Beinlängendifferenz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Dezember 2014
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Bemerkt der Patient einen Unterschied zwischen der Beinlänge, spricht man von einer Beinlängendifferenz. Oftmals stellt der Arzt die Diagnose zufällig; nur selten klagt der Patient über Probleme auf Grund der Beinlängendifferenz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Beinlängendifferenz?

Der Mediziner bezeichnet eine unterschiedliche Länge der unteren Extremitäten (von der Hüfte bis zum Fuß) als sogenannte Beinlängendifferenz. Leidet der Patient unter kleineren Unterschieden, ist keine Therapie oder Behandlung notwendig. Fast jeder Mensch hat geringere Beinlängendifferenzen.

Eine mögliche Therapie beginnt bei einem Unterschied von 6 bis 7 mm. Stellt der Arzt bei einem Kind eine Beinlängendifferenz fest, muss hier eine etwaige Therapie angeraten werden; eine Beinlängendifferenz kann im Alter wieder verschwinden bzw. gleicht sich die Differenz auf Grund des Wachstums aus. Der Arzt unterscheidet bei einer Beinlängendifferenz zwischen einer funktionellen und einer anatomischen Differenz.

Ursachen von Beinlängendifferenz

Die Ursachen von Beinlängendifferenz sind unterschiedlichen. Bei einer tatsächlichen Beinlängendifferenz sind folgende Ursachen möglich: Der Patient verfügt über eine angeborene Hüftluxation, Dysplasie epiphysealis hemimelica, einen Klumpfuß, Multiple kartilaginäre Exostosen oder Morbus Ollier sowie periphere longitudinale Hypoplasie, dem Proteus-Syndrom oder auch dem Riesenwuchs bei Klippel-Trenaunay-Weber-Syndrom. Weitere Möglichkeiten sind Coxa vara oder auch ein proximaler Femurdefekt.

Bei einer infektionsbedingten Beinlängendifferenz ist eine Osteomyelitis wie eine septische Koxitis möglich. Patienten leiden auch unter einer lähmungsbedingten Beinlängendifferenz (infantile Zerebralparese oder auch Poliomyelitis). Eine traumatische Beinlängendifferenz (Zustand nach einer Fraktur oder auch eine Verletzung der Epiphysenfuge) ist genauso möglich wie eine Beinlängendifferenz auf Grund eines Tumors.

Vor allem die solitäre Exostose, Mischtumore, Hämangiom, Ostitis fibrosa cystica generalisata sowie Riesenzelltumore oder auch fibröse Dysplasie sind ausschlaggebende Erkrankungen für eine Beinlängendifferenz. Viele Patienten haben auch eine Beinlängendifferenz auf Grund einer Beinfehlstellung (O-Beine oder X-Beine) sowie einer Nekrose des Hüftkopfes sowie Morbus Perthes.

Symptome und Verlauf von Beinlängendifferenz

Typische Symptome einer Beinlängendifferenz:

Der Patient bemerkt nur selten eine Beinlängendifferenz. In der Regel klagt der Patient über Schmerzen in der Hüfte oder auch Rückenschmerzen. Selten bleibt eine therapiebedingte Beinlängendifferenz unbemerkt, da der Patient über Fehlstellungen klagt.

Ist die Beinlängendifferenz minimal, sodass keine Therapie erforderlich ist, klagt der Patient über keine Probleme. Oftmals bemerkt der Mediziner die Beinlängendifferenz auf Grund einer Routineuntersuchung. Diverse Symptome, die auf eine Beinlängendifferenz schließen lassen, sind auf Grund Begleiterkrankungen nur schwer erkennbar.

Diagnose von Beinlängendifferenz

Der Arzt stellt die Diagnose einer Beinlängendifferenz im Rahmen einer Ganzkörperuntersuchung. Mittels diverser Tests und Übungen bemerkt der Arzt, ob es sich um eine Beinlängendifferenz handelt oder nicht. Ein Röntgen kann den Ausschlag geben und bringt die Gewissheit, ob eine Beinlängendifferenz vorliegt.

Für den Arzt ist von wesentlicher Bedeutung, warum eine Beinlängendifferenz auftritt. Liegt es an etwaiger Vorerkrankungen oder noch nicht festgestellter Erkrankungen, oder sind es typische Fehlstellungen? Nach der Diagnose stellt der Arzt fest, um welche Beinlängendifferenz es sich handelt.

Somit entscheidet der Arzt nach der Diagnose, ob eine Behandlung erforderlich ist, oder ob die Differenz marginal ist. Ebenfalls entscheidet der Arzt dahingehend, ob der Patient bereits Schmerzen hat oder ein verändertes Gangbild wie Standbild durch die Beinlängendifferenz aufweist.

Behandlung von Beinlängendifferenz

Hat der Patient eine Beinlängendifferenz von weniger als drei Zentimeter, reichen im Endeffekt orthopädische Schuhzurichtungen. Das bedeutet, dass der Patient eine Absatzerhöhung sowie einen Sohlenausgleich und auch Schuheinlagen bekommt. Hat der Patient eine Beinlängendifferenz bis zu 12 Zentimeter, verordnet der Arzt orthopädische Maßschuhe. Diese Maßschuhe sind unter anderem Fußbettungsorthesen und sorgen für einen Ausgleich der Beinlängendifferenz.

Bei einer Beinlängendifferenz von über 12 Zentimeter benötigt der Patient bereits spezielle Etagenschuhe oder auch orthopädietechnische Beinorthesen. Auch eine operative Behandlung zur Behebung und Linderung der Beinlängendifferenz ist möglich.

Bei älteren Patienten ist oftmals eine Behandlung der Hüfte notwendig. Viele Patienten verfügen über ein arthrotisches Hüftgelenkt; hier entsteht eine Beinlängendifferenz auf Grund der Hüftprobleme. Der Arzt behandelt sodann die Beinlängendifferenz mittels der Behebung der Hüftprobleme. Ein Hüftkopfersatz reicht oftmals aus, damit die Hüfte nicht mehr schmerzt und gleichzeitig auch die Beinlängendifferenz behoben ist.

Da eine Beinlängendifferenz grundsätzlich auch die Haltung des Menschen beeinträchtigt - sowie auch das Gangbild - ist es wichtig, dass bei einer Behebung der Beinlängendifferenz eine Therapie verordnet wird. Typische Einheiten sind Übungen bei der physikalischen Therapie und Krankengymnastik.

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Vorbeugung von Beinlängendifferenz

Eine Beinlängendifferenz kann man nur im seltensten Fall vorbeugen. Schlussendlich ist das nur im Kindesalter möglich, wenn der Arzt tatsächlich eine Beinlängendifferenz feststellt.

Stellt der Mediziner die Diagnose im Erwachsenenalter fest, ist es zu spät bzw. tritt eine Beinlängendifferenz auch angeboren oder durch Erkrankungen auf. So kann eine Beinlängendifferenz nicht vorgebeugt werden, sodass im Endeffekt nur eine Therapie oder intensive Behandlung möglich ist.

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