Entzündeter Mückenstich

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Oktober 2016
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Ein Mückenstich entzündet sich normalerweise nicht, sondern das Immunsystem reagiert mit Schwellung. Wird allerdings aufgrund des Juckreizes vermehrt gekratzt, erweitert sich die Wunde durch den Einstich und öffnet Krankheitserregern Tür und Tor - es kann zu einem entzündeten Mückenstich kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Entzündeter Mückenstich?

Die meisten Mückenstiche heilen ohne große Probleme wieder ab. Es entsteht eine kleine Schwellung als Reaktion des Immunsystems, weshalb der Mückenstich überhaupt sichtbar wird. Die Stelle an der Haut kann leicht gerötet sein, auch das ist noch normal und deutet nicht auf eine Entzündung hin. Schwieriger ist der Juckreiz, der mal mehr und mal weniger stark zu spüren sein kann. Dieser regt dazu an, den Mückenstich zu kratzen, wenn er Juckreiz nicht behandelt wird. Dadurch kann sich allerdings die durch den Einstich entstandene winzige Wunde verbreitern und durch die leicht erhöhte Durchblutung der Haut als Reaktion des Immunsystems auf den Einstich dringen Bakterien auch schneller unter die oberste Hautschicht.

Befanden sich Keime am Fingernagel, als der Stich gekratzt wurde, besteht ein Risiko für einen entzündeten Mückenstich, da die Keime beim Kratzen in eine schon minimal geöffnete Wunde eingebracht werden. Seltener rührt die Entzündung direkt von der Mücke selbst her. Der entzündete Mückenstich kann weiter anschwellen, schmerzen oder schlimmstenfalls sogar eitern. Er ist jedoch zu unterscheiden von einer allergischen Reaktion, denn diese tritt sofort oder zumindest sehr bald nach dem Mückenstich auf. Ein entzündeter Mückenstich entwickelt sich dagegen über die Zeit, je mehr gekratzt wird.

Ursachen

Jeder kann einmal einen entzündeten Mückenstich entwickeln, dafür bedarf es nicht eines schwachen Immunsystems. Meistens rührt der entzündete Mückenstich lediglich daher, dass aufgrund des Juckreizes gekratzt wurde, wodurch sich die vorhandene winzige Wunde vergrößern konnte. Am Fingernagel oder auch lediglich auf der Haut des Menschen befinden sich immer einige Bakterien, meist handelt es sich dabei um Streptokokken. Diese dringen in die Wunde ein und verursachen einen entzündeten Mückenstich.

Denkbar ist in ländlichen Gebieten aber auch, dass die Mücke vor dem Einstich mit tierischen Ausscheidungen in Berührung gekommen ist, von dort hat sie Keime mitgenommen und es tritt sofort mit dem Stich eine entzündliche Reaktion auf. Zu unterscheiden sind entzündete Mückenstiche jedoch von allergischen Reaktionen, die durch das Histamin entstehen, das die Mücke in den menschlichen Körper einbringt. Hierbei handelt es sich nicht um eine Entzündung.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die meisten entzündeten Mückenstiche nehmen einen harmlosen, wenn auch lästigen Verlauf. In der Regel tritt die Entzündung der Einstichstelle nicht schon mit dem Stich auf, sondern entsteht durch das häufige Kratzen der Wunde. Eine leichte Entzündung würde lediglich anschwellen und vielleicht schmerzen, je nachdem, wo sie sitzt. Eitrige Krustenbildung kann hinzukommen. Über einen Abstrich ließen sich die genauen Erreger bestimmen, was aber bei leichten Infektionen gar nicht notwendig ist.

Entzündete Mückenstiche mit schwerem Verlauf können dagegen sogar zu Fieber und allgemeinen, unspezifischen Krankheitssymptomen führen, die kaum auf den Mückenstich als Ursache zurückgeführt werden. Besonders gefährlich sind entzündete Mückenstiche mit Streptokokken, denn wenn diese in den menschlichen Körper eindringen, können sie ins Blut übergehen und im nächsten Schritt zu einem Lymphödem führen. Schlimmer noch kann es zu einer Sepsis kommen, die ebenfalls nur schwer auf den entzündeten Mückenstich zurückgeführt wurde. Immunschwache Patienten oder Fälle von stark entzündeten Mückenstichen sollten deswegen eher einmal zu oft als zu wenig dem Arzt vorgestellt werden.

Behandlung und Therapie

Ist der Mückenstich schon entzündet, darf er keinesfalls weiter gekratzt werden. Da der Juckreiz vermutlich aber immer noch vorhanden sein wird, sollte spätestens jetzt ein Kühlpack oder ein kühlendes Gel aus der Apotheke besorgt werden. Dieses hilft nicht nur gegen den Juckreiz, es besiegt auch die Schwellung und sorgt dafür, dass durch Kratzen die entzündete Wunde nicht schlimmer wird. Sobald jedoch Symptome wie allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, starke und schmerzhafte Schwellungen oder auch nur ständiger Schmerz am entzündeten Mückenstich beobachtet werden, ist ein Arzt anzuraten.

Er kann antibakterielle und antibiotische Salben verschreiben, die direkt auf die entzündete Stelle der Haut einwirken und Schlimmeres verhindern. Das ist besonders dann hilfreich, wenn der Patient bereits immungeschwächt ist, sei es durchs Alter, Medikation oder eine Grunderkrankung. Je schneller dann der Erreger über einen Abstrich der Wunde ermittelt und abgetötet wird, desto weniger kann er sich weiter ausbreiten und dafür sorgen, dass der entzündete Mückenstich sich zum Lymphödem oder einer Blutvergiftung entwickelt. Patienten, die im Ausland und besonders in südlichen Ländern waren und mit einem entzündeten Mückenstich nach Hause kommen, müssen ihrem Arzt in jedem Fall berichten, wo genau sie waren, da manche Mückenarten bereits gefährlicher sind als andere und verschiedene Keime tragen.



Vorbeugung

Die beste Art von Vorbeugung gegen entzündete Mückenstiche ist die Prävention von Mückenstichen an sich. Mückenschutzmittel zum Aufsprühen auf die Haut empfehlen sich besonders in südlichen Ländern für die Reiseapotheke, denn dort gibt es Arten, auf die der Mensch viel empfindlicher reagieren kann als auf hiesige Mücken.

Allerdings wurden in den letzten Jahren auch vermehrt Mückenarten in unseren Breiten nachgewiesen, die hier nicht heimisch sind und empfindliche Reaktionen hervorrufen können. Besonders Wasserstellen sind riskant, dort halten sich besonders viele Mücken auf. Insbesondere die Landbevölkerung profitiert von Mückennetzen an den Fenstern, denn auf dem Land kommen Mücken nicht selten eher mit Erregern in Berührung als in der Stadt - und allein daraus können entzündete Mückenstiche werden.

Wenn Juckreiz auftritt, sollte am besten gar nicht gekratzt werden, denn das eröffnet die Wunde des Einstichs. Besser ist Kühlen, etwa mit einem kühlenden Gel oder einem Kühlakku aus der Apotheke oder der Drogerie. Das verschlimmert auch an warmen Tagen die Schwellung nicht, sondern sorgt dafür, dass der Juckreiz nachlässt und der Mückenstich in Ruhe abheilen kann.

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