Fischvergiftung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. November 2016
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Bei einer Fischvergiftung handelt es sich um eine Lebensmittelvergiftung, die durch Bakterien, Viren oder Toxine hervorgerufen wurde. Häufig kündigt sich eine Fischvergiftung mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Abgeschlagenheit an. In seltenen Fällen können auch Anzeichen wie Schwindel, Schwitzen, Muskelkrämpfe und Missempfindungen im Mundbereich (Taubheit, Brennen) auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Fischvergiftung?

Zweimal in der Woche sollten Fisch oder Meeresfrüchte auf der Speisekarte stehen. Seine Omega-3-Fettsäuren wirken nachweislich gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Infarkt und Arterienverkalkung. Allerdings birgt der Verzehr von Fischprodukten auch eine Gefahr, nämlich dann, wenn der Fisch zu lange gelagert wurde. Dann droht eine Fischvergiftung.

Welche Ursachen eine Fischvergiftung haben kann, worauf man beim Fischkauf besonders achten sollte, welche Symptome auf eine Vergiftung hinweisen, wie man sie behandelt und wie man erfolgreich vorbeugt, lesen Sie im folgenden Artikel.

Ursachen

Ursachen für verdorbenen Fisch können Bakterien sein, in selteneren Fällen aber auch Toxine oder Viren. Dann allerdings handelt es sich um eine Vergiftung, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Fischvergiftungen, die durch Toxine hervorgerufen wurde, können schlimmstenfalls mit dem Tod enden.

Besondere Vorsicht ist bei exotischen Fischarten geboten. Zum Beispiel bei der Zubereitung des japanischen Kugelfischs. Er trägt ein Toxin in seinen Organen. Verzehrt wird am Ende sein Muskelfleisch. Wenn vorher auch nur Spuren des Toxins in das Muskelfleisch gelangen, ist es verdorben und der Konsument muss mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Vergiftung rechnen.

Die so genannte Ciguatera-Vergiftung ist vor allem beim Verzehr von Fischen aus dem Pazifischen Ozean gefürchtet. Sind die Tiere mit diesem speziellen Giftstoff infiziert, kann er auch durch starke Hitze nicht unschädlich gemacht werden.

Als mögliche Ursache für eine Fischvergiftung kommt auch eine falsche Lagerung in Betracht. Dann bilden sich Botulinumtoxine, die ebenfalls eine Fischvergiftung zur Folge haben könnte.

Symptome

Mögliche Symptome einer Fischvergiftung:

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose einer Fischvergiftung ist dann recht eindeutig, wenn kurz nach dem Fischverzehr Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen auftreten. Wie bei einer klassischen Lebensmittelvergiftung eben auch. Meistens stellt der Arzt eine bakterielle Vergiftung fest. Wenn die Ursache nicht klar ist und zum Beispiel hohes Fieber und allgemeine Schwäche die Folge sind, kann auch eine Blutuntersuchung Aufschluss über die möglichen Ursachen wie Botulinumtoxine geben. Die Erreger sind auch im Stuhl nachweisbar.

Behandlung und Therapie

Keine besondere Behandlung ist notwendig, wenn es sich um eine einfache Fischvergiftung - hervorgerufen durch Bakterien oder Viren - handelt. Nach ein paar Tagen verschwindet sie normalerweise wie von selbst. Bei Fischvergiftungen, die durch unterschiedliche Toxine zustande gekommen sind, ist der Krankheitsverlauf oft sehr viel schwerer. Durch anhaltende Durchfälle kommt es zu hohem Wasser- und Mineralstoffverlust und bedarf ärztlicher Hilfe. Falls notwendig, werden in besonders harten Fällen Infusionen verabreicht, um den Wasser und Elektrolythaushalt wieder zu stabilisieren. In manchen Fällen werden auch Fieber senkende Mittel verabreicht.

Wenn eine Fischvergiftung durch Botulinumtoxine verursacht wurde, kann der Arzt mit einem Gegengift reagieren. Es wird in die Venen gespritzt. Diese Behandlung kann nur im Krankenhaus, meist auf der Intensivstation, durchgeführt werden. Allerdings ist hier Eile geboten, weil eine solche Fischvergiftung oft tödlich enden kann.

