Hinken (Humpeln)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Januar 2015
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Hinken (Humpeln) entsteht durch einen Gehfehler und schränkt die Mobilität der Betroffenen stark ein. Die Ursachen sind ebenso vielfältig wie die Behandlungsmöglichkeiten. Hinken lässt sich in einem begrenzten Rahmen auch vorbeugen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hinken (Humpeln)?

Als Hinken (Humpeln) bezeichnet man einen unregelmäßigen Gang, welcher die Verlangsamung der Schritte zur Folge hat. Je nachdem, wie stark die Erkrankung ausgeprägt ist, tragen die Betroffenen unter Umständen starke Beeinträchtigungen im täglichen Leben davon. Es existieren verschiedene Formen des Hinkens. Zum einen gibt es das Versteifungshinken und zum anderen das Verkürzungs- und Schmerzhinken. Die jeweilige Form wird wiederum in das psychogene, intermittierende, Lähmungs- und Hüfthinken unterteilt.

Darüber hinaus existieren weitere Ausprägungen des Hinkens. Verschiedenste Ursachen können diese auslösen. Da jede Art der Beeinträchtigung auch als so genannte Mischform auftreten kann, ist eine genaue Diagnostik mitunter aufwändig.

Ursachen

Die Ursachen für das Hinken (Humpeln) sind vielfältig und können sowohl psychische als auch physische Störungen zur Grundlage haben. Im Normalfall ist der Halte- und Stützapparat des Beines beeinträchtigt und die Nerven sind geschädigt. Dadurch können die Nervenimpulse nicht mehr richtig weitergeleitet werden, was letztlich zum Humpeln führt.

Beim so genannten hysterischen Hinken sind die Ursachen dagegen stets psychischer Natur und können durch entsprechende Maßnahmen fast immer behoben werden. Eine Ursache für Hinken sind etwa zwei verschieden lange Beine. Diese Form ist angeboren und kann durch Operationen behoben werden. Daneben können Versteifungen und Muskelkontraktionen, ein Klumpfuß oder sonstige Deformierungen des Fußes und der Beine die Ursache sein.

Auch Schäden am Knie- oder Hüftgelenk lösen häufig ein lang- oder mittelfristiges Hinken aus. Darüber hinaus kann das Humpeln auch durch Arthrose oder andere Gefäßerkrankungen auftreten. Rheumatische Erkrankungen wie zum Beispiel Gicht führen ebenfalls zu zeitweiligem Humpeln. Lähmungen, Knochenerkrankungen und Amputationen sind weitere mögliche Ursachen. Zuletzt kann auch eine Verlagerung des Beckens verantwortlich für das Humpeln sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Hinken (Humpeln):

Die Symptome, an denen sich ein Hinken (Humpeln) erkennen lässt, sind relativ eindeutig. So zeigt sich die Beeinträchtigung in erster Linie durch offensichtliche Gangstörungen, Gleichgewichtsprobleme und Bewegungseinschränkungen. Auch ein andauernder Schmerz im Bein kann als erstes Symptom für Hinken gedeutet werden.

Der Verlauf der Erkrankung hängt stark von den jeweiligen Ursachen ab. Tritt durch einen Unfall beispielsweise eine Lähmung am Bein ein, ist das Humpeln zumeist die sofortige Folge. Bei Arthrose dagegen, können sich die Beschwerden nach und nach verschlimmern.

Diagnose

Die Diagnose des Hinkens (Humpelns) wird durch verschiedenste Methoden ermöglicht. In erster Linie wird das Gangbild des Betroffenen studiert und optisch untersucht. Zudem werden Muskel- und Skelettapparat genauestens unter die Lupe genommen und anhand dessen die Diagnose gestellt. Auch neurologische Verfahren kommen im Rahmen der Diagnostik zum Einsatz.

Um die Ursachen abzuklären, wird in vielen Fällen auch auf diverse bildgebende Verfahren wie Röntgen oder ein MRT gesetzt. Ebenso wird ein Psychiater hinzugezogen, wenn beispielsweise der Verdacht auf ein psychogenes Hinken vorliegt. Zuletzt wird natürlich auch im Gespräch mit den Betroffenen ermittelt, wo die Ursachen liegen könnten. Anhand der Angaben und einer umfassenden Betrachtung des Gangbildes lässt sich ein Humpeln in vielen Fällen feststellen.

Behandlung

Nach der Diagnose lässt sich Hinken (Humpeln) auf vielseitige Weise behandeln. Die Behandlungen sind äußerst fortschrittlich und vereinen äußere und innere Anwendungen. Letztere sind im Normalfall sehr effizient und richten sich sehr nach den Ursachen des Hinkens. Im Großteil aller Fälle wird also auf kombinierte Therapien gesetzt. Daneben helfen operative Eingriffe, die Beschwerden zu lindern oder komplett zu heben.

Physiotherapeutische Verfahren sind zumeist die Folgen solcher Operationen und bestehen aus umfassenden Gymnastikübungen. Insofern die Beschwerden durch ein verkürztes Bein auftreten, wird ebenfalls auf operative Eingriffe gesetzt. Diese können die Probleme in vielen Fällen teilweise oder komplett beheben. Orthopädische Hilfsmittel sind in diesem Fall ebenfalls Teil der Behandlung.

Hysterisches oder psychogene Hinken wird im Rahmen verschiedener Therapien behandelt, deren Ziel es ist, das seelische Gleichgewicht wieder herzustellen. In Kombination mit entsprechenden Medikamenten ist die Chance, Hinken dieser Art zu kurieren sehr hoch. Das Hüfthinken letztlich, wird durch eine Operation am Trochanter behandelt. Dem folgt unter Umständen ebenfalls eine Physiotherapie mit den entsprechenden Maßnahmen.

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Vorbeugung

Hinken (Humpeln) lässt sich durch Beintraining relativ gut vorbeugen. In erster Linie wird dabei das Muskel- und Bändersystem der Beine gestärkt. Ist die Beeinträchtigung angeboren oder durch einen Unfall entstanden, können keine vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden. Jedoch kann umfassende physiotherapeutische Behandlungen verhindert werden, dass sich das Humpeln verstärkt.

Zudem kann Unfällen in vielen Fällen vorgebeugt werden. So ist es beispielsweise sinnvoll, dauerhafte Fehlbelastungen zu vermeiden, um zu verhindern, dass Knochen und Gelenke überlastet werden und zu Schaden kommen. Rheumatischen Erkrankungen wie beispielsweise Gicht kann durch eine gesunde Ernährung gut vorgebeugt werden. Da gewisse Stoffwechselstörungen allerdings angeboren sind, kann ein rheumatisches Humpeln nur in einem gewissen Rahmen vermieden werden.

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