Hausmittel gegen Muskelkrampf

Letzte Aktualisierung am 19. Oktober 2017 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Muskelkrämpfe können jederzeit auftreten. Am häufigsten treten sie jedoch beim Sport oder wenn ein Muskel zu lange in einer starren Position verharrt auf. Die Ursache ist meistens ein unausgeglichener Kalium-, Magnesium- und Natriumhaushalt. Es gibt verschiedene Hausmittel gegen Muskelkrämpfe, die helfen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Muskelkrampf?

Ein Muskelkrampf ist eine schmerzhafte Körperempfindung, die nicht bewusst regulierbar ist. Sie tritt unwillkürlich auf und führt zu Problemen der allgemeinen Bewegungsabläufe. Es kommt zu einer lang anhaltenden Kontraktion der Muskeln. Dabei spannen sich die Muskeln an und verharren unvermindert für Minuten oder Stunden in diesem Zustand. Besonders unangenehm und schmerzhaft sind nächtliche Muskelkrämpfe in der Wade.

Versuche der Lockerung der Muskulatur durch Streck- und Dehnübungen erhöhen die Schmerzen und bleiben meist erfolglos. Ein Muskelkrampf entsteht nach dem Sport häufig in den Beinen oder Oberschenkeln. Darüber hinaus können ebenso Hohlorgane betroffen sein. Da sich bei einem Muskelkrampf der Galle oder des Darms ein lebensbedrohlicher Zustand einstellen kann, gilt diese Form als besonders gefährlich.

Wer ist betroffen?

Am häufigsten betroffen von einem Muskelkrampf sind Sportler. Hochleistungssportler ebenso wie Hobbysportler erleiden meist wiederholt in der Ausübung ihrer sportlichen Übungen einen Muskelkrampf. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. Über 20% der Sportler klagen regelmäßig über einen Wadenkrampf während des Aufwärmtrainings oder nach langem laufen. Obgleich Sportler im Normalfall auf eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen und Vitaminen achten, sind sie häufiger betroffen als ihre Mitmenschen.

Mit zunehmendem Alter erhöht sich das Risiko für das Krampfleiden auch für Nichtsportler. Bei Menschen im hohen Alter treten vermehrt Muskelkrämpfe durch natürliche Verschleißerscheinungen auf. Zwischen 60-70% der Erkrankten leiden in einem Alter über 60 Jahre unter anderen Erkrankungen wie Leberzirrhose, Gefäßverengungen oder koronarer Herzerkrankungen. Zu deren Begleiterscheinung gehört der Muskelkrampf.

Ursachen

Muskelkrämpfe können durch eine Mangelernährung ausgelöst werden. Werden dem Organismus über einen längeren Zeitraum zu wenige Vitamine oder Nährstoffe zugeführt, steigt das Risiko der Krampfbildung an. Eine Unterversorgung an Vitamin B12, Natrium, Kalium oder auch an Elektrolyten fördert das Auftreten der Beschwerden sowie deren Intensität. Ein Flüssigkeitsmangel, Erschöpfung oder körperliche Überanstrengungen gelten als die häufigsten Verursacher.

Bei starken Temperaturschwankungen oder dem Tragen von zu engen Kleidungsstücken sowie Schuhen leiden viele Menschen unter den Krämpfen. Eine erhöhte körperliche Beanspruchung ist bei sportlichen Aktivitäten oftmals Grund für die Funktionsstörung der Muskulatur. Darüber hinaus können Erkrankungen zu Begleiterscheinungen wie Muskelkrämpfe führen. Wundstarrkrampf, Fieber, Infektionen sowie Entzündungen der Nerven oder Muskelfasern sind häufige Auslöser. Bei einer chronischen Erkrankung wie Multiple Sklerose gehören Muskelkrämpfe zum Krankheitsbild.

Was hilft gegen Muskelkrampf?

  • Eine heiße Dusche oder ein warmes Bad ist ein Wunderheilmittel gegen Muskelkrämpfe. Dadurch wird die Durchblutung verbessert und der Krampf gelockert. Zusätzlich ist eine Tasse Magnesiumsulfat im Badewasser förderlich für eine Entkrampfung des Muskels.
  • Ein ähnliches Mittel zum gleichen Zweck gegen Muskelkrämpfe ist ein heißer Waschlappen oder ein elektrisches Heizkissen. Für etwa 20 Minuten kann man damit den Muskel wärmen und die Krämpfe damit verscheuchen. Mit dem elektrischen Heizkissen sollte man nach allen 20 Minuten des Heizens, 20 Minuten Pause machen, ehe man das Heizkissen erneut auflegt.
  • Oftmals liegt die Ursache für Muskelkrämpfe in einem Mineralstoffmangel. Quellen für Magnesium sind Vollkornprodukte, Nüsse, Bohnen und Müsli. Gute Kalium-Lieferanten sind Bananen, Orangen und Gemüse. Kalzium ist in allen Milchprodukten enthalten. Sollte eine Ernährungsumstellung zu keiner Besserung führen, gibt es auch Fertigpräparate von Magnesium und Kalzium. Täglich sollten jeweils 500 mg zusammen eingenommen werden.

