Jucken an der Ferse (Fersenjucken)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. April 2017
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Jucken an der Ferse (Fersenjucken) ist für viele Betroffenen sehr unangenehm, vor allem dann, wenn diese Erscheinung chronisch auftritt. Bei manchen Patienten kann ein Juckreiz derart unangenehm sein, dass sie nicht mehr einem regelmäßigen Tagesablauf nachgehen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Jucken an der Ferse (Fersenjucken)?

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Medikamente gegen: Juckreiz

Die Bezeichnung "Juckreiz" kommt vom lateinischen "prurire", was auf Deutsch so viel wie "jucken" bedeutet. Es kommt zu brennenden, kribbelnden oder juckenden Füßen. Zudem zeigen sich Rötungen, Schwellungen oder Veränderungen verschiedener Hautbereiche. Juckreiz an den Fersen ist sehr unangenehm, da dadurch ein Kratzen oder Reiben der Haut hervorgerufen wird, um diesen Juckreiz zu lindern. Kratzen oder Reiben führt wiederum zu Veränderungen der Haut, die sich in Rötungen oder blutigen Stellen zeigt.

Betroffene berichten, dass das Gefühl zu unterschiedlichen Tageszeiten auftritt oder sich nachts verstärkt. Patienten, die unter Juckreiz an den Fersen leiden, sollten zunächst die Faktoren ermitteln, die sie selbst beobachten können. Betroffene sollten prüfen, ob der Juckreiz ausschließlich an den Fersen auftritt. Sie können daneben ermitteln, ob der Reiz nur bei Verwendung bestimmter Kosmetika auftritt oder im Zusammenhang mit der Einnahme ganz bestimmter Medikamente oder Nahrungsmittel erscheint. Existiert der Reiz nur an einem Fuß oder an beiden? Wurden in den letzten Wochen Verletzungen der Füße zugezogen?

Ursachen

Häufigste Ursache für Juckreiz an den Füßen ist trockene Haut. Diese Erscheinung tritt bei Menschen auf, die unter Durchblutungsstörungen leiden. Eine weitere Ursache ist die Erkrankung an Diabetes mellitus. Durch den zu niedrigen Blutzucker wird eine trockene Haut verursacht, die wiederum einen Juckreiz auslöst. Die Haut von Diabetikern hat ein höheres Risiko für Erkrankungen an den Füßen. Weitere Ursache kann die Überstrapazierung der Füße durch Einwirkungen, wie Reibung sein. Grund ist die starke Hitze, der täglich die Ferse ausgesetzt ist und die Haut reizt.

Wird der Fuß tagtäglich zu sehr belastet, kann ebenfalls Juckreiz auftreten. Zu warmes Schuhwerk kann weiterer Auslöser für Juckreiz sein. Treten neben dem eigentlichen Juckreiz noch kleine weiße Bläschen an der Ferse auf, so besteht der Verdacht einer Pilzinfektion. Meistens befinden sich solche auffallende Stellen zwischen den Zehen. Juckreiz gilt beim Fußpilz als das am häufigsten auftretende Symptom.

Er kann an den Fersen aber auch durch eine allergische Reaktion hervorgerufen werden. Diese wird verursacht durch Pflegeprodukte, Waschmittel oder die Einnahme bestimmter Nahrungsmittel. Hinzu kommt das Material der Schuhe und der Socken. Sollte der Juckreiz sich auf andere Körperpartien ausbreiten, können unter Umständen noch weitere Erkrankungen vorliegen. Zu diesen zählen Neurodermitis, innere Erkrankungen, wie Stoffwechselstörungen oder Infektionen, psychische Krankheiten, wie Stress oder hormonelle Veränderungen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Das Jucken an der Ferse kann auf eine allergische Reaktion hindeuten. Ein Allergietest bei einem Arzt ist durchzuführen, um die Substanzen zu ermitteln, die den Juckreiz auslösen. Materialien der Schuhe oder Strumpfwaren können dafür verantwortlich sein. Ebenso sind Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten, Wasch- oder Reinigungsmittel eine mögliche Ursache. Der Juckreiz kann sich während sportlicher Aktivitäten durch eine erhöhte Schweißbildung einstellen.

Der Betroffene sollte beim Tragen der Strumpfwaren darauf achten, dass diese den Anforderungen standhalten. Zusätzlich kann er vor dem Sport Cremes auftragen, die eine Schweißbildung minimieren. Der Besuch bei einem Arzt ist meist nicht notwendig. Bei besonders trockener Haut kommt es beim Tragen von offenem Schuhwerk häufig zu Hautveränderungen. Risse der Haut und ein Juckreiz sind möglich. Die Hautpflege muss verändert werden und das Schuhwerk ist auszutauschen.

