Schrunde

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. März 2015
Gesundpedia.deSymptome Schrunde

Oft verspüren Betroffene zunächst nur ein unangenehmes Spannungsgefühl. Später juckt die betroffene Hautstelle oder beginnt sogar zu schmerzen. Aus einer zunächst schuppigen Hautstelle kann eine sogenannte Schrunde entstehen, die auf jeden Fall behandelt werden sollte.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schrunde?

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Eine Schrunde - von den Medizinern als Rhagade bezeichnet - ist ein spaltartiger Hautriss, der am gesamten Körper auftreten kann. Besonders häufig sind jedoch Hautstellen betroffen, die intensiver Reibung oder auch Druck ausgesetzt sind, wie Fußsohlen, Handflächen, Ellbogen oder Mundwinkel. Treten Schrunden im Bereich der Schleimhäute auf – z.B. im Analbereich - spricht der Fachmann von Fissuren.

Im Anfangsstadium kann ein Hautriss so fein sein, dass er mit bloßem Auge nicht erkennbar ist.Wird der Riss tiefer, kann es bei dem Betroffenen zu starken Schmerzen oder Blutungen kommen. Reichen die Risse bis in die untersten Hautschichten oder stellen sich Infektionen ein, ist eine Abszessbildung möglich, die umgehend medizinisch versorgt werden muss.

Ursachen von Schrunde

Die Ursachen für das Auftreten von Schrunden sind vielfältig. Zugrunde liegt aber immer eine Verminderung der natürlichen Hautelastizität. Schrunden sind ein klassisches Symptom bei trockener Haut, die zunächst spröde und dann rissig wird. Die Hauttrockenheit kann durch eine Vielzahl innerer und äußerer Faktoren ausgelöst oder zumindest begünstigt werden.

Kaltes Wetter, trockene Heizungsluft oder der Umgang mit scharfen Haushaltsreinigern sind häufige Ursachen für eine Störung im Fett-Säureschutzmantel der Haut. Das Tragen von zu engem Schuhwerk oder eine Fehlstellung der Füße löst hingegen mechanische Reize aus, die zu einer verstärkten Bildung von Hornhaut führen. Wird diese zu dick und verhärtet, reißt sie.

Sehr empfindlich reagiert auch alternde Haut – sogenannte Pergamenthaut. Wird ihr durch Cremes oder Salben nicht genügend Feuchtigkeit zugeführt, erhöht sich die Gefahr der Schrundenbildung. Auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, aber auch Morbus Crohn und diverse Autoimmunerkrankungen begünstigen das Auftreten von Schrunden, weil der Feuchtigkeitshaushalt der Haut krankheitsbedingt gestört sein kann.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf von Schrunde

Die Diagnostik einer Schrunde ist besonders in ihrem Anfangsstadium, wenn der Hautriss kaum zu erkennen ist, schwierig. Oft wird erst der Arzt konsultiert, wenn sich weitere Beschwerden einstellen, der Riss erkennbar ist oder alltägliche Bewegungsabläufe schmerzhaft werden. In der Diagnose einer Schrunde ist die Symptomatik entscheidend.

Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Hautnässung und Infektionen lassen Rückschlüsse auf das Krankheitsstadium, aber auch auf die Ursache zu. Neben der betroffenen Hautstelle kann auch das umliegende Hautbild Rückschlüsse auf das Vorliegen einer Schrunde geben. Eine vermehrte Hornhautbildung, aber auch Verfärbungen ins Gelbliche durch Hautaustrocknung, sind deutliche Hinweise auf Schrunden.

Eine weitere medizinische Untersuchung ist vor allem dann ratsam, wenn äußere Reize als Auslöser für das Krankheitsbild ausgeschlossen werden können. Da die Schrundenbildung im Zusammenhang mit weiteren Erkrankungen oder Störungen stehen kann, müssen vor allem diese fachmännisch behandelt werden, um die Heilungschancen zu optimieren.

Behandlung von Schrunde

Die Behandlung einer Schrunde ist immer abhängig von der jeweiligen Ursache. Im Zusammenhang mit einer weiteren, ernsteren Erkrankung oder Störung muss vor allem die ursächliche Krankheit behandelt werden, um das Symptom einer Schrunde zu beheben.

Die eigentliche Behandlung der betroffenen Hautregion richtet sich immer nach dem Ausmaß der Hautschädigung. Generell ist die Hautregeneration und damit der Behandlungszeitraum langwierig, da oft Hautstellen betroffen sind, die oft bewegt und somit auch gespannt werden. Ein Wiederaufreißen der Wunde tritt häufig auf, womit die Gefahr einer Infektion durch Bakterien, Viren oder Pilze ansteigt. In diesen Fällen ist auf eine sterile Abdeckung der Schrunde zu achten.

Im Anfangsstadium einer Schrunde ist eine erfolgreiche Selbstbehandlung möglich. Entscheidend ist dabei, der Haut das zukommen zu lassen, was die Bildung einer gesunden Haut begünstigt: Feuchtigkeit und Fett. Eine dementsprechende Pflege hilft das Gleichgewicht der Haut wieder herzustellen und die Regeneration zu fördern. Typische Inhaltsstoffe von Schrundensalben sind hautfreundliche Fette wie Urea (Körperpflege), das pflegende Hautvitamin Panthenol oder der entzündungshemmende Kamillenwirkstoff Bisabolol.

Besonders bewährt hat sich das Auftragen von Pflegeprodukten über Nacht, wenn die Hautregeneration durch die vermehrte Ausschüttung von Wachstumshormonen zur Zellerneuerung besonders intensiv ist. Bei starken Beschwerden, Infektionen oder blutenden Schrunden ist der Besuch eines Podologen oder Dermatologen ratsam. Eine fachgerechte Desinfektion der betroffenen Hautstelle, das Abtragen von übermäßiger Hornhaut oder eine medikamentöse Behandlung gehören immer in die Hand des Fachmanns.

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Vorbeugung von Schrunde

Entscheidend für eine gezielte Vorbeugung gegen Schrunden ist eine regelmäßige Hautpflege mit Produkten, die den Säureschutzmantel der Haut nicht strapazieren. Ph-neutrale Seifen oder Badezusätze reinigen, ohne die Haut zu reizen. Mehrmaliges, tägliches Eincremen ist bei starker Beanspruchung oder häufigem Wasserkontakt besonders wichtig. Auch die Fußsohlen sollten in diese Pflege miteinbezogen werden.

Das Tragen von Baumwoll-gefütterten Gummihandschuhen schützt die Hände bei der täglichen Arbeit und bewahrt die Haut davor auszutrocknen. Generell sollte der direkte Hautkontakt mit reizenden Stoffen, wie Chemikalien oder Alkohol, vermieden werden. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung schützt die Haut von innen und der Feuchtigkeitshaushalt der Haut lässt sich durch das Trinken von ausreichend Wasser positiv beeinflussen.

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