Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. Februar 2015
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Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die vor allem durch den Biss von Zecken übertragen wird. Vermehrt tritt die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in den frühen Sommermonaten auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die hervorgerufen wird durch das FSME-Virus.

Ihre Bezeichnung Frühsommer-Meningoenzephalitis geht unter anderem darauf zurück, dass das Risiko, an der Frühsommer-Meningoenzephalitis zu erkranken, vor allem in den frühen Sommermonaten erhöht ist.

Der Begriff der Enzephalitis weist darauf hin, dass es sich bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis um eine entzündliche Erkrankung handelt, die das Gehirn oder die Hirnhäute betrifft.

In den meisten Fällen verursacht eine Erkrankung an der Frühsommer-Meningoenzephalitis beim Betroffenen keine Folgeschäden.

Ursachen

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird vor allem durch den Biss von Zecken bzw. Holzböcken (Parasiten) übertragen. Einige Zecken tragen das FSME-Virus in ihrem Speichel. Daher kommt es unmittelbar beim Biss der Zecke zu einer Übertragung des Virus.

Zecken, die die Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen, sind vor allem in südlichen Gebieten Deutschlands zu finden. Hierzu zählen beispielsweise Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen oder Südhessen.

Dabei überträgt nicht jede Zecke die Frühsommer-Meningoenzephalitis - in der Wissenschaft wird (abhängig von der Region) von einem ungefähren Prozentsatz von 0,5 - 6% der Zecken ausgegangen, die FSME-Träger sind.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis kann nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden - von den mit dem FSME-Virus infizierten Personen geht also keine Ansteckungsgefahr aus.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME):

Nach einer Infektion mit dem FSME-Virus beträgt die Inkubationszeit ca. ein bis zwei Wochen, bevor sich Symptome der Frühsommer-Meningoenzephalitis zeigen. Sie halten dann in der Regel für ca. eine Woche an. Die Symptome der Frühsommer-Meningoenzephalitis ähneln denen einer Grippe: Dazu können unter anderem Kopf- und Muskelschmerzen zählen sowie Fieber, Schnupfen, ein Gefühl der Abgeschlagenheit und Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall.

Bei circa 10% der Personen, die an der Frühsommer-Meningoenzephalitis erkrankt sind, zeigt sich ein typischer zweiphasiger Krankheitsverlauf: Während es nach den oben genannten Symptomen häufig zunächst zu einer ca. einwöchigen symptomfreien Periode kommt, setzen danach neurologische (das Nervensystem betreffend) Beschwerden ein. Diese zeigen sich beispielsweise in stärkerem Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Betroffen von der Frühsommer-Meningoenzephalitis können dann beispielsweise Gehirn, Hirnhäute oder das Rückenmark sein.

Diagnose

Geht der Patient mit Verdacht auf Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zum Arzt, führt der im Rahmen der Anamnese ein Gespräch. Dabei erkundigt er sich, ob der Betroffene sich in einem FSME-Risikogebiet aufgehalten hat oder vor Kurzem einen Zeckenbiss hatte. Wenn der Patient sich nicht erinnern kann oder nichts dergleichen bemerkte, heißt das nicht, dass keine Frühsommer-Meningoenzephalitis vorliegt. Der Arzt erkundigt sich im Verlauf des Gespräches nach Beschwerden. FSME ist meistens durch zwei Fieberattacken gekennzeichnet, die nicht unbemerkt bleiben.

Bei Verdacht auf Frühsommer-Meningoenzephalitis liefern die Untersuchung des Blutes und die Analyse von Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit wichtige Hinweise zur Diagnose. Befinden sich im Blut erhöhte Entzündungswerte und gibt es spezifische Antikörper gegen die FSME-Viren im Blut oder Liquor bekommt der Arzt Gewissheit. Der Virus lässt sich nur bei Ausbruch der Krankheit im Körper des Betroffenen nachweisen. Wenn im späteren Krankheitsverlauf bereits eine Hirnhautentzündung vorliegt, ist der Nachweis nicht mehr möglich. Dann lässt sich nur die Immunantwort des Körpers auf das Virus messen.

Wenn es darum geht, festzustellen, wie weit sich die Entzündung im Hirn ausgebreitet hat, ist eine Magnetresonanztomografie hilfreich. Auf diese Art können im Schädel Details dargestellt werden, die allerdings keine Rückschlüsse auf die Schwere der Erkrankung und die Möglichkeit von bleibenden Schäden erlaubt.

Behandlung und Therapie

Da es sich bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis um eine Viruserkrankung handelt, kann die Grunderkrankung nur schwer behandelt werden. Im Fokus einer Therapie steht deshalb die Behandlung und Linderung der Symptome, die mit der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) einhergehen.

Bei der Erkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis empfehlen Mediziner beispielsweise das Einhalten von Bettruhe. Im Bedarfsfall können schmerzlindernde Medikamente verschrieben werden.

Ist bei einem Betroffenen der Frühsommer-Meningoenzephalitis das Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen, so empfiehlt sich eine konsequente Betreuung - beispielsweise muss eventuell auftretenden Krampfanfällen schnell begegnet werden können.

In Ausnahmefällen ist eine stationäre intensivmedizinische Betreuung Betroffener von Frühsommer-Meningoenzephalitis notwendig. Eine früher gelegentlich eingesetzte sogenannte Passivimpfung (das Injizieren von Antikörpern) unmittelbar nach der Infizierung wird aufgrund damit verbundener, eingetretener Komplikationen nur noch selten eingesetzt.

Rezeptfreie Medikamente gegen FSME durch Zecken


Vorbeugung

Da eine Infizierung mit der Frühsommer-Meningoenzephalitis vor allem während Freizeitaktivitäten übertragen wird, empfiehlt sich das Einhalten verschiedener Vorsichtsmaßnahmen: Zecken halten sich bevorzugt in Gestrüpp und hohem Gras auf.

Um ein Erkranken an der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu vermeiden, kann es bei Aufenthalten in Wald und Wiese daher sinnvoll sein, helle Kleidung zu tragen, die mit einem Bund abschließt. Durch diese Vorsichtsmaßnahmen wird es Zecken erschwert, bevorzugte Körperregionen wie Kniekehlen oder Achselhöhlen zu erreichen.

Beim Aufenthalt in Risikogebieten kann außerdem eine vorbeugende Impfung sinnvoll sein.

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