Schleiersehen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Mai 2017
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Schleiersehen tritt bei vielen Augenkrankheiten als Symptom auf und sollte sehr ernst genommen werden. Es kann sich allmählich entwickeln, aber auch plötzlich eintreten. Auch wenn es nur kurzzeitig in Erscheinung tritt, sollte seine Ursache unbedingt vom Augenarzt abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schleiersehen?

Das Schleiersehen äußert sich häufig durch eine zunehmende Einschränkung der Sehschärfe, wobei oftmals die Kontraste verschwimmen. Der Mensch erblickt die Dinge wie durch einen Nebel oder Schleier. Andererseits kann diese Unschärfe des Sehens auch plötzlich eintreten mit dem Wahrnehmen von Mückenschwärmen, Ringen, Schatten und Streifen.

Besonders wenn sich das Schleiersehen schlagartig ausbildet und im Zusammenhang mit Kopfschmerzen, Augenschmerzen, Übelkeit und allgemeinen Krankheitsgefühl auftritt, ist notärztliche Hilfe dringend erforderlich, um das Augenlicht zu erhalten.

Ursachen

Schleiersehen kann durch unterschiedliche Augenerkrankungen ausgelöst werden. Zu den häufigsten Ursachen gehören Grauer Star (Katarakt), der grüne Star (Glaukom), eine Glaskörperabhebung, Glaskörperblutungen und die Makuladegeneration, insbesondere dessen altersbedingte Form (AMD). Der Graue Star bezeichnet eine allmähliche Trübung der Linse, welche besonders im Alter auftritt. Die genaue Ursache des sogenannten Altersstars ist nicht bekannt. Man vermutet jedoch neben genetischer Veranlagung auch Umwelteinflüsse, wie ionisierende Strahlung, Medikamente oder grelles Licht.

Auch Erkrankungen, wie Diabetes mellitus können eine Rolle spielen. Die Patienten nehmen ihre Umgebung zunehmend wie durch einen Nebel wahr. Eine weitere Ursache für Schleiersehen ist das Glaukom, der Grüne Star. Hier kann es plötzlich neben anderen beängstigenden Symptomen, wie starken Augenschmerzen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen zum Wahrnehmen von regenbogenartigen Ringen um Lichtquellen herum und Schleiersehen kommen.

Dieser sogenannte Glaukomanfall ist ein außerordentlicher Notfall, der sofort behandelt werden muss. Allerdings können die Veränderungen bei einem Glaukom auch allmählich eintreten, wobei das Gesichtsfeld von außen nach innen eingeschränkt wird. Bei einem Glaukom wird der Sehnerv durch verschiedene Ursachen, wie erhöhter Augeninnendruck oder Durchblutungsstörungen zerstört. Weitere Ursachen für Schleiersehen sind Glaskörper- oder Netzhautablösungen, Glaskörperblutungen und Makuladegenerationen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Da das Auge ein relativ empfindliches Organ ist, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, falls etwas mit dem Auge nicht stimmt oder sich die Sehkraft verändert. Dadurch können schwere Krankheiten und Folgeschäden vermieden werden. Sollte das Schleiersehen nur kurzzeitig auftreten und mit Kopfschmerzen begleitet sein, so handelt es sich in der Regel um eine Migräne. In diesem Fall ist es nicht notwendig einen Arzt aufzusuchen. Das Schleiersehen verschwindet innerhalb von wenigen Stunden und wird durch Bettruhe und Entspannung für den Körper unterstützt.

Sollte das Schleiersehen allerdings länger anhalten, so sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. In diesem Fall kann es sich um eine Entzündung oder um einen Infekt handeln. Ein Arzt muss auch dann aufgesucht werden, wenn das Schleiersehen zu einer verminderten Sehstärke führt und die Augen dabei tränen oder wenn ein gelbes Sekret aus den Augen tritt. In den meisten Fällen verläuft die Behandlung beim Arzt ohne weiterer Kompilationen und führt zu einem positiven Krankheitsverlauf.

Diagnose und Verlauf

Sowohl bei plötzlicher als auch allmählicher Entwicklung von Schleiersehen sollte der Augenarzt konsultiert werden, um differenzialdiagnostisch dessen Ursache zu klären. So können bestimmte Erkrankungen gut behandelt werden. Bei anderen Augenleiden ist es möglich, den Krankheitsprozess zu verlangsamen. Da manche Augenerkrankungen auch systemisch bedingt sind, muss nach der Grundstörung gefahndet werden, um diese zu behandeln.

Der graue Star ist ziemlich einfach anhand der Symptome zu diagnostizieren. Es findet ein schmerzloser Verlust der Sehschärfe statt. Dabei treten Verschwommensehen und Blendungsempfindlichkeit auf. Wird der Katarakt nicht behandelt, kann es bis zur Blindheit führen. Allerdings lässt sich der Graue Star gut operativ entfernen. Das Glaukom wiederum macht sich lange nicht bemerkbar. Wenn erste Symptome auftreten, ist es meist schon zu spät.

Daher sollten regelmäßig Sehtests mit Messung des Innenaugendrucks durchgeführt werden. Das reicht aber bei Weitem nicht aus, denn nicht jedes Glaukom wird durch zu hohen Innenaugendruck erzeugt. Zusätzlich sollten noch durch bestimmte bildgebende Verfahren der Sehnerv im Augenhintergrund beurteilt und Gesichtsfelduntersuchungen durchgeführt werden.

