HWS Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. September 2017
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Bei dem HWS-Syndrom handelt es sich in der Regel sowohl um chronische als auch akute schmerzhafte Beschwerden und Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule. Die Bezeichnung HWS-Syndrom bezieht sich auf einen beschränkten Körperbereich, die Halswirbelsäule (HWS).

Inhaltsverzeichnis

Was ist das HWS Syndrom?

Bei den Erkrankungen der Wirbelsäule werden das zervikale Syndrom (HWS), das thorakale (BWS) und das lumbale, das Lendenwirbel- oder LWS Syndrom klassifiziert. Ein Syndrom, insbesondere auch ein Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom) stellt immer einen Komplex spezieller und auch allgemeiner Krankheitszeichen dar.

Wirbelsäulenerkrankungen und spezielle Kombinationen von Symptomen an der Halswirbelsäule (HWS), die als HWS Syndrom zusammengefasst werden, begleiten immer mehr Menschen in ihrem Alltag. Die Betroffenen kommen aus den unterschiedlichsten Altersgruppen, wobei die Wahrscheinlichkeit an einem Halswirbelsäulensyndrom zu erkranken mit steigendem Lebensalter zunehmen kann.

Ursachen

Die Ursachen für ein HWS-Syndrom können zu überaus langwierigen und schmerzhaften Erscheinungen führen.

Die ursächlichen Zusammenhänge eines HWS-Syndroms bestehen meist in inneren Veränderungen an der Halswirbelsäule, die zu sogenannten Blockaden an speziellen Nervenbereichen führen können.

Darüber hinaus können die Beschwerden auch durch Blockierungen an den Halswirbeln entstehen.

Durch permanente Fehlhaltungen und Überbeanspruchungen der Halswirbelsäule sowie durch altersbedingte Abnutzungserscheinungen an den knöchernen Wirbelkörpern selbst und Beeinträchtigungen der Bandscheiben werden die Nervenbereiche gereizt, die ein HWS-Syndrom begünstigen.

Wann zum Arzt?

Nach einem Sturz oder Unfall, bei dem die Halswirbelsäule involviert war, muss schnellstmöglich eine ärztliche Konsultation erfolgen. In vielen Fällen können Beschwerden nur schwer oder gar nicht ohne eine umfangreiche Untersuchung zugeordnet werden. Um dadurch keine dauerhaften Schäden zu verursachen, sollte unmittelbar nach einer Verletzung am Hals ein Arzt aufgesucht werden.

Treten dumpfe Schmerzen an den Armen, den Schultern, am Hals oder am Rücken auf, ist ein Arztbesuch notwendig. Bemerkt der Betroffene Hautirritationen, sollte er einen Arzt aufsuchen. Betroffene berichten von einem Gefühl an den Händen oder Armen, das sie als Ameisenlaufen beschreiben. Es kribbelt und gilt als unangenehm. Bei anhaltenden Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit, muss ein Arztbesuch erfolgen. Mehrmaliges Erbrechen, Abgeschlagenheit und ein plötzlicher Verlust der eigenen Kraft, sind von einem Arzt untersuchen und behandeln zu lassen.

Bei Störungen der Sehkraft oder des Hörens, ist ebenfalls ein Arztbesuch notwendig. Kommt es zu Appetitlosigkeit, Trägheit oder dem Verlust des Geschmacksempfindens, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Störungen bei der Funktionstätigkeit der Gelenke oder Einschränkungen der Bewegungsmöglichkeiten gelten als besonders besorgniserregend. Die Bewegungen sind zu verlangsamen und ein Arzt sollte nach Möglichkeit ohne weitere Erschütterungen aufgesucht werden. Zusätzliche Belastungen können zu dauerhaften Schäden der Nervenbahnen entlang der Wirbelsäule führen.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome von HWS Syndrom:

Da es sich beim HWS-Syndrom um ganz verschiedenartige Symptome handelt, die auch andere Organe beeinträchtigen, wird die Diagnosestellung oftmals von sogenannten Fehldiagnosen begleitet. Neben dauerhaft anhaltenden und regelmäßig wiederkehrenden Spannungsschmerzen, die insbesondere als quälende Kopfschmerzen zutage treten, kann es beim HWS-Syndrom zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln in den Armen, Schwindel, Sehstörungen und anderen Missempfindungen kommen. Die große Vielschichtigkeit der Symptome des HWS-Syndroms zeigt sich darin, dass Einschränkungen der Beweglichkeit durch die mehr oder weniger starken Schmerzen auftreten. Sowohl im Rücken als auch in den Armen und Beinen ist die Beweglichkeit erschwert.

Diagnose

Um das HWS-Syndrom zu diagnostizieren, muss der Arzt den Patienten im Anschluss an die Anamnese körperlich untersuchen. Dabei tastet er die Muskulaturstränge im Bereich von Schultern und Nacken ab. Durch das Tasten stellt er fest, inwieweit die inneren Ränder der Schulterblätter Schmerzen verursachen. Bei vielen Patienten liegt zudem eine Bewegungseinschränkung des Kopfes in Form des sogenannten steifen Halses vor. Die Beschwerden des Patienten sind in der Regel auf eine statische Überlastung zurückzuführen, die ausschließlich die Muskulatur im Bereich der Halswirbelsäule betrifft.

