Hepatitis E

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. September 2017
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Hepatitis E gehört zu den weniger bekannten Hepatitiskrankheiten, was sie aber nicht weniger gefährlich macht. Insbesondere Reisende sollten sich vor ihr schützen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hepatitis E?

Die Hepatitis E bezeichnet eine Infektionskrankheit der Leber beim Menschen. Dabei ist sie vor allen Dingen in ihrem Anfangsstadium kaum klinisch vom Krankheitsbild anderer Hepatitiserkrankungen zu unterscheiden. Trotz ihrer Gefährlichkeit spielt sie in Europa und insbesondere in höher entwickelten europäischen Staaten wie Deutschland kaum eine nennenswerte Rolle.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass Hepatitis E hauptsächlich in Asien, Nordafrika sowie in Südamerika vorkommt, während der europäische Raum bis heute von der Infektionskrankheit verschont geblieben ist. Um aber der Sicherheit der Bevölkerung wegen eine mögliche Ausbreitung in Deutschland so weit wie möglich unmöglich zu machen, sind Fälle von Patienten mit einer Hepatitis E Erkrankung meldepflichtig.

So schreibt es der Paragraf 7 Absatz 1 Nr. 23 des Infektionsschutzgesetzes vor. Damit sollen die wenigen Fälle einer Hepatitis E, die jährlich in Deutschland auftreten, registriert werden, um eine mögliche Mutation des Virus sowie eine sich anbahnende Verbreitung auch im europäischen Raum frühzeitig erkennen zu können.

Ursachen

Verursacht wird die Hepatitis E durch den namensgebenden Virus Hepatitis E (kurz: HEV). Der Umstand, dass es sich hier um einen hüllenlosen Virus handelt, macht den Virus umweltresistenter. Hüllenlos bedeutet dabei nicht, dass das Virus über keine ihn schützende Hülle verfügt. Vielmehr bedeutet dies, dass es keine aus einer Lipidschicht bestehende Hülle hat, sondern eine aus Nukleinsäure, was ihn deutlich umweltresistenter macht.

Während behüllte Viren wie HIV bereits kurze Zeit außerhalb eines Wirtes absterben bzw. inaktiv werden, können Hepatitis E Viren über Monate hinweg gefährlich bleiben. Optimale Überlebensbedingungen finden sie dabei in Kot und in Wasser. Aus diesem Grund gelten mit Hepatitis E Viren kontaminierter Kot sowie Wasser als Hauptansteckungsorte.

Immerhin erfolgt eine Ansteckung der Viren fäkal-oral. Das heißt, anders als beispielsweise bei einer Grippe verbreitet sich der Hepatitis E Virus nicht über die Luft durch Tröpfcheninfektion, sondern nur dann, wenn der Betroffene kontaminierte Gegenstände, namentlich verunreinigte Nahrungsmittel und Wasser, oral einnimmt.

Wann zum Arzt?

Bei typischen Anzeichen einer Hepatitis-E-Infektion, etwa heller Stuhl, eine Dunkelfärbung des Urins und eine Gelbfärbung der Augen, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt vor allem für Schwangere und Reisende, die kürzlich von einer Tropenreise zurückgekehrt sind. Besonders gefährdet sind auch Menschen mit chronischen Leberschäden, einem geschwächten Immunsystem oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer sich zu diesen Risikogruppen zählt, sollte genannte Symptome umgehend abklären lassen. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein konkreter Verdacht auf eine Hepatitis-E-Infektion vorliegt.

Sollte es im Verlauf der Erkrankung zu Komplikationen kommen, muss umgehend der Notarzt alarmiert werden. Zu den typischen Warnzeichen gehören Herz-Kreislauf-Beschwerden, Lungenschmerzen und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Wenn diese Symptome auftreten, liegt womöglich bereits ein akutes Leberversagen oder eine Entzündung der inneren Organe vor – sofortige medizinische Hilfe ist lebenswichtig. Je nachdem wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, ist im Anschluss unter Umständen ein längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich, um eine Neuinfektion und mögliche Komplikationen auszuschließen.

Symptome und Verlauf

Typische Anzeichen einer Hepatitis:

Die ersten Symptome zeigen sich frühesten zwei Wochen und spätestens drei Monate, nachdem der Hepatitis E-Virus in den Körper eingedrungen ist. Zu den typischen Symptomen zählen Fieber und Kopfschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. In fortgeschrittenen Fällen kommen ferner eine Gelbfärbung des Augenweißes sowie eine Dunkelfärbung des Urins und des Stuhls hinzu als Zeichen einer Hepatitis E Erkrankung.

