Diabetisches Fußsyndrom (Diabetischer Fuß)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. März 2016
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Unter dem diabetischen Fußsyndrom – auch diabetischer Fuß - versteht der Mediziner einen aufgrund einer diabetischen Erkrankung stark in seiner Funktion eingeschränkten Fuß.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein diabetisches Fußsyndrom (Diabetischer Fuß)?

Die meisten Menschen, die an Diabetes mellitus Typ 2 leiden, entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung ein diabetisches Fußsyndrom. Charakteristisch für das diabetische Fußsyndrom sind Wunden, die nicht abheilen, Durchblutungsstörungen und zum Teil Nervenschäden.

Im Endstadium kann dem Patienten meist nur die Amputation bzw. Teilamputation helfen. Im letzten Stadium der Erkrankung führt ein diabetischer Fuß zu einer Amputation. In Deutschland werden jährlich etwa 40 000 diabetische Füße amputiert.

Ursachen

Ursächlich für einen diabetischen Fuß ist das Vorliegen einer diabetischen Grunderkrankung, in aller Regel Diabetes mellitus Typ II. Eine Folge des Diabetes ist, dass die Durchblutung der unteren Gliedmaßen abnimmt, was wiederum dazu führt, dass das natürliche Schmerzempfinden nachlässt.

Der Patient bemerkt kleine Verletzungen am Fuß aufgrund der Schmerzunempfindlichkeit nicht bzw. zu spät und ergreift keine Gegenmaßnahmen. Die ohnehin vorliegende Durchblutungsstörung lässt die Wunde am Fuß nicht oder nur sehr langsam abheilen.

Offene und schlecht heilende Wunden sind anfällig für eine Besiedelung mit Keimen; ist das geschehen, wird im weiteren Verlauf die Wunde größer und tiefer, sie frisst sich förmlich in den befallenen Fuß hinein und greift Gelenke und Knochen an und schädigt die Nerven.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Fußschmerzen:

Typisch für das diabetische Fußsyndrom ist, dass der Patient den Beginn oft nicht registriert. Sehr kleine Risse, Schrunden, Blasen oder Verletzungen werden nicht bemerkt und nicht entsprechend behandelt. Als Folge heilt die Wunde nicht ab, die verletzte Stelle wird von Keimen besiedelt und entzündet sich.

Wird der Fuß schlecht durchblutet, wird die Wunde größer und befällt sehr bald Knochen, Gelenke und Nerven. Das diabetische Fußsyndrom verläuft zunächst schmerzfrei, erst, wenn die Wunde sehr groß und tief sitzend ist, bereitet der Fuß Schmerzen und beeinträchtigt den Patienten in seinem gesamten Bewegungsablauf.

Diagnose

Für einen erfahrenen Mediziner ist die Diagnose diabetischer Fuß recht einfach zu stellen. Da der Arzt die Grunderkrankung unmittelbar aus der Krankenakte erkennt, reicht in der Regel ein Blick auf den Fuß aus, um die Diagnose diabetisches Fußsyndrom stellen zu können. Schwieriger ist es, das Stadium zu diagnostizieren, in welchem sich der diabetische Fuß befindet.

Typischerweise wird eine Einteilung in A, B, C und D vorgenommen. Im Stadium A liegt eine oberflächliche Wunde vor. Im Stadium B liegt eine Wunde mit Infektion vor, im Stadium C eine Durchblutungsstörung (Ischämie) und im Stadium D Ischämie mit Infektion. Ob eine Ischämie vorliegt, erkennt der Mediziner an einem sehr blassen, pergamentähnlichen Aussehen der Haut und an Druckstellen, die erst nach langer Zeit wieder verschwinden bzw. sich nicht wegstreichen lassen. Der Patient klagt außerdem über kalte Füße.

Behandlung

Im Zentrum einer Behandlung des diabetischen Fußes steht die Wundheilung. Da in der Regel der diabetische Fuß schlecht durchblutet wird, benötigt es eine sehr lange Zeit, bis Wunden abheilen. Um Infektionen möglichst zu vermeiden, erhält der Patient begleitend ein hochdosiertes Antibiotikum, das über einen langen Zeitraum eingenommen werden muss.

Sinnvoll ist es außerdem, streng darauf zu achten, dass der Patient sich keine weiteren Verletzungen zuzieht. Sinnvoll ist es daher, sich von einem Orthopädietechniker Schuhe anfertigen zu lassen, die Blasenbildung und Druckstellen zu vermeiden helfen. Intensive Fußpflege - möglichst von einem Podologen durchgeführt – ist ebenfalls als Therapiemaßnahem angezeigt.

Podologen unterstützen die Wundheilung, in dem sie Nekrosen beseitigen, Fremdkörper entfernen und Verbände wechseln. Ist das diabetische Fußsyndrom so weit fortgeschritten, dass eine Amputation sehr wahrscheinlich wird, so kann als letzte Maßnahme eine Sauerstofftherapie versucht werden. Im letzten Stadium ist die Amputation des Fußes meist unausweichlich. Sie dient dazu, umstehendes Gewebe zu schützen und den Patienten vor starken Schmerzen zu bewahren.

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Vorbeugung

Wer unter Diabetes mellitus leidet, kann dem diabetischen Fuß gut vorbeugen. Tägliches Absuchen des Fußes und Behandlung auch kleinster Wunden verhindert meist ein Ausbreiten des Syndroms. Warme Fußbäder und tägliches Verwenden von harnstoffhaltigen Cremes sind ebenfalls angezeigt. Fußnägel sollten – wegen der Verletzungsgefahr – nicht geschnitten, nur gefeilt werden.

Der Patient sollte möglichst weder Pflaster noch Hühneraugentapes verwenden, da diese oft ätzende Stoffe enthalten, die kleine Wunden verursachen können. Das Tragen von Strümpfen ohne Naht sowie das tägliche Wechseln der Strümpfe hilft ebenfalls, Wunden zu vermeiden. Die Reduktion von Körpergewicht entlastet den Fuß ebenfalls und wirkt sich günstigstenfalls auch auf den vorliegenden Diabetes positiv aus. Bei kleinen Verletzungen sollte der Patient sofort einen Arzt oder einen Podologen aufsuchen, um ein Ausbreiten der Wunde zu vermeiden.

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