Schnelle Hilfe bei Muskelkrampf

  • Ein etwas unangenehmes aber hilfreiches Hausmittel gegen Muskelkrämpfe ist es auf den Punkt, von welchem der Krampf ausgeht, für 10 Sekunden zu drücken. Am besten verwendet man den Daumen, oder die Faust. Danach für weitere 10 Sekunden den Druck lösen und von Neuem 10 Sekunden drücken. Nach mehreren Wiederholungen lässt der Krampf allmählich nach.
  • Gegendehnen ist ein sehr gutes Mittel gegen Muskelkrämpfe. Hier sind einige Beispiele aufgelistet:

1. Wadenkrämpfe: Als erstes macht man eine Ausfallschritt und verlagert dann das Gewicht auf das vordere Bein. Die hintere Ferse darf sich dabei nicht vom Boden lösen.

2. Krampf im seitlichen Oberschenkel: Hierzu legt man das Bein mit dem Krampf auf einen niedrigen Hocker. Dann beugt man sich mit dem Oberkörper über das Bein, bis eine Dehnung zu spüren ist.

3. Krampf im vorderen Oberschenkel: Diese Übung könnte etwas wackelig werden, es ist also hilfreich sich etwas zum Abstützen zu suchen. Das Bein mit dem Krampf wird nach hinten angewinkelt und die Ferse wird mit der freien Hand an das Gesäß gezogen. Wichtig hierbei ist es gerade zu stehen und die Hüfte nach vorne zu schieben. Diese 3 Dehnungsübungen sollten alle 20 Sekunden lang gehalten und dreimal wiederholt werden.



Alternative Heilmittel

  • Ein alternatives Heilmittel gegen Muskelkrämpfe ist eine Mischung von Wintergrünöl und einem anderen Pflanzenöl (1:4). Wintergrünöl ist in Drogerien und im Internet erhältlich. Mit dieser Ölmischung wird die verkrampfte Stelle mehrmals täglich massiert. In Wintergrünöl ist Salicylsäure enthalten (diese Säure ist verwandt mit der schmerzstillenden Acetylsalicylsäure ASS) wodurch die Schmerzen gelindert werden und die Durchblutung gesteigert wird.
  • Ein Trick gegen Wadenkrämpfe in der Nacht ist, dass man nie mit nach oben oder nach unten gebogenen Zehen schläft. Am besten geht das, wenn man auf der Seite schläft. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit eines Krampfes verringert.
  • Ein weiteres Heilmittel gegen Muskelkrämpfe ist ein Glas mit Toni-Wasser. In diesem ist Chinin enthalten, was erwiesenermaßen gegen Beinkrämpfe hilft.

Weitere Informationen sind unter Muskelkrämpfe zu finden. Muskelkrämpfe sind üblicherweise nur kurz und hinterlassen keine bleibenden Schäden. Wenn der Krampf jedoch länger als einen Tag anhält, der Krampfschmerz am Hals oder unteren Rücken auftritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Krämpfe im unteren rechten Teil des Bauches können auf eine Blinddarmentzündung hinweisen.

Bücher über Muskelkrämpfe

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Marina kommentierte am 11.04.2017 um 03:43 Uhr

Ich habe links Oberbauchkrämpfe...Nachts und mehrmals ..Nie bei Belastung ...Das Gegendehnen hilft sofort...Aber woher kommt das? Zu viel Schonhaltung durch Nackenprobleme?

Fredy kommentierte am 07.08.2015 um 18:48 Uhr

Ich bin trotz Jahrgang 1927 noch "ein lebendiger Bursche" und habe mich lange Zeit mit Muskelkrämpfen in den Beinen herumgeschlagen und jede Menge Magnesium verschiedener Hersteller mit wenig Erfolg eingenommen. Bis ich Limptar entdeckte, welches mir über Jahre bestens geholfen hat. Ich erwarb Limptar über das Internet und zahlte dort ca. € 31,-- für 80 Stück. Nunmehr muss Limptar verschrieben werden und ich erhalte nur ein Privatrezept, jetzt zahle ich dafür € 45,35. Das ist mir fast "unerschwinglich" und deshalb habe ich mir nunmehr "Chininsulfat Kaps. Aalborg" bestellt zu € 12,74 / 60 Stück. Hat jemand einen guten Rat für mich?