Im Anschluss an die körperliche Untersuchung veranlasst der Arzt zur Absicherung der Diagnose HWS-Syndrom eine weitere Untersuchung im Rahmen bildgebender Verfahren. Mit deren Hilfe lassen sich andere Krankheiten der Wirbelsäule oder der Bandscheibe ausschließen. Dazu hat er mehrere Möglichkeiten.

Über eine Röntgenaufnahme bekommt er Informationen über mögliche Fehlstellungen der Wirbelsäule. Allerdings erkennt der Arzt anhand der Röntgenbilder nicht, ob die Schmerzen des Patienten daher rühren. Die Computertomografie macht hingegen auch Bandscheiben, Nerven und Muskeln sichtbar.

Wenn ein Bandscheibenvorfall Ursache der Schmerzen ist, zeigt das die CT. Noch bessere Diagnosemöglichkeiten bietet das MRT. Mithilfe der Kernspintomografie lassen sie Veränderungen an der Bandscheibe im frühen Stadium erkennen. Auch andere Ursachen der Schmerzen wie Tumore oder Veränderungen der Gefäße werden sichtbar.

Komplikationen

Das HWS Syndrom ist in erster Linie mit starken Schmerzen verbunden. Diese Schmerzen treten in der Regel an den Schultern und am Nacken auf und können dabei die Lebensqualität des Betroffenen deutlich verringern. Ebenso breiten sich die Schmerzen nicht selten in den Kopf aus. Weiterhin leiden die Betroffenen nicht selten an einer verringerten Belastbarkeit und an einer Abgeschlagenheit. Es kommt zu Schwindel und zu Störungen der Durchblutung. Auch Sehstörungen und Hörbeschwerden können durch das HWS Syndrom auftreten und dabei den Alltag des Betroffenen erheblich einschränken. Vor allem bei jungen Menschen können Sehbeschwerden oder Hörbeschwerden zu psychischen Einschränkungen oder Depressionen führen.

Weiterhin kann das HWS Syndrom auch zu einem Kribbeln oder zu Störungen der Sensibilität und sogar Lähmungen führen. Möglicherweise nimmt der Betroffene aufgrund der Schmerzen auch eine Schonhaltung ein, die die Beschwerden allerdings nur weiter verstärkt. Die Behandlung des HWS Syndroms erfolgt in der Regel durch verschiedene Therapien und Massagen. Auch mit Hilfe von Schmerzmitteln können die Beschwerden eingeschränkt werden. Dabei kommt es nicht zu Komplikationen. Eventuell ist die Lebenserwartung des Betroffenen durch das HWS Syndrom verringert, wenn es durch einen Tumor verursacht wird.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung des HWS-Syndroms erfolgt in Abhängigkeit von dessen Ausprägung und der Lokalisation der Ursachen sowie den Beschwerden. In der Regel werden gezielt gewählte Medikationen gegen das HWS-Syndrom eingesetzt.

Neben muskelentspannenden und entzündungshemmenden sowie schmerzlindernden Arzneimitteln gelten physiotherapeutische Therapien ebenfalls als wirksame Behandlungen. Alternative Verfahren wie Akupunktur sowie chiropraktische Eingriffe sind ebenfalls recht hilfreich gegen das HWS-Syndrom.

Darüber hinaus haben sich im Rahmen der alternativen Therapien gleichsam Techniken wie die Osteopathie und das Rolfing zur Behandlung eines HWS-Syndrom bewährt.

Vorliegende Grunderkrankungen, die insoweit organische Beeinträchtigungen darstellen, dass sie in Form einer Arthritis durch Abnutzungserscheinungen zu einem HWS-Syndrom führen, werden ebenfalls gezielt therapiert. Häufig sind sinnvolle sportliche Aktivitäten geeignet, um die Bandscheiben zu entlasten und Fehlhaltungen auszugleichen.

Spezielle Therapien bei einem HWS-Syndrom gehen dahin, dass operative Eingriffe den Betroffenen endgültige Linderung ihrer Beschwerden und Schmerzfreiheit bei einem HWS-Syndrom bringen. Diese invasiven chirurgischen Methoden bleiben als letzte Möglichkeiten gegen das HWS-Syndrom vorbehalten.



Vorbeugung

Neben der Vermeidung von Fehlhaltungen, die häufig durch Fehlbelastungen und verschiedene Stressoren ausgelöst werden können, ist es wichtig, zur Vorbeugung eines HWS-Syndrom ständige einseitige Bewegungen zu vermeiden und sich aktiv sportlich zu bewegen.

Neben einem vorbeugenden Rückentraining eignen sich spezielle Sportarten und Bewegungsübungen zur Prophylaxe beim HWS-Syndrom. Die Reduzierung von Übergewicht sowie eine regelmäßige Stärkung der Rücken- und Bauchmuskulatur gehören gleichsam zu einer wirksamen Prophylaxe gegen das HWS-Syndrom.

Bücher über HWS-Syndrom

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Friedhelm kommentierte am 25.09.2015 um 04:56 Uhr

Ich bin 62 Jahre jung und habe seit 4 Jahren eine verkrümmte Halswirbelsäule. Die Folgen: Verkleinern des Körpers, starke Hals-, Rücken-, Schulter-, Armschmerzen und sehr starke Kopfschmerzen. Ich bin in ärztlicher Behandlung, jedoch ohne Erfolg. Was kann ich machen? Hinweis: Bis ich 50 war, habe ich viel Sport gemacht (Tischtennis im Verein, Fußball – Altherren).