Magendurchbruch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Magendurchbrüche sind aufgrund der starken Muskulatur der Magenwand äußerst selten. Trotzdem zählen sie zu den häufigsten Komplikationen von Magengeschwüren und Magenkarzinomen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Magendurchbruch?

Bei einem Magendurchbruch entstehen Öffnungen an der Magenwand. Ermöglicht wird dies, wenn die Magenschleimhaut, die die Außenwand vor der Magensäure schützt, durchlässig wird. Der schwere Fall ist ein offener Durchbruch, bei dem der Mageninhalt in den Bauchraum gelangt und eine Entzündung des Bauchfells hervorruft.

Schnelles Handeln ist nicht wegen des Magendurchbruchs selbst nötig, sondern wegen der Folgen. Bei einem gedeckten Magendurchbruch wachsen Fisteln, die sich durch die Magenwand mit anderen Organen verbinden. Das bedeutet, dass in der Magenwand keine Lücke entsteht, durch die der Inhalt austreten kann. Die Medizin bezeichnet den Magendurchbruch als Magenperforation.

Ursachen

Bei Säuglingen tritt ein Magendurchbruch häufig spontan auf, wobei die Wissenschaft hinsichtlich der Ursachen nur Spekulationen anstellen kann. Im Erwachsenenalter ist eine Perforation bis auf wenige Ausnahmen stets die Folge einer Magenerkrankung. Zu den häufigsten Ursachen zählen dabei Magengeschwüre und Karzinome. Das vorherrschend saure Milieu greift die Magenschleimaut an und arbeitet sich bis zur säureempfindlichen Magenwand vor – sie wird dünner und bricht schließlich auf.

Kortison und vor allem schmerzstillende Medikamente können ebenfalls die schützende Magenschleimhaut zerstören und so einen Magendurchbruch auslösen. Stumpfe Gewalteinwirkung von Außen kann ebenfalls eine Beschädigung der Magenwand hervorrufen, wobei diese aber sehr stark ausfallen muss. In Einzelfällen kommt es auch zu Verletzungen bei der Gastroskopie. In sehr seltenen Fällen ist eine angeborene Zwerchfellhernie verantwortlich für eine Magenperforation. Das ist eine Lücke im Zwerchfell, durch die Organe vom Bauchraum in den Brustbereich wandern können.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Magendurchbruchs:

Gedeckte Magenperforationen, bei denen Verwachsungen und Fistelbildungen stattfinden, verlaufen weitgehend ohne typische Schmerzen bzw. nur mit leichten Symptomen. Ein offener Magendurchbruch ruft plötzlich heftige Schmerzen hervor, die nach einer nachlassenden Phase wieder intensiver werden. Verantwortlich dafür ist nicht der Magendurchbruch selbst, sondern die von ihm ausgelöste Entzündung im Bauchraum.

Betroffene nehmen reflexartig eine Schonhaltung ein und die Bauchdecke ist hart. Der Grund dafür ist eine Verkrampfung der Bauchmuskulatur. Wahrgenommen wird auch die starke Überblähung bei gleichzeitigem Gefühl, dass sich die Magengegend zusammenzieht. Wie bei allen Entzündungen zählen auch Fieber und Unwohlsein zu den typischen Symptomen. Unbehandelt hat ein offener Magendurchbruch wegen der Ausbreitung von Magensäure und anderem Inhalt auch einen Schockzustand infolge Blutvergiftung mit anschließendem Kreislaufversagen zur Folge; dies innerhalb weniger Stunden.

Diagnose

Bei akuten Schmerzen im Bauchraum tastet der Arzt den Bauch ab und versucht das schmerzauslösende Organ zu lokalisieren. Ist zudem die Bauchdecke hart und traten die Schmerzen heftig und plötzlich auf, deutet dies auf einen Magendurchbruch hin. Um eine sichere Diagnose zu erhalten, wird anschließen mit Röntgen oder Computertomographie. Bei einem offenen Magendurchbruch befindet sich Luft im Bauchraum, die auf Bildern zu sehen ist. Ist Mageninhalt ausgetreten, sind die Entzündungswerte im Blut erhöht. Fisteln bei der gedeckten Magenperforation lassen sich mittels Gastroskopie feststellen.

Behandlung

Bei gedeckten Magendurchbrüchen ist eine Operation in vielen Fällen nicht mehr nötig und wird medikamentös behandelt. Wichtig bei der konservativen Therapie ist die Entlastung des Magens, weshalb die Ernährung zuerst über eine Magensonde stattfindet und danach eine Heildiät mit Verzicht auf säureanregende Speisen verordnet wird. Die offene Magenperforation ist dagegen ein medizinischer Notfall. Steht die Diagnose eindeutig fest, muss umgehend operiert werden.

Mittlerweile erfolgt die Operation minimal-invasiv, also mit der Knopflochmethode. Ein großer Schnitt ist nur nötig, wenn die Austrittsstelle nicht genau lokalisiert werden kann. Dazu wird Luft in den Bauchraum gepumpt, um die Bauchdecke geringfügig zu heben. Das vordergründige Ziel ist der Verschluss der Öffnung mit einer Naht, damit keine weitere Magensäure in den Bauchraum gelangen kann. An der betroffenen Stelle wird oft ein Teil der Magenwand entfernt, weil die schlechte Wundheilung ein erneutes Aufbrechen fördert.

Anschließend muss der Bauchraum gespült werden, um den vom Magen ausgetreten Inhalt zu entfernen. Auf diesem Wege soll eine Ausbreitung der Entzündung verhindert werden und in Folge schwerwiegende Komplikationen. Bei fortgeschrittenen Entzündungen ist postoperativ intensivmedizinische Betreuung erforderlich, weil nach wie vor die Gefahr einer Blutvergiftung gegeben ist.

Nach der Operation sollte die Magensäureproduktion weitgehend reduziert werden, weshalb auch die Ernährung über eine Magensonde erfolgt. Wesentlich zur Heilung trägt eine Umstellung der Ernährung und des Lebensstils bei. Alkohol, Nikotin und scharfe Gewürze regen sowohl Säureproduktion als auch Neuansiedlung von Bakterien an. Schmerzstillende Medikamente, die die Magenschleimhaut angreifen, sind nur bei absoluter Dringlichkeit zu verabreichen.

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Vorbeugung

Grundsätzlich gilt es, die Risiken für die auslösenden Grunderkrankungen zu minimieren. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei die Ernährung. Erhöhter Fleischkonsum begünstigt die Entstehung von Magengeschwüren. Wurstprodukte und mit Pökelsalz verarbeitetes Fleisch begünstigt zudem die Übersäuerung, die für die Vermehrung der Helikobacter-Bakterien verantwortlich ist.

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung trägt diese Bakterien zwar in sich, kann aber mithilfe der Immunabwehr die Anzahl auf einem nicht gesundheitsschädlichen Niveau halten. Daneben zählen auch Stress und Nikotin zu den risikoerhöhenden Faktoren.

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