Grüner Star (Glaukom)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. August 2016
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Grüner Star (Glaukom) ist der Oberbegriff für verschiedene Augenerkrankungen die zu einer Schädigung des Sehnervs führen. Das Risiko, an einem Grünen Star zu erkranken, steigt mit fortschreitendem Lebensalter. Etwa ein bis zwei Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an dieser Augenerkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Grüner Star?

Unter dem Begriff Grüner Star (Glaukom) werden verschiedene Erkrankungen des Auges zusammengefasst. Die Erkrankung kann zu Gesichtsfeldausfall und unbehandelt (fortgeschrittenes Stadium) zur völligen Erblindung führen.

Charakteristisch für den Grünen Star ist ein erhöhter Augeninnendruck. Grundsätzlich werden drei Arten des Grünen Star unterschieden:

  • Primäres Offenwinkelglaukom
  • Akutes Glaukom
  • Angeborenes Glaukom

Personen, die älter als 65 Jahre alt sind, sind besonders häufig von der Erkrankung Grüner Star betroffen. Ebenso gehören Kurzsichtige und Diabetespatienten zur Risikogruppe. Doch auch weitsichtige Patienten können am Grünen Star erkranken - insbesondere tritt dieser dann auf, wenn der Augapfel zu kurz ist.

Ursachen

Hauptursache für den Grünen Star ist ein erhöhter Druck im Inneren des Auges. Dieser entsteht meist dann, wenn das sogenannte Kammerwasser im Auge nicht richtig abfließen kann.

Durch diesen erhöhten Innendruck wird recht schnell der Sehnerv geschädigt - die Folge ist, dass Informationen nicht mehr korrekt an das Gehirn weitergegeben werden können. Sehstörungen, in erster Linie Gesichtsfeldausfälle, sind die unschöne Folge.

Erhöhter Augeninnendruck ist jedoch nicht die einzige Ursache für den Grünen Star; dieser kann auch in anderen Fällen auftreten. Häufig spielen Durchblutungsstörungen am Sehnerv eine Rolle bei der Entstehung dieser Augenerkrankung. Auch Erkrankungen der Gefäße sowie Bluthochdruck können den Grünen Star auslösen.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome von Grüner Star:

  • Licht- und Blendungserscheinungen
  • hartes und gerötete Augen
  • Unempfindlichkeit gegenüber Lichtquellen

Die erste Form von Grüner Star ist das primäre Offenwinkelglaukom - dieses verursacht anfangs kaum Beschwerden, kann jedoch unbehandelt dauerhaft den Sehnerv schädigen.

Die zweite Variante dieser Erkrankung ist das akute Glaukom - in diesem Fall ist das betroffene Auge gerötet und hart. Betroffene Patienten klagen über starke Schmerzen und ein eingeschränktes Sehfeld. Nicht rechtzeitig behandelt kann dies durchaus zum Erblinden führen.

Die dritte Form des Grünen Stars ist das angeborene Glaukom. Da der Grüne Star recht heimtückisch ist und in vielen Fällen keine Beschwerden verursacht, sollte man spätestens ab dem 40. Lebensjahr die Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt in Anspruch nehmen.

Wird der Grüne Star zu spät erkannt kann das schwerwiegende Folgen für das Sehen haben. Durch das fortschreitende Absterben der Nervenfasern am Sehnervenkopf kommt es in der Regel zunächst zu Ausfällen des Gesichtsfeldes, die sich z.B. in verschwommener Sicht oder blinden Flecken äußern können, die irgendwann zum sogenannten "Tunnelblick" führen können. Das bedeutet, dass der Betroffene nur noch einen kleinen Ausschnitt seines ursprünglichen Gesichtsfeldes erkennen kann. Wird der Grüne Star nicht behandelt kann er sogar bis zur vollständigen und irreparablen Erblindung führen.

Diagnose

Grüner Star - erhöhter Augeninnendruck ist die häufigste Ursache für die Schädigung des Sehnervs.

Das absolut Entscheidende bei der Diagnose des Grünen Stars ist die Früherkennung, da es bei einem Glaukom, wie der Grüne Star auch genannt wird, in den meisten Fällen erst dann zu Beschwerden kommt, wenn dieses sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet.

Zur genauen Feststellung eines Grünen Stars gibt es verschiedene Möglichkeiten und erst alle zusammen führen in der Regel zu einer eindeutigen Diagnose. Dabei wird in den meisten Fällen mit einer Messung des Augeninnendrucks begonnen.

Bei der sogenannten Tonometrie wird ein Messgerät kurz mit der Hornhaut in Berührung gebracht, um so den Druck im inneren des Auges messen zu können. Ein anderes Verfahren ist die Augenspiegelung, bei der vor allem der Sehnerv sowie die Netzhaut auf eventuelle Auffälligkeiten überprüft werden.

Des Weiteren kann auch ein Sehtest wertvolle Hinweise bei der Früherkennung eines Glaukoms liefern. Sind bereits Beschwerden wie die Beeinträchtigung des Blickfeldes zu beobachten, kann eine Gesichtsfeldmessung Aufschluss darüber geben, wie stark das Auge bei der Wahrnehmung von Helligkeitsunterschieden bereits eingeschränkt ist.

Das sogenannte Musterelektroretinogramm (MERG), das sich allerdings noch in der Testphase befindet, kann gestörte Sehzellen schon in einem sehr frühen Stadium zeigen.

Die Methoden zur möglichst frühen Erkennung des Grünen Stars verbessern sich von Jahr zu Jahr immer mehr, trotzdem sind die Ergebnisse nicht immer eindeutig und ein regelmäßiger Gang zum Augenarzt, auch ohne akute Beschwerden, unabdingbar.

Behandlung und Therapie

Die rechtzeitige Behandlung des Grünen Stars ist darum so wichtig, weil es ohne die richtige Behandlung zu Sehstörungen und schlimmstenfalls sogar zur Erblindung kommen kann. Um den Grünen Star genau zu diagnostizieren, wird der Augenarzt zunächst Augeninnendruck und Gesichtsfeld des Patienten kontrollieren.

Bei dem primären Glaukom helfen in der Regel Augentropfen recht gut - diese nämlich helfen, den Augeninnendruck zu senken. Zeigen diese keine Wirkung, kommt häufig der Laser zum Einsatz. Dieser senkt den Druck zwar, allerdings ist dies meist nur eine vorübergehende Lösung.

Bei vielen Patienten ist dennoch ein operativer Eingriff nötig. Während dieser Operation wird ein künstlicher Abfluss für das Augenwasser geschaffen. Diese Operation ist mittlerweile ein Routineeingriff und wird ohne Vollnarkose unter örtlicher Betäubung durchgeführt.



Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen den Grünen Star sind regelmäßige Kontrollen des Augeninnendrucks beim Augenarzt. Denn je eher die Krankheit erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung.

Ratsam ist solch eine Untersuchung etwa alle drei Jahre für Personen ab dem 40. Lebensjahr. Wer zu sogenannten Risikogruppen gehört, kann die Untersuchung auch häufiger in Anspruch nehmen, die Kosten werden dann sogar von der Krankenkasse übernommen. Diabetiker oder auch stark kurzsichtige Personen gehören zu den Risikogruppen.

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