Auch bei einer Kugelfischvergiftung ist die Behandlung in einem Krankenhaus unerlässlich. Wird die Diagnose Ciguateravergiftung gestellt, muss der Magen ausgepumpt werden. Dem Patient wird im Anschluss daran eine Lösung aus Alkohol und Zucker verabreicht. Sie soll den Blasendruck erhöhen, damit das Gift aus dem Körper ausgeschieden werden kann. Leider kann es bei dieser Vergiftung zu Komplikationen kommen, weil das zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen wird.

Auch Fischkonserven bergen Gefahren. Die vor allem dann, wenn sie aufgebläht sind oder wenn Gläser nicht dicht verschlossen sind. Da droht eine Botulinumtoxinvergiftung. In Deutschland werden jährlich nur etwa 14 Fälle registriert, bei denen das starke Nervengift und die Art der Vergiftung diagnostisziert wurden. Diese Fälle sind zwar selten, enden aber leider oft auch tödlich.



Vorbeugung

Schon beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass der Fisch frisch und geruchlos ist. Frische lässt sich zum Beispiel auch an den Augen der Meerestiere erkennen. Sind sie klar, kann man davon ausgehen, dass der Fisch noch frisch ist. Schon ein, zwei Tage später sind die Augen eingetrübt. Auf Kugelfisch sollte man besser von vorneherein verzichten. Wichtig ist auch, dass der gefangene Fisch so schnell wie möglich verarbeitet und verzehrt wird.

Vorsicht auch bei Konserven. Wenn Hering, Makrelen, Thunfisch oder Sardellen überlagert sind, kann dies zu Allergie-Symptomen führen. Sie werden mit Antihistaminen behandelt. Wichtig ist auch die Hygiene bei der Zubereitung von Fisch. Zunächst sollte das Tauwasser aus den Verpackungen entsorgt werden. Spülen Sie den Fisch mit Wasser ab und trocknen Sie ihn vorsichtig mit Küchentüchern.

Zudem sollte die Arbeitsplatte nach jedem Gebrauch ordentlich gereinigt werden. Der Fisch sollte nicht auf demselben Küchenbrett zubereitet werden, wie Gemüse, weil sich Bakterien sonst von einem Lebensmittel auf das andere übertragen. Besonders im Sommer steigt die Zahl der Lebensmittelvergiftungen deutlich an. Wärme begünstigt die Ausbreitung der Bakterien. Grundsätzlich gilt, dass der Fisch lange genug gekocht, gegrillt, gebraten oder gedünstet werden soll, um die meisten Erreger abzutöten.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Willi kommentierte am 31.07.2015 um 03:33 Uhr

Bis jetzt hab ich noch die Erfahrung gemacht, dass der Durchfall am nächsten Tag spätestens nachmittags (ca. 15 Uhr) weg war. Ich gehe davon aus, dass mein Durchfall vom Fischverzehr kommt. Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass ich Durchfall bekam, nachdem ich zur Abendmahlzeit Fisch gegessen habe. Mein letzten Durchfall von der gestrigen (Donnerstag) Abendmahlzeit hatte ich vor ca. 2,5 Stunden (Freitag ca. 0:30-1:00 Uhr). Mittwoch Abend, an dem ich auch Fisch verzehrt hatte, war es nicht so schlimm mit dem Durchfall. Zumindest scheint es mir so, weil gestern (Donnerstag) auf heute (Freitag) der Durchfall flüssiger war. Es könnte auch sein, dass ich verschiedene Lebensmittel gegessen habe die sich nicht zusammen vertragen. Zum Arzt zu gehen wegen dieses Problems will ich nicht. Erst wenn es richtig schlimm oder kritisch wird. Ich habe keine Lust auf Stuhlproben und meinen Stuhlgang beim Doktor ab zu geben. Und wenn es ganz schlimm kommt, kommen Magenspülung, Magenentleerung mit Abführmittel die schon nach 10-15 Minuten wirken können, Magenspiegelung, Darmspiegelung.