Dakryozystitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Juni 2017
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Jeder Mensch besitzt Tränensäcke - aber nicht jeder leidet unter der Dakryozystitis. Die Tränensäcke sind in erster Linie unauffällig; erst im Alter empfinden viele Personen die Tränensäcke als unästhetisch. Aber nicht nur im Bereich der Ästhetik bereiten die Tränensäcke Sorgen - vor allem dann, wenn es sich um eine Dakryozystitis handelt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Dakryozystitis?

Die Definition von Dakryozystitis leitet sich aus mehreren Worten ab. Im Endeffekt bedeutet Dakryozystitis nichts anderes als eine Entzündung der Tränensäcke. Bezeichnend dafür ist die Endung "itis" - jede Entzündung endet mit diesen Silben. Die Dakryozystitis beschreibt eine Entzündung eines Tränensackes bzw. beider Tränensäcke.

Die Entzündung findet im Regelfall im inneren Lidwinkel des Auges statt. Dort, wo sich der Part mit der Nase trifft, entsteht somit die Dakryozystitis. Die Dakryozystitis kommt nicht nur bei kleinen Kindern vor - auch Erwachsene sind immer wieder Leidgenossen.

Ursachen

Bei einer Dakryozystitis gibt es mehrere Ursachen. In erster Linie sind Bakterien sowie Viren als auch Schmutzpartikel für die Entzündung schuld. Vor allem infektiöse Krankheitserreger sind oftmals der ausschlaggebende Grund, weshalb Personen an einer Dakryozystitis erkranken.

Auch die mikrobiologischen Abstriche zeigen, dass eine Dakryozystitis im Regelfall durch Pneumokokken oder Streptokokken verursacht wurde. Bei den Staphylokokken gibt es ebenfalls Auslöser, die für die Dakryozystitis verantwortlich sind. Tritt hingegen die Dakryozystitis bei Kindern auf, sind es nicht ausgeprägte Tränenkanäle, die dafür verantwortlich sind.

Oftmals kommen auch Neugeborene mit einer Einschränkung der Tränenwege zur Welt. Das bedeutet, dass diese Kinder sofort an der Dakryozystitis erkranken. Dakryozystitis entsteht aber auch dann, wenn Kinder mit schmutzigen Händen die Augen reiben und durch den Schmutz eine Entzündung entsteht.

Wann zum Arzt?

Eine Dakryozystitis muss nicht in jedem Fall behandelt werden. Sollte es durch die Krankheit nur zu kosmetischen Beschwerden kommen, so ist eine Behandlung durch einen Arzt nicht notwendig. Allerdings können auch kosmetische Beschwerden zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu Depressionen führen, wobei in diesen Fällen eine Behandlung durch einen Psychologen möglich ist. Sollte die Dakryozystitis zu Schmerzen oder zu geröteten und geschwollenen Augen führen, so sollte der Betroffene einen Arzt aufsuchen. Auch ein bei einem Eiterausfluss aus dem Auge ist eine Behandlung notwendig.

Falls es neben den kosmetischen Beschwerden allerdings nicht zu Schmerzen oder zu Schwellungen kommt, so ist auch eine Behandlung in der Regel nicht notwendig. In vielen Fällen erhält der Betroffene Antibiotika in Form von Augentropfen und muss diese selbst in die Augen einführen. Die Behandlung erfolgt dabei einfach durch Medikamente. Bei starken Schwellungen oder Druckgefühlen kann der Arzt ebenfalls entsprechende Medikamente einsetzen, um diese Beschwerden zu lösen. In der Regel kommt es bei der Behandlung der Dakryozystitis zu einem positiven Krankheitsverlauf.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Dakryozystis:

Die im Folgenden aufgezählten Symptome sind charakteristisch für die Dakryozystitis. So leidet der Patient unter geröteten Augen sowie einem tränende Auge - je nachdem - welcher Tränensack entzündet ist. Des Weiteren ist das betroffene Auge geschwollen; Patienten nehmen auch einen Druckschmerz wahr. Oftmals berichten Patienten auch über einen gelblichen Ausfluss aus dem betroffenen Auge.

Zuerst berichtet der Patient über eine schmerzempfindliche Stelle. Diese liegt im Regelfall an der Augeninnenseite. Die Region schwillt an - die Tränensäcke werden oftmals größer und auch wärmer. Je länger der Patient mit der Behandlung wartet, umso intensiver werden die Beeinträchtigung und auch die Schmerzen. Der gesamte Tränensack ist unter Spannung, der Patient kann den Tränensack nicht mehr berühren.