Diagnose

Eine Infektion mit dem Hepatitis E Virus lässt sich nicht am klinischen Bild feststellen. Auch ihre typischen Symptome können keine verlässliche Aussage über das Vorliegen der Krankheit geben. Insoweit ist ein obligatorischer Bluttest erforderlich, der zusätzlich zum Blutbild noch genauere Auskünfte über die Leberwerte des Patienten geben kann. Sofern diese sich in einem anormalen Bereich befinden, muss der Arzt weitere Diagnosemaßnahmen ergreifen, um festzustellen, ob wirklich Hepatitis E Viren sich im Körper des Patienten befinden.

Hierzu gibt es zwei Alternativen. Eine davon ist der Antikörpertest. Für gewöhnlich reagiert der Körper spezifisch auf einen Befall mit Hepatitis E Viren und bildet Antikörper. Sollte sich eben diese Antikörper feststellen lassen, ist von einem Befall mit Hepatitis E auszugehen. Alternativ kann auch der Stuhl des Patienten auf Reste der Virus-DNA (genauer genommen Virus-RNA) untersucht werden.

Komplikationen

In den meisten Fällen führt die Hepatitis E nicht zu lebensgefährlichen Komplikationen. Vor allem bei einer frühzeitigen und vor allem richtigen Behandlung können Komplikationen relativ gut vermieden und ausgeschlossen werden. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an einer starken allgemeinen Schwäche und auch an einer Müdigkeit. Nicht selten kommt es auch zu einer Gelbsucht und zu verschiedenen anderen Beschwerden an der Leber. Auch eine Appetitlosigkeit und ein Gewichtsverlust können durch die Hepatitis E auftreten. Die Betroffenen leiden dabei weiterhin auch an Schmerzen im Magen und im Bauch und nicht selten auch an Fieber. Ebenso können Juckreize und Rötungen auf der Haut auftreten und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verringern. Bei Kindern führt die Hepatitis E in den meisten Fällen nicht zu besonderen Komplikationen. Mit Hilfe von Medikamenten können die Beschwerden der Hepatitis E gut eingeschränkt werden. Komplikationen können bei Schwangeren auftreten, sodass es im schlimmsten Falle zum Tode des Betroffenen kommt. In der Regel findet die Behandlung mit Hilfe von Antibiotika und Bettruhe statt und kann die Beschwerden deutlich lindern.

Behandlung und Therapie

Bis heute gibt es keine kausale Therapie; die Erkrankungen mit dem Hepatitis E Virus ist somit nicht medikamentös heilbar. Dies ist aber auch in der Mehrheit der Fälle nicht notwendig, da sie sich für gewöhnlich binnen weniger Wochen selbst zurückentwickelt. Nichtsdestotrotz können in der akuten Phase einer Hepatitis E Infektion schwere Schäden an der Leber entstehen, was später in chronischen Erkrankungen münden kann.

Insofern sind begleitende Behandlungen zur Milderung der Symptome unentbehrlich. Den wichtigsten Beitrag kann der Patient selbst erbringen, indem er so weit wie möglich sich und vor allen Dingen seine Leber schont. Dazu gehört in erster Linie der Verzicht auf Alkohol während der akuten Phase der Hepatitis E Erkrankung sowie der zeitweise Verzicht auf Medikamente, die aufgrund ihrer Wirkstoffe die Leber belasten könnten.



Vorbeugung

Die beste Vorbeugung einer Hepatitis E Infektion könnte eine Impfung sein, wie es sie bei anderen Hepatitiserkrankungen gibt. Allerdings sind zurzeit keine erhältlich - zumindest nicht in Deutschland. In der Volksrepublik China existiert seit Mitte 2012 ein Vakzin, deren Wirksamkeit in groß angelegten Studien bereits bestätigt wurde.

Wann der Wirkstoff in Deutschland zugelassen wird, ist derzeit unbekannt (Stand: 2013). Angesichts der sehr geringen Verbreitung in Deutschland sind präventive Schutzmaßnahmen nur dann notwendig, wenn in Regionen mit hoher Hepatitis E Prävalenz gereist wird, namentlich in Asien, Nordafrika und Südamerika.

Hier sollten Reisende Wasser nur aus versiegelten Flaschen trinken sowie keine rohen Lebensmittel verzehren, sondern sie entweder sorgfältig waschen oder bestenfalls nur gekocht zu sich nehmen, um eine Infektion mit Hepatitis E Viren möglichst vorzubeugen.

Bücher über Hepatitis

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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