Hitzepickel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juni 2015
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Hitzepickel ist ein allgemeiner Ausdruck für einen Ausschlag, der in Form von roten Bläschen auf der Haut in Erscheinung tritt. Er entsteht, wenn die Schweißdrüsen bei starker Transpiration blockieren.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Hitzpickel?

Hitzepickel, medizinisch als Miliaria bezeichnet, ist eine häufig aufkommende Form des Hautausschlags, der zumeist Säuglinge und Kleinkinder, aber aber auch Erwachsene befallen kann; insbesondere bei sehr warmen und feuchten Wetter.

Hitzepickel entstehen bei einer gesteigerten Transpiration der Haut. Wenn die Schweißporen verstopfen, kann der Schweiß nicht austreten und bleibt in der Haut eingeschlossen. Dies kann sich als kleine rote Pickel bis hin zu größeren Knoten bemerkbar machen.

Einige Formen der Hitzepickel erzeugen einen starken, unangenehmen Juckreiz, oder ein Prickeln unter der Haut. In den meisten Fällen heilen die Hitzepickel von allein wieder ab. Nur sehr ernste Fälle benötigen medizinische Behandlung. Die einfachste Behandlung besteht aus dem Kühlen der Haut und dem Vermeiden des Schwitzens.

Ursachen

Hitzepickel entstehen, wenn die Schweißporen verstopfen. Durch das Verschließen des Schweißes in der Haut entstehen Rötungen und Pickel. Es ist nicht immer eindeutig, warum die Schweißporen verstopfen, doch folgende Faktoren spielen eine wichtige Rolle.

  • Unausgereifte Schweißporen: Kurz nach der Geburt sind die Schweißporen nicht nicht vollständig entwickelt, daher entstehen bei Säuglingen schnell Hitzepickel. Besonders bei warmen Wetter, zu warmer Kleidung oder bei Fieber.
  • Tropisches Klima: Heißes, stickiges, feuchtes Wetter kann auch bei Erwachsenen zu Hitzepickeln führen.
  • Körperliche Arbeit/ Sport: Bei vermehrter Bewegung transpiriert der Körper auch vermehrt; auch durch diese Überaktivität können die Poren blockieren.
  • Bestimmte Kleidung: Dichte Kleidung, die wenig Luft an die Haut lässt, kann ebenso zu Hitzepickeln führen.
  • Medikamente: Einige Medikamente stimulieren die Schweißporen und führen zu Hitzepickeln (Clonidin, Betablocker, Opiate).
  • Überhitzung: Besonders im Winter neigen Menschen dazu, sich unter zu viele Decken zu legen und dadurch stark zu schwitzen.
  • Cremes und Salben: Einige schwere Cremes und Salben können ebenso die Funktion der Schweißporen beeinträchtigen.

Diagnose und Verlauf

Zur Diagnose von Hitzepickeln sind keine besonderen Tests und Verfahren notwendig. Der Arzt führt lediglich eine physische Untersuchung durch, um den Ausschlag festzustellen. Erwachsene entwickeln Hitzepickel vor allem an Körperstellen, an denen die Haut aufeinanderliegt und in Hautfalten. Bei Neugeborenen kann der Ausschlag praktisch überall auftreten, besonders aber am Oberkörper. Es gibt drei verschiedene Arten von Hitzepickeln. Sie unterschieden sich durch den Ort, an dem die Poren blockieren.

Miliaria crystallina: Dies ist die mildeste Form. Der Schweiß sammelt sich in der obersten Hautschicht und tritt als kleine, mit Flüssigkeit gefüllten, Bläschen auf. Sie sind in der Regel nicht schmerzhaft und heilen ab, wenn weniger geschwitzt wird.

Miliaria rubra: Diese Form der Hitzepickel entsteht in einer tieferen Hautschicht (Epidermis) und wird meist durch tropische Temperaturen oder lange Bettlägerigkeit hervorgerufen. Erkannt wird diese Form zumeist durch größere rote Knoten, einem prickelnden Gefühl und einem Versiegen der Schweißproduktion in der betroffenen Region.

