Dekubitus (Druckgeschwür)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. August 2014

Mit unserer überalternden Bevölkerung und der Zunahme von pflegebedürftigen Menschen, fällt immer wieder das Wort Dekubitus (Druckgeschwür). Der Großteil der Bevölkerung hat zwar eine Vorstellung davon, was man darunter versteht. Wie ein solches Druckgeschwür jedoch sachgemäß behandelt wird oder wie es verhindert werden kann, ist oft nicht bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Dekubitus (Druckgeschwür)?

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Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür, das vorrangig bei bettlägerigen oder ihrer Mobilität eingeschränkten Personen vorkommt. Es entsteht, wenn über einen längeren Zeitraum Druck auf eine beliebige Stelle des Körpers ausgeübt wird, bis eine Unterversorgung des Gewebes mit Blut entsteht.

Bei bettlägerigen Personen treten Dekubitalgeschwüre vor allem am Gesäß, aber auch an den Schultern oder den Fersen auf, also überall da, wo es zu zentralen Auflagepunkten der Gelenke oder anderer Knochen kommt.

Ursachen von Dekubitus

Ursachen für solche Dekubiti (Druckgeschwüre) sind neben der Bettlägerigkeit jede Form von Mobilitätseinschränkungen, zum Beispiel bei Personen, die durch Lähmungen oder Gehschwächen an einen Rollstuhl gebunden sind und lange Sitzen müssen.

Untergewicht, aber auch starkes Übergewicht können Dekubitalulzera fördern, aber auch Faktoren wie Eiweißmangel können eine Rolle spielen. Personen mit Wundheilungsstörungen oder einem reduzierten Immunsystem sind ebenfalls gefährdet. Kommt es bei dieser Risikogruppe zu längerem Druck auf eine bestimmte Körperstelle, kann es zum Dekubitus kommen.

Aber auch der gesunde Erwachsene kann genau genommen an einem Dekubitus erkranken, denn eine Blase an der Ferse, die von einem zu engen Schuh kommt, ist ein kleiner Dekubitus.

Diagnose und Verlauf von Dekubitus

Auch wenn die Diagnose der Arzt stellt, kann und muss geschultes Pflegepersonal einen Dekubitus in allen bekannten Stadien erkennen. Der Dekubitus wird in vier Stadien eingeteilt:

1. Stadium: leichte Rötung, reversibel bei Druckentlastung

2. Stadium: nicht reversible Rötung, Blasenbildung

3. Stadium: Verlust aller Hautschichten, Gewebe stirbt ab (Nekrose)

4. Stadium: Verlust aller Hautschichten, Gewebe stirbt ab, es kommt zu "Taschenbildung"

Wird ein Dekubitus bereits im ersten Stadium erkannt, kann eine Druckentlastung das Druckgeschwür wirkungsvoll verhindern. Wird weiterhin über viele Stunden Druck ausgeübt (zum Beispiel nachts im Liegen, wenn die Person sich nicht selbst drehen kann), kann bereits eine massive Hautschädigung stattfinden. Schwere Dekubitalulzera entstehen nicht in wenigen Stunden. Meist kommt es aber zu keiner Besserung eines frühen Stadiums, weil die Person sich in einem schlechten Allgemein- und Ernährungszustand befindet und weiterhin in ihrer eingeschränkten Beweglichkeit an den Rollstuhl oder das Bett gebunden ist. Selbst geschultes Pflegepersonal kann einen Dekubitus nicht immer verhindern oder wirkungsvoll behandeln.

Behandlung von Dekubitus

Die Behandlung des Dekubitus richtet sich grundsätzlich nach den Gegebenheiten und den Grunderkrankungen des Patienten. Die erste Maßnahme wird immer die Druckentlastung sein. Bei Bettlägerigen bedeutet dies das regelmäßige Umlagern. Bei Rollstuhlfahrern, die lange Sitzen müssen, können spezielle Sitzkissen einen Dekubitus lindern, ähnlich wie es auch Wechseldruckmatratzen für Bettlägerige gibt.

Spezielle Wundauflagen sind enorm wichtig, ein normaler, trockener Wundverband (ähnlich einem Pflaster) reicht meist nicht aus. Spezielle multifunktionale Wundauflagen polstern die Stelle ab, verkleben die Wunde nicht, absorbieren Wundsekret und geben Stoffe ab, die die Heilung beschleunigen.

Wundauflagen mit Silberbeschichtung erzielen je nach Wunde überzeugende Ergebnisse. Abhängig von der Wunde kann es sogar sein, dass dieser Verband nicht täglich gewechselt werden muss, da die Wundauflage "arbeitet". Selbstverständlich spielen hier die hygienischen Gegebenheiten eine wesentliche Rolle, befindet sich der Dekubitus am Steiß eines inkontinenten Bettlägerigen, muss der Verband natürlich öfter gewechselt werden.

Auch eine Ernährungsumstellung oder die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln kann sinnvoll sein. Ist eine Person sehr mager und hat deshalb einen Dekubitus erlitten, können spezielle Zugaben in der Nahrung (Eiweiß) den Heilungsprozess der Wunde unterstützen. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr dient dem Heilungsprozess. Heute gibt es auch Wundmanager, die gerade bei Pflegebedürftigen die Wunde überwachen und zwischen Pflegepersonal, Angehörigen und behandelnden Ärzten koordiniert.

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