Gesichtsekzem

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Ekzeme können am Körper vorkommen, auch im Gesicht als Gesichtsekzem, wo sie den Betroffenen besonders zu schaffen machen, weil sie dort für alle anderen Menschen sichtbar sind. Im Gesicht sind sie daher nicht nur ein medizinisches, sondern auch ästhetisches Problem.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gesichtsekzem?

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Der Begriff Gesichtsekzem ist ein Sammelbegriff für eine Reaktion der Gesichtshaut auf verschiedene Stoffe, die von der Gesichtshaut nicht vertragen werden. Die Anzeichen eines Gesichtsekzems ähneln denen einer Entzündung, aber ein Ekzem ist in den meisten Fällen nicht auf eine Entzündung zurückzuführen, sondern wird in den meisten Fällen durch die Berührung der Gesichtshaut mit den unverträglichen Stoffen ausgelöst. In den meisten Fällen wird ein Gesichtsekzem durch äußere Einflüsse verursacht, aber es kann auch durch innere Einflüsse entstehen, wenn eine Veranlagung dazu besteht, wie z. B. bei einer Neurodermitis.

Ursachen

Generell können alle natürlichen oder chemischen Stoffe eine Hautreaktion im Gesicht auslösen, meistens sind es Substanzen, die der Körper nicht kennt oder mit denen er nur selten in Berührung kommt. Beim nächsten Kontakt erkennt das Immunsystem dann diesen Stoff als unverträglich und löst in bestimmten Gesichtsbereichen, häufig Wangen, Kinn, Nase, eine Hautreaktion aus.

Ein häufiges Gesichtsekzem ist ein Kontaktekzem an den Ohren durch das Tragen nickelhaltiger Ohrringe. Es kann auch an den Wangen auftreten, wenn auch die Wangen mit den Ohrringen in Berührung kommen. Die häufigsten Auslöser eines Ekzems im Gesicht sind Gesichtspflegeprodukte, Cremes, Make up, dekorative Kosmetik oder auch Zahnpasta. Bei anderen Formen von Ekzemen wie z. B. Neurodermitis liegt eine genetische Veranlagung vor.

Wann zum Arzt?

Ein Gesichtsekzem bedarf nicht immer einer ärztlichen Abklärung. Kleine Schwellungen und Bläschen gehen meist nach einigen Tagen von selbst zurück. Ein Arztbesuch empfiehlt sich, wenn das Ekzem große Hautflächen umfasst, einen schmierigen Belag hat oder am Auge auftritt. Sollte sich die Haut entzünden oder ablösen, ist medizinischer Rat gefragt. Vor allem starke Entzündungen, die möglicherweise eitern oder bluten, sind ärztlich zu prüfen.

Beim Verdacht auf eine ernste Erkrankung wie beispielsweise Neurodermitis sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden. Dies empfiehlt sich nach spätestens zwei bis drei Tagen, insofern sich die Beschwerden in der Zwischenzeit nicht bessern. Wenn bei einem Kind ein Gesichtsekzem auftritt, sollte mit diesem zeitnah zum Kinder- oder Hautarzt gegangen werden. Menschen mit Neurodermitis oder einer anderen Hauterkrankung sollten ungewöhnliche Symptome unbedingt abklären lassen. Eine frühzeitige Therapie verringert die Gefahr von Komplikationen wie Infektionen und Narbenbildung. Aus diesem Grund ist eine zeitnahe Untersuchung des Gesichtsekzems durch einen Arzt in jedem Fall anzuraten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Gesichtsekzems:

Im akuten Stadium rötet sich meistens am Anfang die Haut, schwillt an und juckt oft sehr stark. Wenn die Haut sehr gereizt ist, kann sie Bläschen bilden, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Diese platzen nach kurzer Zeit und der Ausschlag beginnt zu nässen. Danach trocknen die Bläschen und heilen unter Krusten- und Schuppenbildung langsam ab.

Wenn ein Gesichtsekzem über eine längere Zeit nicht abheilen kann und es immer wieder zu neuen Hautreaktionen kommt, kann sich das Hautbild verändern und die Haut kann rissig werden oder verhornen. Auch das Kratzen beim juckenden Ausschlag kann unangenehme Nachwirkungen für die Haut haben, sie kann sich dadurch auch entzünden.

Diagnose

Die Diagnose beginnt mit einer Anamnese des Patienten. Es ist wichtig für den Arzt zu wissen, ob der Patient neue Pflegeprodukte verwendet hat, ob er mit irgendwelchen Substanzen in Berührung gekommen ist oder ob vor der Hautreaktion neuer Schmuck getragen wurde. Anschließend sieht er sich die betroffenen Gesichtsbereiche an. Wenn es Hinweise auf bestimmte Auslöser gibt, wird meistens ein Prick-Test am Arm durchgeführt. Bei Allergien treten innerhalb von 20 bis 30 Minuten nach dem Prick-Test an den betreffenden Stellen Hautreaktionen auf. Meistens ist es aber schwierig, den Auslöser zu finden und Betroffene müssen experimentieren, bis die Beschwerden verschwunden sind.

