Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Januar 2015
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Die Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) tritt vorrangig bei sexuell aktiven Frauen auf, verläuft meist komplikationslos und ist leicht behandelbar. Mit wenigen Maßnahmen kann eine Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) effizient vermieden werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis)?

Die Flitterwochen-Blasenentzündung ist eine von Bakterien verursachte und schmerzhafte, in den meisten Fällen jedoch unkompliziert verlaufende und leicht heilbare Infektionskrankheit der Harnwege, die vorrangig Frauen betrifft und durch Geschlechtsverkehr ausgelöst werden kann.

Fast 70 Prozent aller Frauen erleben mindestens einmal in ihrem Leben eine Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zysitis). Häufig wird auch bei Frauen im Alter von über 50 Jahren eine Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) diagnostiziert, was mit sexuellem Kontakt mit einem neuen Partner nach einer oft mit Abstinenz einhergehenden langjährigen Beziehung zusammenhängt.

Ursachen

Die Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) betrifft fast ausschließlich Frauen und tritt bei Männern nur selten auf. Dies liegt darin, dass Frauen im Vergleich zu Männern eine deutlich kürzere Harnröhre von nur etwa vier Zentimetern Länge besitzen, was Keimen das Aufsteigen in die Blase erleichtert. Durch den Austausch von Körperflüssigkeiten beim Sex verändert sich das Scheidenmilieu, was zu einer raschen Vermehrung von bereits vorhandenen, sonst nur bedingt pathogenen bakteriellen Erregern führt, die in die Harnröhre aufsteigen und sich in der Blase verbreiten.

Es ist auch möglich, dass eine Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) durch Bakterien des Mannes ausgelöst wird, mit denen das Immunsystem der Frau erstmals in Kontakt kommt. Deshalb sind vor allem Frauen, die nach längerer Abstinenz oder mit einem neuen Partner sexuelle Aktivität aufnehmen, besonders häufig von der Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) betroffen. Sind die Bakterien in der Blase angekommen, verursachen sie dort eine Infektion, die zu einer Reizung der Innenwand-Schleimhäute führt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis):

Das erste eindeutige Symptom einer Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) ist ein vermehrter Harndrang, der zu ungewöhnlich häufigem Wasserlassen, auch während der Nachtruhe führt. Bei der Entleerung werden nur minimale Mengen an Urin abgegeben, der Harndrang lässt jedoch nicht nach. Dies wird von starkem Brennen beim Urinieren sowie Schmerzen im Unterleib und im Bereich der Blase begleitet.

Der Urin kann blutig oder trübe sein und weist oft einen unangenehmen Geruch auf. Zusätzlich kann es im Verlauf einer Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) zu eitrigem Ausfluss aus der Scheide, allgemeinem Unwohlsein und Fieber kommen. Im Falle einer unkomplizierten Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) stellt sich das Immunsystem allmählich auf die Erreger ein, was nach einigen Tagen zum Ausheilen der Infektion führt.

In schweren Fällen kann sich eine Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) bei Ausbleiben der Behandlung aber auch ausweiten und eine Nierenbeckenentzündung auslösen, die ein ernsthaftes gesundheitliches Risiko darstellt und zu einer chronischen Entzündung führen kann.

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose einer Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) durch eine Urinuntersuchung. Nach Abgeben einer Harnprobe erkennt der Arzt meist mit einem Blick, ob diese eitrig oder blutig ist und den typischen Geruch aufweist. Durch einen Urin-Schnelltest kann Nitrit nachgewiesen werden, das als Abbauprodukt der Bakterien gebildet wird.

Die Analyse zeigt auch, ob Schleim, weiße oder rote Blutkörperchen oder abgestorbene Zellen im Urin feststellbar sind, die auf eine Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) hindeuten. In schweren Fällen bringen ein Bluttest, eine Analyse des Urins unter dem Mikroskop oder eine Ultraschalluntersuchung von Harnblase und Niere Aufschluss über die genauen Ursachen der vorliegenden Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis).

Behandlung

Um eine Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) effektiv zu behandeln, sollte unmittelbar nach Feststellen der ersten Symptome gehandelt werden. Liegt keine Schwangerschaft oder ernste Vorerkrankung vor, können einige sanfte Maßnahmen auch ohne ärztliche Behandlung schnelle Hilfe bringen. Die Anwendung von Heizkissen und Wärmeflaschen, das Tragen warmer Kleidung sowie Bettruhe lindern die Beschwerden, Voll- oder Sitzbäder mit naturbelassenen Zusätzen aus Kamillen- oder Lavendelblüten wirken entzündungshemmend.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von stillem Wasser, ungesüßten Kräutertees, vor allem speziellen Blasen- und Nierenteemischungen sowie stark verdünnten Säften schwemmen die Bakterien aus Blase und Harnröhre. Von alkoholischen Getränken, Säften von Zitrusfrüchten und Kaffee sollte in jedem Fall Abstand gehalten werden, da sie die Schleimhautreizung verschlimmern können.

Ist nach wenigen Tagen keine Besserung der Beschwerden eingetreten, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann mit gezielter Gabe von Antibiotika für eine schnelle Heilung innerhalb weniger Tage sorgen. Zusätzlich können pflanzliche Präparate die Heilung effektiv unterstützen. Der Saft amerikanischer Cranberries, ein frisch zubereiteter Teeaufguss aus Rosmarin oder Wacholderbeer-Extrakte wirken entzündungshemmend.

Die Gabe von Löwenzahnsaft zeigt ebenfalls Erfolge in der Behandlung der Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis), Blasenauflagen mit Eukalyptus oder Meerrettich bringen zusätzliche Linderung der Beschwerden. Auch die Anwendung bestimmter homöopathischer Präparate wie Aconitum, Cantharis, Nux Vomica oder Staphisagria haben sich in der Therapie der Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) erfolgreich bewährt.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Flitterwochen-Blasenentzündung, die durch Geschlechtsverkehr ausgelöst wird, empfiehlt sich eine sorgfältige Intimhygiene beider Partner unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr. Frauen, die Diaphragmen, Cremes mit Spermiziden oder Hormonspiralen als Verhütungsmittel wählen, erhöhen ihr Risiko, an einer Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) zu erkranken.

Kondome hingegen können vor einer Infektion schützen. Wasserlassen unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr spült Erreger aus der Harnröhre, bevor diese eine Entzündung hervorrufen können. Regelmäßiges Trinken, die Vermeidung aggressiver Kosmetika zur Intimpflege, das Tragen luftdurchlässiger Baumwollunterwäsche und die richtige Wischrichtung nach dem Stuhlgang sind ebenfalls wirksame Maßnahmen, einer Flitterwochen-Blasenentzündung (Honeymoon-Zystitis) vorzubeugen.

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