Lavendel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juni 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Lavendel

Beim Echten Lavendel handelt es sich um eine Heilpflanze mit angenehm duftendem Aroma. Er lässt sich gegen unterschiedliche Beschwerden einsetzen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Unter dem Lavendel wird in der Regel der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) verstanden. Die Pflanze gehört der Gattung des Lavendel (Lavandula) an und ist Bestandteil der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Besondere Bekanntheit erlangte der Lavendel bei der Herstellung von Duftstoffen sowie als Zierpflanze. Aber auch als Heilkraut lässt er sich wirksam verwenden. So kürte der Theophrastus-Naturheilverein den Echten Lavendel im Jahr 2008 zur Heilpflanze des Jahres.

Vorkommen und Anbau

Die ätherischen Öle des Lavendel wirken beruhigend und krampflösend. So helfen sie bei Schlafstörungen, Gicht, Rheuma und Verstimmungen.

Seinen Ursprung hat der Echte Lavendel an den Küstengebieten der Mittelmeerländer. In der heutigen Zeit wird er jedoch auch häufig in Mitteleuropa als Gartenpflanze kultiviert. In der italienischen Toskana, Griechenland und Dalmatien ist der Lavendel besonders an warmen und trockenen Hängen stark verbreitet. Mitunter kann er auch die Waldgrenze erreichen. Da der Lavendel den winterharten Spezies angehört, übersteht er den mitteleuropäischen Winter in der Regel gut.

In Deutschland wurde er bei Bad Blankenburg, Rudolstadt und Jena angesiedelt. Ansonsten kommt der Lavendel hierzulande in zahlreichen Gärten vor. Die Wuchshöhe des Lavendel, der zu den Halbsträuchern zählt, schwankt zwischen 0,5 und 1,0 Metern. Die Form seiner Blätter ist entweder linealisch oder lanzettlich. Sie erzielen eine Länge von 40 bis 50 Millimetern. Die jungen Blätter weisen eine graublaue Färbung auf und sind weich filzig. Später verfärben sich die älteren Lavendelblätter grün. Bei den Blüten handelt es sich um langgestielte Scheinähren mit violetter Farbe. Sie haben den Duft von Blume und Balsam.

Anwendung und Wirkung

Die gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe des Echten Lavendel sind vor allem in den ätherischen Ölen der Blüten zu finden. Dabei handelt es sich um Monoterpene wie Linaool und Linalylacetat. Die Monoterpene wirken sich unmittelbar auf die Zellmembranen aus und üben Einfluss auf die Transportmoleküle, Ionenkanäle und Rezeptoren der Botenstoffe aus. Auf diese Weise kommen die antimikrobiellen, krampflösenden und beruhigenden Effekte des Lavendel zustande. Weitere Inhaltsstoffe des Lavendel sind Glykosid, Gerbstoffe und Saponine.

Zur Anwendung gelangen das ätherische Öl sowie die getrockneten Blütenstände der Pflanze. Auch die kosmetische Industrie greift auf die ätherischen Öle zurück, um sie zu Parfüms, Shampoos, Badeölen und Seifen zu verarbeiten. Therapeutische Anwendung findet der Lavendel innerlich in Form von Kapseln, Tabletten oder Teemischungen. Der Lavendel-Tee wird aus getrockneten Blüten zubereitet. Gleichzeitig kommt der Echte Lavendel auch in verschiedenen Teemischungen zum Einsatz. Eine weitere innerliche Darreichungsform stellt die Tinktur dar. Diese lässt sich auch äußerlich verabreichen, indem sie auf die Haut aufgetragen wird.

Als ideales Beruhigungsmittel für kleinere Kinder gelten Lavendelkissen. Diese werden in Stoffkissen eingenäht und sorgen für das bessere Einschlafen der Kinder. In Schränken platziert können die Lavendelkissen sogar Motten vertreiben. Bewährt hat sich Lavendel außerdem als Badezusatz. Dabei sorgt er für eine behagliche Entspannung in der Badewanne. Des Weiteren lässt sich der Echte Lavendel als Zutat in Salben verwenden, die gegen Reizungen der Haut eingesetzt werden.

Das ätherische Öl der Heilpflanze findet dagegen in Duftlampen Verwendung, wo es zur Beruhigung zur Entfaltung kommt. Ebenso kann es in Hautölen und Cremezusätzen Verwendung finden. Als wirksames Hausmittel wird auch der Zusatz von Lavendel in Kräuteressig eingestuft. Zu diesem Zweck werden 10 Gramm Weingeist mit 10 Gramm Lavendelblüten in 80 Millilitern Weinessig gemischt. Nach einer Ziehdauer von fünf Tagen erfolgt das Abseihen der Blüten. Dieser Kräuteressig aus Lavendel gilt äußerlich angewandt als effektiv gegen Gicht und Rheuma

Wogegen hilft Lavendel?

Bedeutung für die Gesundheit

Der Echte Lavendel entfaltet verschiedene positive Wirkungen auf die Gesundheit des Menschen. So verfügt die Pflanze über eine angstlösende Wirkung, was sich wissenschaftlich nachweisen ließ. Dieser Effekt schließt sogar eine generalisierte Angststörung mit ein. Aus diesem Grund kommen Lavendelkapseln zur Behandlung von Schlaflosigkeit, Angstzuständen, Depressionen und Nervosität zur Anwendung.

Hilfreich ist der Einsatz von Lavendel außerdem zur Behandlung von verschiedenen Magen-Darm-Beschwerden. Dazu gehören Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Appetitlosigkeit und Magenschmerzen. Auch andere Schmerzformen wie Gelenkschmerzen, Zahnschmerzen, Nervenschmerzen, Migräne und Kopfschmerzen lassen sich mit Lavendel behandeln. Zu diesem Zweck wird Lavendelöl direkt auf die schmerzenden Stellen aufgetragen.

Echter Lavendel eignet sich weiterhin für eine Aromatherapie, in deren Rahmen das Lavendelöl inhaliert wird. Anwendungsgebiete sind das Lindern von Schmerzen, Unruhe und Demenz. Darüber hinaus soll das Öl des Lavendel vor Insekten und Haarausfall schützen. In manchen Fällen löst der Lavendel allerdings auch leichte Nebenwirkungen aus. Dabei kann es sich um Verstopfung, Aufstoßen oder Übelkeit nach innerlicher Darreichung handeln. Bei der äußerlichen Anwendung sind Irritationen der Haut im Bereich des Möglichen.

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