Zur Diagnostik einer Makuladegeneration bietet sich der Amsler-Gitter-Test an. Nimmt der Patient beim Verdecken eines Auges in dem vorgelegten Netzgitter beispielsweise schwarze Flecken oder Löcher wahr, kann das bereits auf eine beginnende Degeneration der Makula hindeuten. Zur Diagnostik der Ursachen des Schleiersehens sollte man auch an andere zunächst nicht die Augen betreffende Erkrankungen denken, wie beispielsweise Diabetes mellitus, da dieser sowohl die Durchblutung der Augen als auch die Sehnerven beeinträchtigen kann.

Komplikationen

Das Schleiersehen führt zu einer stark verminderten Lebensqualität des Patienten. Somit können alltägliche Aufgaben nicht mehr ohne Weiteres erledigt werden und sind nur schwer zu bewältigen. Neben dem Schleiersehen treten auch oft andere unangenehme Symptome auf. Dazu zählen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühle. Allgemein fühlt sich der Betroffene oft lustlos und kann seinen Aufgaben im Leben nicht nachkommen. Nicht selten tritt das Schleiersehen aufgrund von verschiedenen Erfahrungen am Auge auf und muss operativ behandelt werden.

Im schlimmsten Falle kommt es zur Blindheit, wenn das Schleiersehen nicht behandelt wird. Allerdings kann auch eine langsame Abnahme der Sehstärke erfolgen. Sollte das Schleiersehen aufgrund eines grauen Stars auftreten, so kann dieser operativ leicht entfernt werden und führt nicht zu weiteren Beschwerden. Dasselbe gilt auch für Katarakte, die operativ ohne Komplikationen entfernt werden können. Durch Medikamente kann der Innendruck im Auge bei einem Glaukom gesenkt werden. Häufig benötigt der Patient beim Schleiersehen eine Sehhilfe, um den Alltag noch alleine meistern zu können. Falls das Schleiersehen nur temporär auftritt und nur bei einer Migräne oder einer Grippe auftaucht, muss es nicht durch einen Arzt behandelt werden und führt zu keinen weiteren Beschwerden.

Behandlung und Therapie

Die Therapie des Schleiersehens richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Katarakte sind ziemlich einfach durch ein operatives Verfahren zu behandeln. Dabei wird die getrübte Linse zunächst entweder entfernt oder durch Laser zerstört. Danach setzt der Arzt eine Kunstlinse ein, die wieder ein fast vollständiges Sehvermögen garantiert. Ein Glaukom wiederum ist jedoch nicht so einfach zu behandeln, wenn es bereits manifest ist.

Bei einem akuten Glaukonanfall muss sofort der Augeninnendruck medikamentös oder auch operativ gesenkt werden, um eine Erblindung zu vermeiden. Das chronische Offenwinkelglaukom reagiert gut auf Medikamente, muss jedoch zeitlebens medikamentös behandelt werden, um die verstärkte Bildung des Kammerwassers zu verhindern und gleichzeitig dessen gesicherten Abfluss zu gewährleisten. Sind die Ursachen des Schleiersehens systemischer Natur, ist es natürlich wichtig, neben der Augenerkrankung die anderen Grundstörungen zu behandeln.



Vorbeugung

Um den Ursachen des Schleiersehens vorzubeugen, sollten regelmäßige Sehtests und Augenuntersuchungen erfolgen, selbst wenn noch keine Augenerkrankung vorliegt. Im weitesten Sinne kann eine gesunde Lebensweise dazu beitragen, durch Verhinderung von arteriosklerotischen Veränderungen auch Augenerkrankungen zu vermeiden. Vollständig verhindert werden können dadurch Augenleiden, die gegebenenfalls zu Schleiersehen führen, jedoch nicht.

Bücher über Augenheilkunde

Quellen

  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008
  • Lang, G.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wutta, H.P., Brucker, K.: Theorie und Praxis der Augen-Akupunktur. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2014
  • Zervos-Koop, J.: Anatomie, Biologie und Physiologie: Ergotherapie Prüfungswissen. Thieme Verlag, Stuttgart 2013
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

christa kommentierte am 01.08.2016 um 10:17 Uhr

Ich bin 73 Jahre und habe noch nie (bis vor einem halben Jahr) Augenprobleme gehabt. Allerdings hatte ich im April 2015 einen Herzinfarkt (daraufhin Einsetzen eines Stent) und muss seit diesem Zeitpunkt Tabletten nehmen. Bis dahin musste ich nie irgendwelche Tabletten nehmen! Seit einem halben Jahr habe ich das Problem des Schleiersehens. War beim Augenarzt und es wurde festgestellt, dass es sich um Grauen Star handelt. Ich soll in 2017 wieder kommen, dann würde dies behandelt werden, jetzt ist es noch nicht so weit. Ich verstehe das nicht, denn es ist an manchen Tagen ein furchtbarer Zustand. An anderen Tagen geht es auch mal ohne Schleiersehen. Kann mir jemand dazu etwas sagen?

Marianne kommentierte am 10.10.2014 um 19:25 Uhr

Nach einer Augenoperation gegen Grauen Star, leide ich besonders im linken Auge unter Schleiersehen. Zudem brennen beide Augen und ich empfinde Druck hinter den Augäpfeln. Nach der Operation sollte ich eigentlich wieder gut sehen können. Aber obwohl ich sogar eine neue Brille habe, ist dem nicht so. Mich macht dieser ständige Schleier/Film auf dem Auge ganz verrückt. Der Augenarzt meinte ich solle mich nicht um die Augen herum eincremen, die Creme käme über die Tränenkanäle in die Augen und dies sei die Ursache für mein Problem. Ich habe darauf geachtet, dennoch tritt keine Besserung ein. Auch hieß es, ich solle Geduld haben, das Problem würde sich erübrigen. Dem ist bisher nicht so. Was kann ich tun?