Hält der Juckreiz an der Ferse trotz der ergriffenen Maßnahmen über einen längeren Zeitraum an, ist ein Arztbesuch zu empfehlen. Der Juckreiz ist unangenehm und kann wesentlich zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität beitragen. Daher sollte ein Arzt die Ferse untersuchen und die Ursache ermitteln. Kommt es durch den Juckreiz zu einer Veränderung des Gangs sowie der Bewegungsabläufe, ist ein Arztbesuch notwendig. Es drohen dauerhafte Schäden des Skelett- und Muskelsystems, die korrigiert werden müssen.

Diagnose und Verlauf

Juckreiz an den Fersen wird relevant, wenn dieses Phänomen nachts auftritt und sich gegenüber dem Betroffenen durch ein schmerzendes Brennen bemerkbar macht. Weitere Erscheinung ist eine schuppige Haut, die Feuchtigkeit verloren hat und somit allmählich austrocknet. Hinzu kommen Schweißausbrüche, Muskelkrämpfe sowie Schlafstörungen oder Verspannungen. Da es verschiedene Ursachen für Juckreiz gibt, ist eine eindeutige Diagnose nicht leicht. Nachgewiesen ist jedoch, dass in dem betroffenen Hautgewebe eine Unterversorgung von Sauerstoff besteht. Diese ist eine Folge einer gestörten Durchblutung des jeweiligen Bereiches, wodurch auch Nervenfasern beeinträchtigt werden.

Ein Arzt kann durch Untersuchung des Juckreizes an den Fersen feststellen, ob noch andere Erkrankungen vorliegen. Durch eine Diagnose kann er andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausschließen. Liegt der Verdacht von Fußpilz vor, kann eine klinische Untersuchung durchgeführt werden. Dabei führt ein Hautarzt eine körperliche Untersuchung des Betroffenen durch, indem er die Hautstellen begutachtet. Der Arzt kann anhand der für Fußpilz typischen Symptome erkennen, ob es sich um Fußpilz handelt.

Anzeichen sind Rötungen, Schuppungen oder Bläschenbildungen auf der Haut. Weitere Hinweise, ob es sich um Fußpilz handelt, kann der Arzt in einem Gespräch mit dem Patienten erhalten. Dabei versucht er, Ursachen für Infektionen mit Fußpilz herauszufinden. Der Arzt befragt den Betroffenen, ob er häufig Schweißfüße hat oder zu enge beziehungsweise zu luftundurchlässige Schuhe trägt. Zudem versucht er herauszufinden, ob der Patient öffentliche Duschen oder Schwimmbäder nutzt.

Behandlung und Therapie

Ist der Juckreiz derart stark, dass die Füße schon stellenweise aufgekratzt sind, sollte viel Luft an die Füße gelassen werden. Falls möglich, sollten die Füße nicht den ganzen Tag in Schuhen stecken. Wundheilsalben können die Heilung beschleunigen. Viele Salben wirken antiseptisch, damit sich Kratzwunden nicht entzünden können. Ist eine allergische Reaktion die Ursache für Juckreiz auf den Fersen, kann der Hautarzt einen Allergietest vornehmen. Er kann feststellen, wodurch der Juckreiz hervorgerufen wird. Der Patient muss die jeweilge Ursache vermeiden, indem er auf bestimmte Nahrungsmittel verzichtet oder Waschmittel und Pflegeprodukte wechselt.

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung von Juckreiz ist die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit durch spezielle Geräte zur Analyse von Gefäß- und Nervenproblemen. Die anschließende Behandlung erfolgt durch eine Therapie. Eine Sofortmaßnahme ist die Kühlung der betroffenen Stellen. Der Mangel von Nährstoffen oder Vitaminen kann durch eine Infusion, aber auch oral vorgenommen werden. Liegen akute Schmerzen vor, können diese durch Verwendung krampflösender Medikamente (Antikonvulsiva) gelindert werden.

Eine weitere Reduzierung von Schmerzen wird durch Akupunktur oder Akupressur erreicht. Die direkte Schmerzbehandlung kann durch ein lokales Anästhetikum erfolgen. Dieses wird entweder ambulant oder während eines Klinikaufenthaltes über eine Zeitspanne von etwa zwei Wochen verabreicht. Unter Umständen kann eine Betäubung notwendig werden, um die Ursachen des Juckreizes besser zu kontrollieren. Diese Betäubung kann in bestimmten Abständen oder permanent erfolgen.



Vorbeugung

Um der Bildung von Juckreiz an den Fersen vorzubeugen, sollte jeder Betroffene die Ursache analysieren und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Betroffene sollten entsprechende Maßnahmen nicht auf Verdacht hin einleiten. Klarheit schafft nur ein Besuch bei einem Arzt. Dieser ermöglicht eine genaue Diagnose über die Ursache für den Juckreiz. Liegt die Diagnose vor, kann der richtige Wirkstoff gewählt werden. Nur dieser dient der gezielten Bekämpfung einer möglichen Erkrankung.

Bücher über Juckreiz

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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