Komplikationen

Durch das Gesichtsekzem leiden die Betroffenen in erster Linie an starken Beschwerden im Gesicht. Diese Beschwerden wirken sich dabei sehr negativ auf das Selbstbewusstsein des Patienten aus und können dabei zu einem verringerten Selbstwertgefühl oder auch zu Minderwertigkeitskomplexen führen. Viele der Betroffenen schämen sich für die Beschwerden und fühlen sich mit ihrer Haut unwohl. Ebenso kommt es dabei zu Rötungen auf der Haut, die in vielen Fällen auch mit einem Ausschlag verbunden sind. Auch Juckreize können dabei auftreten und die Lebensqualität des Patienten weiterhin einschränken.

In der Regel kann ein Gesichtsekzem relativ gut behandelt werden. Dabei werden vor allem Antibiotika eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern. Komplikationen treten dabei nicht auf und es kommt in den meisten Fällen zu einem positiven Krankheitsverlauf. Weiterhin sind die Patienten auch auf eine ausreichend gute Hygiene angewiesen, damit die Beschwerden nicht wieder auftreten. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch ein Gesichtsekzem nicht beeinflusst. Bei Kindern kann es aufgrund der Beschwerden möglicherweise zu Mobbing oder zu Hänseleien kommen.

Behandlung und Therapie

Von besonderer Wichtigkeit bei der Behandlung von Gesichtsekzemen ist das Vermeiden des Stoffes, der die Hautirritation herbeiführt. Wenn Pflege- oder Kosmetikprodukte die Ursache sind, sollten sie weggelassen oder ausgetauscht werden. Bei einer Nickelallergie sollte kein Schmuck mehr getragen werden, der Nickel enthält. Es gibt im Handel nickelfreien Schmuck, der entsprechend gekennzeichnet sind.

Wenn die Haut weitergehend behandelt werden muss, richtet sich die Behandlung nach der Schwere der Hautreaktion. Ist die Haut gerötet und juckt, bringt eine Kortisoncreme wie Hydrokortison Linderung. Stärkere Ekzeme müssen mit speziell dosierten Kortisonsalben behandelt werden. Sie dürfen weder zu hoch noch zu niedrig dosiert sein. Die Anwendung muss überwacht werden und das Kortisonpräparat darf nicht länger als eine Woche angewendet werden.

Augenlider dürfen nur längstens 2 Tage mit Kortison behandelt werden und der Bereich unmmittelbar unter dem Auge darf überhaupt nicht mit Kortison behandelt werden. Wenn sich Bläschen gebildet haben, die nässen, helfen am besten feuchte Auflagen entweder mit fetthaltigen und feuchtigkeitspendenden Gesichtslotionen oder hautberuhigende Lotionen mit Kamille. Auch schwarzer Tee kann eine beruhigende Wirkung auf die Haut haben. Es können z. B. feuchte Teebeutel auf die gereizten Hautpartien aufgelegt werden.

Neben Kamille helfen Ringelblume, Hamamelis und Salbeiblätter. In der alternativen Medizin wird auch die Aromatherapie gern genutzt und die Haut durch ätherische Öle aus Lavendel, Melisse, Thymian und Pfefferminze beruhigt. Darüber hinaus können Gesichtswickel und Dampfbäder wohltuend sein. Bei wiederholten Ekzemen kann eine Bäderkur am Meer in salzhaltiger Luft empfehlenswert sein.



Vorbeugung

Einem Gesichtsekzem lässt sich nur schwer vorbeugen. In den meisten Fällen ist es eine spontane Reaktion der Haut auf eine Substanz, die sie nicht verträgt. Wenn überhaupt, ist eine Vorbeugung nur möglich, wenn der reizende Stoff bekannt ist und künftig vermieden werden kann. Wer weiß, auf welche Produkte er mit Ausschlag reagiert, sollte diese weglassen oder gegen andere austauschen, die die Haut verträgt.

Wer eine Nickelallergie hat, kann einem Kontaktekzem wirkungsvoll vorbeugen, indem er generell auf nickelhaltigen Schmuck verzichtet. Für die Gesichtspflege gibt es schon Cremes für sehr empfindliche Haut, die auf bestimmte Inhaltsstoffe verzichtet, die die Gesichtshaut reizen können.

Bücher über Ekzeme

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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