurodermitis manchmal schwierig. Unter Betrachtung der Begleitsymptome ist hier oftmals eine intensivere Diagnostik nötig. Meist hat eine schuppige Haut jedoch harmlose Ursachen, die schnell zu beheben sind.

Behandlung

Obwohl schuppige Haut häufig nur als kosmetisches Problem betrachtet wird, ist eine Behandlung trotzdem notwendig. Schuppenbildung bedeutet ja, dass die Schutzschicht der Haut gestört ist. Außerdem regt der ständige Juckreiz zum Kratzen an, sodass sich blutige Hautverletzungen bilden können. Jede dieser Hautveränderung birgt natürlich auch die Gefahr einer Infektion, weil dadurch Krankheitserreger die Hautbarriere leichter überwinden können unter Bildung von stark juckenden und hartnäckigen Ekzemen.

Wenn die schuppige Haut durch Austrocknung hervorgerufen wird, sollten die betroffenen Stellen mit fetthaltigen und feuchtigkeitsspendenden Cremes eingerieben werden. Die Cremes sollten )Urea (Harnstoff) zur Feuchtigkeitsspende oder die Wirkstoffe Allantoin und Panthenol enthalten. Auch Cremes mit Omega-6-Fettsäuren wirken sich günstig auf die Fettbarriere der Haut aus.

Wenn die Haut nach dieser Behandlung wieder schuppenfrei und geschmeidig wird, liegt es nur an einer harmlosen Austrocknung. Liegen jedoch Neurodermitis oder Schuppenflechte vor, ist eine intensivere Therapie notwendig. Dabei ist zu beachten, dass diese Hauterkrankungen zwar nicht geheilt, aber gemildert werden können. Auch diese Erkrankungen werden primär mit gut rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Cremes behandelt. Bei Schuppenflechte werden lokal auch Salben mit Corticoiden eingesetzt.

Des Weiteren hilft eine Behandlung mit Salicylsäure, die Schuppen besser abzulösen. Für die Behandlung von Neurodermitis gibt es keine Standardtherapie, weil ihre Ursachen unterschiedlich sein können. Hier werden neben den Cremes und Salben auch Medikamente verabreicht, die entzündungshemmend wirken. Auch Lichttherapie und alternative Behandlungsmethoden werden angewendet. Die Grundbehandlung einer schuppigen Haut bezieht sich jedoch in jedem Fall auf die Wiederherstellung ihrer natürlichen Schutzschicht.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung vor einer schuppigen Haut kann man oft etwas tun. Es ist darauf zu achten, nicht zu heiß zu duschen oder zu baden. Beim Duschen sollte nicht zu viel Waschlotion verwendet werden. Günstig ist die Anwendung von rückfettenden und PH-neutralen Waschlotionen. Der Kontakt mit aggressiven Reinigungs- und Lösemitteln ist zu vermeiden.

Besonders in der kalten Jahreszeit wird das Einreiben oft betroffener Stellen mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Cremes empfohlen. Außerdem sollte bei einem plötzlichen Auftreten von schuppiger Haut der Arzt aufgesucht werden, um eventuelle andere Ursachen auszuschließen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Gast kommentierte am 23.11.2014 um 12:33 Uhr

Ich habe seit vielen Jahren ein Problem mit schuppiger Haut im Gesicht. Sie juckt, blutet und schuppt wie verrückt. Ich habe festgestellt, dass sobald ich etwas hefehaltiges oder Zucker esse, diese Symptome auftreten. Vom Arzt wurden mir Kortisonsalbe, sowie Loratadin ein Mittel gegen Hystaminbildung, verschrieben. Beides half nicht ausreichend. Durch Zufall fand ich heraus, dass das einfache Trinken von Kaffee all diese Symptome beseitigt und das zu 100%. Seitdem trinke ich jeden Tag 2-3 Tassen Kaffee und kann wieder alles essen was ich möchte.