Ebenfalls leidet der Patient unter Unwohlsein. Oftmals verwechselt man auch die Dakryozystitis mit einem gewöhnlichen grippalen Infekt. Immer wieder klagen auch Kinder über Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Des Weiteren tritt bei den Kindern gleichzeitig eine Erhöhung der Körpertemperatur ein. Oftmals schwillt der Tränensack deutlich stärker an als bei Erwachsenen. Viele Kinder haben zudem eine Sekretausscheidung aus der Nase. Auch die Augen nässen bzw. tränen. Das deshalb, da bei der Dakryozystitis auch die Tränenkanäle betroffen sind.

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose Dakryozystitis auf Grund der Anamnese. Erstmals befragt er den Patienten und führt klinische Untersuchungen durch. Der Arzt überzeugt sich somit oftmals von seiner Sicht selbst. Zur Absicherung fertigt der Mediziner ein Röntgen an. Es wird oft auch eine mikrobiologische Kultur angelegt. Dies deshalb um herauszufinden, ob und welche Bakterien oder Viren für die Dakryozystitis verantwortlich sind. Die Dakryozystitis ist nicht lebensgefährlich, aber äußerst unangenehm und wird von vielen Kindern als schmerzhaft wahrgenommen.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei der Dakryozystitis zu ästhetischen Beschwerden. Die Betroffenen fühlen sich durch diese Beschwerde oft nicht mehr schön und leiden dabei an einem verringerten Selbstwertgefühl oder sogar an Minderwertigkeitskomplexen. Weiterhin kann es auch zu Depressionen oder zu anderen psychischen Verstimmungen kommen, die den Alltag des Patienten erschweren. Durch die Dakryozystitis sind auch die Augen gerötet und tränen nicht selten. Sie können auch angeschwollen sein, was nicht selten zu Sehstörungen und Einschränkungen im Alltag führt.

Ebenso tritt ein Druckschmerz an den Augen auf, welcher äußerst unangenehm sein kann. Die meisten Patienten leiden weiterhin an einer Müdigkeit und an einer Abgeschlagenheit und nehmen in der Regel nicht mehr aktiv am Leben teil. Bei der Behandlung der Dakryozystitis kommt es nicht zu weiteren Komplikationen. Die Beschwerden können dabei in der Regel mit Hilfe von Antibiotika oder anderen Medikamenten relativ gut eingeschränkt werden, sodass es nicht zu Folgeschäden kommt. Nach einer erfolgreichen Behandlung verschwinden die Beschwerden meistens komplett und es treten keine weiteren Komplikationen auf.

Behandlung und Therapie

In erster Linie richtet sich die Behandlung der Dakryozystitis nach dem Alter des Patienten. Auch ist das Ausmaß der Erkrankung entscheidend. Bei Kindern findet oft eine Massage des Tränensacks statt. Des Weiteren verabreicht der Mediziner antibiotikahaltige Augentropfen und auch Augensalben.

Ebenfalls verschreiben viele Mediziner bei einer starken Dakryozystitis auch abschwellende wie schmerzstillende Medikamente. Die abschwellenden Medikamente tropft der Patient direkt in das betroffene Auge. Somit löst sich das Sekret aus dem Tränensack. Ist das nicht der Fall, wird ein operativer Eingriff vorgenommen. Auch bei Erwachsenen hilft in erster Linie die Behandlung mit Tropfen oder Salben. Auch hier bekämpfen viele Ärzte gleichzeitig die Ursache sowie auch die Symptome der Dakryozystitis.

Verschließt sich bei der Dakryozystitis der Tränengang rund um die Nase, ist eine Öffnung mittels Dakryozystorhinostomose notwendig. Auch beim Erwachsenen gibt es somit einen operativen bzw. chirurgischen Eingriff, damit das Problem Dakryozystitis gelöst wird.



Vorbeugung

In erster Linie zählt zur Vorbeugung der Dakryozystitis die Themen Sauberkeit und Hygiene. Vor allem Kleinkinder erleiden in diesem Zusammenhang immer wieder eine Dakryozystitis auf Grund von verschmutzten Händen oder Fingern. Das Augenreiben mit verschmutzten Fingern ist bei Kindern die häufigste Ursache von einer Dakryozystitis.

Erwachsene hingegen können in der Art und Weise vorbeugen, dass sie etwa trockene Augen vermeiden. Viele Patienten klagen vor einer Dakryozystitis immer wieder über trockene Augen. Das ist der Nährboden für Infektionen, Viren und Bakterien. Als vorbeugende Maßnahme gegen die Dakryozystitis kann der Patient etwa Augentropfen verwenden.

Bücher über Augenheilkunde

Quellen

  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008
  • Lang, G.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wutta, H.P., Brucker, K.: Theorie und Praxis der Augen-Akupunktur. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2014
  • Zervos-Koop, J.: Anatomie, Biologie und Physiologie: Ergotherapie Prüfungswissen. Thieme Verlag, Stuttgart 2013
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012

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