Miliaria profunda: Eine sehr seltene, nur bei Erwachsenen auftretende Form der Hitzepickel. Tritt meist nach harter Arbeit auf und zeigt sich als fleischfarbene wellige Verfärbung. Verminderte Transpiration kann zu Schwindel führen.

Behandlung und Therapie

Hitzepickel entwickeln sich in der Regel nach einigen Tagen von alleine zurück. Ein Arzt sollte erst aufgesucht werden, wenn die Symptome trotz Kühlung nach Tagen nicht verschwinden, sich verschlimmern und Entzündungen auftreten. Die beste und direkteste Behandlung ist das Reduzieren von Transpiration.

Betroffene sollten sich in kühlen, akklimatisierten Räumen aufhalten und möglichst wenig und atmende Kleidung tragen. Falls keine Klimaanlage vorhanden ist, sollten Ventilatoren verwendet werden und für eine gute Durchlüftung gesorgt werden. Außerdem sollte körperliche Aktivität vermieden werden, um Schwitzen zu vermeiden. Bleibt die Haut trocken und kühl, heilen die Hitzepickel von allein. Wenn der Ausschlag dennoch nicht abheilt, existieren einige zusätzliche Methoden der Behandlung.

Wasserfreies Lanolin: Eine Salbe zum Auftragen auf die Haut. Calamine Lotion: Ebenfalls zum Auftragen auf die Haut, mildert den Juckreiz. Auch wenn die Hitzepickel selbst nicht gefährlich sind, sind sie häufig ein Anzeichen der körperlichen Überanstrengung.

Wenn der Betroffene sich an einem Ort aufhält, an dessen klimatischen Bedingungen er nicht gewöhnt ist, kann es schnell zu Überanstrengungen kommen. Ein Hitzeschlag kann hier nur die erste, schwerwiegende Folge sein. Es ist wichtig sich möglichst kühl zu halten und auf solche Anzeichen des Körpers zu achten.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Hitzepickeln sollte man sich bei heißem Wetter oft in kühlen, geschützten Bereichen aufhalten, viel trinken und Obst essen, das reich an Wasser ist. Kleidung sollte aus einem leichten, gut atmenden Stoff bestehen, der Luft an die Haut lässt und somit die Schweißporen vor der Verstopfung schützt.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

pitcher kommentierte am 07.07.2015 um 22:23 Uhr

Hier eine Mischung, die bei mir ziemlich gut wirkt und definitiv - inzwischen seit Jahren - die Lebensqualität im Sommer deutlich gesteigert hat: Resorcinum 5,0 g, Alocohol isopropylicus 428.80 g, Aqua purificata 66,20 g (Mittel kühl und dunkel lagern)! Die Mischung wird rezeptfrei in Apotheken (Kosten: ca. 10 - 15 €) gemixt. Diese Menge reicht (mit Zerstäuber!) ca. einen Sommer. Die betroffenen Hautstellen damit besprühen (1-2x täglich, evtl. nach Schwitzphasen) Nach 2-3 Tagen ist eine deutliche Besserung spürbar und der Juckreiz, sowie die Rötungen verschwinden. Sind die Hitzepickel weg (bei mir miliaria rubra), das Wetter aber weiterhin heiß, sprüh ich mich vorsorglich ca. 1-2x/Woche ein. (Das Rezept hab ich vor Jahren im Internet gefunden. Ich glaube, es war die Homepage der Uniklinik Leipzig, weiß es aber nicht mehr genau.)

Professor Kecy Döner kommentierte am 16.07.2015 um 17:57 Uhr

Es ist besonders ratsam, die betroffenen Stellen mit ein wenig Lavendelöl einzureiben. Das Kratzen bei starken Juckreiz sollte vermieden werden, da es zu Hautirritationen führen kann und das Bein oder andere Körperstellen dadurch äußerst unästhetisch werden. Auch auf ein luftiges Schuhwerk sollte Acht gegeben werden, so können beispielsweise Lederschuhe Hitzepickel an Knöcheln und Füßen hervorrufen, da der Fuß so gut wie gar keine Luft bekommt und sich buchstäblich zu Tode schwitzt.