Erhöhte Leberwerte

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. September 2016
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Die Leber ist ein sehr regenerationsfähiges Organ, welches sich durch erhöhte Leberwerte, jedoch nie durch Schmerzen bemerkbar macht. Die Leber besitzt zudem die einzigartige Eigenschaft, ihre Schäden selbst zu reparieren beziehungsweise sich eigenständig zu regenerieren. Erhöhte Leberwerte im Blut zeigen allerdings, dass vor kurzer Zeit diverse Leberzellen verloren gegangen sind.

Inhaltsverzeichnis

Was sind erhöhte Leberwerte?

Die Aufgaben und Funktion der Leber sind vielschichtig. Sie reichen von der Verwertung verschiedener Fette bis zum Schutz vor diverser Krankheitserregern. Auf akute Erkrankungen oder Giftstoffe kann die Leber sich, außer durch erhöhte Leberwerte, mit unterschiedlichen Weisen bemerkbar machen. Ist der Giftstoff extrem stark, kann die Leber komplett zerstört werden und somit der Tod eintreten.

Ist die Erkrankung schwächer, regeneriert sich die Leber eventuell folgenlos selbst (zum Beispiel bei Hepatitis A). Wird beispielsweise durch Alkohol ein chronischer Reiz ausgeübt, kann eine Leberzirrhose entstehen. Erhöhte Leberwerte deuten somit auf eine Leberentzündung beziehungsweise -schaden hin. In dieser Situation sollte der Ursache auf den Grund gegangen werden.

Anatomie der Leber.

Ursachen

Als bekannteste Ursache erhöhter Leberwerte stellt sich wohl übermäßiger Alkoholkonsum dar. Doch kommen diverse andere Faktoren für eine Normalwertüberschreitung der Leberwerte in Betracht.

Neben Medikamenten wie auch Drogen jeder Art sind es im Besonderen auch Bakterien, Viren und Parasiten wie auch eine zu fetthaltige Ernährung oder etwa verengte Gallenwege, welche für erhöhte Leberwerte in Betracht kommen. Somit sind erhöhte Leberwerte keineswegs harmlos, sondern können oftmals ein wichtiger Hinweis auf eine ernstzunehmende Erkrankung.

So können erhöhte leberwerte zum Beispiel auf Ursachen wie Diabetes, Eisenüberschuss oder Immunsystem-Erkrankungen oder Giftstoffe aus der Arbeitswelt (Stoffwechsel-, Autoimmun- oder toxische Erkrankungen sowie virale Leberentzündung) hinweisen. Des Weiteren können seltene Erbkrankheiten wie auch Darm- oder Muskelerkrankungen die Ursache für erhöhte Leberwerte sein.

Krankheiten mit erhöhten Leberwerten

Diagnose und Verlauf

Mögliche Symptome für erhöhte Leberwerte:

Bei einer klinischen sowie auch körperlichen Untersuchung versucht der behandelnde Arzt zwecks Diagnose Veränderungen an der Leber zu ertasten, da erhöhte Leberwerte oftmals Verhärtungen an dem Organ hervorrufen. Dies kann allerdings meistens nur bei sehr schlanken Menschen oder bei äußerst stark vergrößertem Organ Erfolg versprechend sein.

Während der klinischen Untersuchung können zudem die unterschiedlichen Hautsymptome entdeckt werden, welche durch erhöhte Leberwerte entstehen. So zeigt sich beispielsweise eine Gelbfärbung auf der Haut sowie der Bindehaut in den Augen (Ikterus).

Diverse Kratzeffekte machen sich aufgrund des allgemeinen Juckreizes auf einigen Hautbereichen sichtbar. Sternförmige Erweiterungen (Spider naevi) einiger Blutgefäße zeigen sich auf der Hautoberfläche. Silberweiße bis hell rosa Verfärbungen der Fuß- und Fingernägel, eine glatte, rötlich-violette trockene Zunge sowie glatte lackrote Lippen (Lacklippen) sind weitere Anzeichen einer akuten Lebererkrankung.

Behandlung und Therapie

Damit sich erhöhte Leberwerte wieder normalisieren, lassen sich unterschiedliche Therapien einsetzen. Liegt die diagnostizierte Ursache innerhalb der Ernährungsweise, werden zunächst eingefahrene Gewohnheiten bei den Nahrungsmitteln umgestellt und eventuell eine langsame Gewichtsreduktion empfohlen.

Liegt die Ursache für erhöhte Leberwerte bei viralen Infektionen, lassen sich unter Umständen spezielle Medikamente einsetzen. Bei bakteriellen Leberentzündungen hat sich eine Therapie mit Antibiotika bereits bewährt. Grundsätzlich gilt es allerdings, zukünftige Belastungen der Leber so weit wie möglich zu vermeiden, sodass erhöhte Leberwerte zurückgehen. Dies bedeutet, dass keine Drogen oder Alkohol und toxische Substanzen beziehungsweise Arzneimittel einzunehmen sind.

Das einfache Absetzen wichtiger Medikamente, welche für andere problematische Erkrankungen dringend benötigt werden, kann meistens nicht erfolgen. In diesem Fall sollte der jeweilige Arzt im Sinne seines Patienten nach wirkungsvollen Alternativen suchen. Wenn möglich lassen sich Spezialisten wie beispielsweise Gastroenterologen oder Hepatologen mit einbeziehen.

Weisen erhöhte Leberwerte auf eine Gallenwegs-Erkrankung hin muss eventuell ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden. Diese Möglichkeit besteht besonders dann, wenn ein Rückstau der Gallenflüssigkeit erfolgt ist.

Erhöhte Leberwerte können zudem von Gallensteinen begünstigt worden sein, sodass diese während des Eingriffs beseitigt werden können. Bestehen die Gallensteine allerdings aus Cholesterin, lassen sie sich normalerweise durch eine medikamentöse Auflösung (Lyse) entfernen.



Vorbeugung

Die wichtigsten Schutzmaßnahmen, um erhöhte Leberwerte zu verhindern, sind die Reduktion des Alkoholgenusses sowie der Abbau eventuellen Übergewichts, damit die Leber sich wieder selbst vollständig regenerieren kann. Des Weiteren lassen sich erhöhte Leberwerte durch Verzicht auf tierische Fette absolut vermieden. Ungesättigte Fette wie zum Beispiel Leinöl oder Olivenöl sowie Nüsse unterstützen die Leber.

Stark angebratene/scharf gegrillte Nahrung kann erhöhte Leberwerte jedoch begünstigen. Um die Leber auf milde Weise anzuregen, können bittere Gewürze, Gemüse und Kräuter in den Ernährungsplan mit aufgenommen werden. So sind beispielsweise Radicchio, Endivien oder Löwenzahn die ideale Grundlage für einen perfekten "Lebersalat". Spezielle Tees, welche Enzian, Wermut oder Schafgarbe enthalten, lassen erhöhte Leberwerte nicht aufkommen.

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