Glaskörperblutung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Januar 2015
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Eine Glaskörperblutung entsteht durch äußere Verletzungen, Erkrankungen oder Tumore. Der weißliche Glaskörper nimmt einen Großteil des Augapfelvolumens ein und ist mit der sogenannten Glaskörperflüssigkeit gefüllt. Das Eindringen von Blut in den Glaskörperraum ist das pathologische Anzeichen einer Glaskörperblutung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Glaskörperblutung?

Eine Glaskörperblutung zieht häufig eine Glaskörpertrübung nach sich. Diese macht sich über rötliche Verfärbungen und durch Beeinträchtigungen der Sehqualität bemerkbar. Eine leichte Glaskörperblutungen äußert sich in Form dunkler Flecken im Sichtfeld des Patienten.

Bei stärkeren Erscheinungsgraden wird die Sehstärke direkt beeinflusst, so dass die Erkrankten nur noch getrübte Sichtbilder wahrnehmen. Schließlich nehmen sie lediglich hell und dunkel wahr. Vereinzelt wird den Betroffenen das Sehvermögen fast gänzlich geraubt. In diesem Fall handelt es sich um das stärkste Niveau der Glaskörperblutung.

Ursachen von Glaskörperblutung

Eine der häufigsten Ursachen für eine Glaskörperblutung ist die diabetische Retinopathie, eine durch Diabetes ausgelöste Trübung der Netzhaut. Da Diabetes eine weitverbreitete Zivilisationskrankheit ist, erklärt sich die Häufigkeit einer Glaskörperblutung innerhalb dieses Patientenkreises.

Unter Extremsportlern, bei jungen Menschen oder Arbeitskräften in gefährlichen Berufen wird eine Glaskörperblutung meist durch äußere Einwirkung hervorgerufen, indem der Augapfel verletzt wird. Psychischer Stress zählt ebenfalls zu den Auslösern einer Glaskörperblutung. Diese Art der Belastung löst Bluthochdruck aus, welcher einen erhöhten Augendruck verursacht.

Darüber hinaus besteht bei Bluthochdruck das Risiko einer Hirnblutung. Letztere ruft durch Ablösung der Netzhaut Blutungen hervor, woraus eine Glaskörperblutung resultiert. Eine Glaskörperblutung kann ebenso durch Krebserkrankungen hervorgerufen werden und jene Blutungen im Auge bewirken. Schwere Organerkrankungen, wie beispielsweise bei einer Virusinfektion der Leber, eine Hepatitis, führen zu Rissbildungen samt Folgeblutungen in der Netzhaut. Direkte Erkrankungen des Blutes, wie Leukämie, schädigen ebenfalls das Auge und führen letztendlich zur Glaskörperblutung.

Symptome und Verlauf von Glaskörperblutung

Eine Glaskörperblutung ist im Anfangsstadium kaum wahrnehmbar. Erst im fortgeschrittenen Stadium zeigen sich im Blickfeld der Erkrankten kleine, charakteristische Rußflecken. Insbesondere wenn das Auge stark beansprucht wird, sind diese schwarzen Flecken zu sehen und werden mehr als Stressfaktor denn als Krankheit interpretiert. Im weiteren Krankheitsverlauf machen sich Rötungen im Augapfel bemerkbar.

Schmerzen verursachen sie keine, aber die Beeinträchtigungen durch eine Glaskörperblutung nehmen zu, indem das Sehfeld einen gelblichen Stich erhält. Wird spätestens in diesem Stadium die Krankheit nicht behandelt, trübt sich das Sehfeld zunehmend. Im Laufe der Zeit können Überlappungen beider Sehperspektiven des Augenpaares die Folge sein. Im Endstadium werden nur noch Helligkeitsgrade und Schattenbewegungen registriert. Schlussendlich kann eine Glaskörperblutung zur Spontanerblindung führen.

Diagnose von Glaskörperblutung

Die vom Patienten geschilderten charakteristischen Symptome einer Glaskörperblutung veranlassen den Augenarzt zu einer Verdachtsdiagnose. Hierzu untersucht der Augenarzt den Patienten mit einer Spaltlampe, auch bekannt als Spaltlampenmikroskop. Mit diesem Untersuchungsgerät erhält der Arzt Einsicht in die verschiedenen Abschnitte des Augenaufbaus.

Sobald sich mit dieser Untersuchungsmethode keine Befunde zeigen, obwohl der Patient unter den Symptomen leidet, wird mit einem Ultraschallgerät fortgefahren. Im Einzelfall kann sich eine Glaskörperblutung von selbst zurückbilden, indem die Blutung zurück in den Blutkreislauf transportiert wird. Der Arzt überwacht den Selbstheilungsprozess, welcher sich über Monate hinweg erstrecken kann. Gegebenenfalls verordnet der Augenarzt entsprechende Maßnahmen, damit die Glaskörperblutung nicht dem Risiko der Rückfälligkeit ausgesetzt ist.

Behandlung von Glaskörperblutung

Für eine Glaskörperblutung sind verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und Therapieverfahren vorgesehen. Welche Behandlungsformen eingesetzt werden, hängt vom Auslöser der Krankheit ab. Je nach Erkrankung wird ein Heilungsziel der Glaskörperblutung erarbeitet. Hierbei wird entschieden, ob die Krankheit chirurgisch, medikamentös oder therapeutisch behandelt wird. Dies bedeutet, dass beispielsweise Tumore operativ entfernt, Körperorgane geheilt oder psychische Belastungen therapiert werden.

Sobald keine direkte Schädigung der Netzhaut diagnostiziert wird, ist es vereinzelt möglich, die Selbstheilungsprozesse wirken zu lassen. Das Auge ist ein sehr empfindliches Organ und wird so weit wie möglich vor künstlichen Eingriffen geschont. Die Möglichkeiten von Augenbehandlung sind nach wie vor eingeschränkt. Gleichzeitig muss berücksichtigt werden, dass chirurgische Eingriffe relativ hohe Risiken bergen, auf die das Auge mit fortdauernden Blutungen reagiert. Diese Blutungen sind nur sehr schwer zu stoppen und können lebenslange Schädigungen zur Folge haben. Sie beeinträchtigen die Netzhaut oder lösen Augenkrankheiten wie den grauen Star aus.

Dennoch lässt sich eine Glaskörperblutung in schwerwiegenden Fällen nur auf chirurgischem Weg behandeln. Bei einer Operation wird der befallene Glaskörper aus dem Augapfel entfernt. Die dadurch verloren gegangene Glaskörperflüssigkeit wird durch verschiedene Lösungen, beispielsweise Liquide auf Salzbasis, ersetzt. Eine auf diese Weise behandelte Glaskörperblutung führt zur Heilung aber auch zur Übersensibilisierung des Augapfels.

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Vorbeugung von Glaskörperblutung

Für eine Glaskörperblutung gibt es kaum Vorbeugungsmaßnahmen. Ratsam sind regelmäßige Routineuntersuchungen beim Hausarzt und bei Fachärzten. In Apotheken sind Blutdruckmessgeräte aber auch Kontrollstäbchen erhältlich, welche den Zuckerspiegel, die Nieren- und Leberwerte wie auch Darmerkrankungen anzeigen.

Bei abweichenden Messwerten sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, denn jene Anzeichen könnten zu den Erkrankungen führen, die eine Glaskörperblutung auslösen. Unabhängig davon sind regelmäßige Augenarztbesuche notwendig, denn nur mit seiner Hilfe wird eine Glaskörperblutung rechtzeitig erkannt.

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