Druckschmerz am Auge

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Druckschmerz am Auge

Druckschmerz am Auge entsteht häufig als Folge trockener Augen, durch nicht korrigierte Sehfehler oder Probleme mit den Nasennebenhöhlen. Zur genauen Abklärung von Augenbeschwerden ist ein Besuch beim Augenarzt grundsätzlich der richtige Weg.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Druckschmerz am Auge?

Neben stechenden, klopfenden und brennenden Schmerzen gehört der Druckschmerz am Auge zu den weit verbreiteten Augenleiden. Verschiedene Auslöser können Druckgefühle am oder hinter dem Auge hervorrufen. Drücken die Augen, kommen oft Spannungsgefühle oder dumpfe Schmerzen in der Augenhöhle hinzu. Bei länger anhaltenden Druckschmerzen befürchten viele Menschen einen Tumor. Doch Augentumore verursachen im Anfangsstadium in aller Regel keine Beschwerden, sondern zeigen sich im späteren Verlauf eher mit Knötchen oder Vorwölbungen des Augapfels.

Auch ein Glaukom (Grüner Star) kann ein drückendes Gefühl auslösen. Der unangenehme Druck ist in diesem Fall jedoch bedingt durch einen erhöhten Augeninnendruck und hat zumeist nichts mit dem von Betroffenen beschriebenen „normalen“ Druckschmerz am Auge gemeinsam. Diese Art Augenschmerzen tritt häufig als Folge falsch eingestellter Sehhilfen, Überlastung der Augen oder nicht diagnostizierter Sehfehler auf. Generell gelten Druckgefühle am Auge nicht als schwerwiegendes Augenproblem, dennoch sollte ein Augenarzt jeglicher Art von Augenbeschwerden auf den Grund gehen.

Ursachen

Für am Auge auftretenden Druckschmerz gibt es eine ganze Reihe verschiedener Auslöser. Ein schmerzhaftes Druckgefühl hinter den Augen in Verbindung mit halbseitigen Kopfschmerzen weist häufig auf einen Migräneanfall hin. Schwellen die Blutgefäße im Auge an, reizen sie die sensiblen Nerven und erzeugen ein Druckgefühl. Eine Lederhautentzündung des Augapfels verursacht teils starke Druckschmerzen, die oft bis ins Gesicht ausstrahlen.

Ein unangenehmes Druckgefühl am Auge kann auch durch Muskelverspannungen oder Verspannungen im Bindegewebe entstehen, insbesondere bei Bildschirmarbeit. Dann sind Augendruckschmerzen häufig mit Kopf- und/oder Nackenschmerzen verbunden. Verstärkt sich das Augendrücken in bückender Haltung, liegt der Grund nicht selten in Problemen mit den Nasennebenhöhlen. Eine Sinusitis (Nasennebenhöhleninfektion) mit verstopfter Nase ruft oft auch Druckschmerzen hinter den Augen und Schmerzen im Schläfenbereich hervor.

Fremdkörper führen selten zu Druckgefühlen im Auge oder in der Augenumgebung, sondern verursachen zumeist heftige Schmerzen unter dem Augenlid und eine starke Rötung. Ein nicht korrigierter Sehfehler verschlechtert die Sehfähigkeit und überanstrengt die Augen permanent, was sich durch Brennen, Stechen und Druckschmerzen äußert. Das Trockene Auge, in der Fachsprache als Sicca-Syndrom bezeichnet, zählt zu den häufigsten Augenerkrankungen und macht sich je nach Schweregrad mit Augenbrennen, Rötung der Bindehaut, verklebten Augen und Druckschmerz bemerkbar.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Das Symptom Augenschmerzen fasst alle Schmerzen zusammen, die mit den Augen oder dem Augenumfeld zusammenhängen: Augendrücken, Reizauge, Augenbrennen, Augenneuralgie, Orbitaschmerzen. Mit Stechen, Pochen oder Druckschmerz am Auge hat fast jeder hin und wieder zu kämpfen. Meistens klingen diese Beschwerden schnell wieder ab. Bei plötzlich auftretenden und unerklärlichen Druckschmerzen kann jedoch nur ein Augenarzt die Ursache herausfinden.

Der Auslöser für Augenschmerzen ist bestimmend für Verlauf, Behandlung und Prognose. Augenärzte werden heute von hochmoderner Diagnosetechnik unterstützt und können Augenleiden frühzeitig erkennen. Mithilfe verschiedener Techniken überprüft der Arzt systematisch die Augenfunktionen wie Sehschärfe, Pupillenweite und Augenbeweglichkeit. Bei Druckschmerzen am Auge gibt die Spaltlampen-Untersuchung Aufschluss, ob Linsentrübungen, Hornhautverletzungen, Blutungen, oder Veränderungen der Netzhaut vorliegen.

Bei Verdacht auf ein Glaukom misst der Augenarzt außerdem den Augeninnendruck. Das Weitwinkelglaukom geht zwar mit einem erhöhten Innendruck einher, verursacht jedoch fast nie Druckschmerzen. Starke Augenschmerzen kann dagegen das sehr selten vorkommende Engwinkelglaukom auslösen. Ist keine krankhafte Augenveränderung erkennbar oder weist der Befund auf von außen kommende Ursachen für den Druckschmerz am Auge hin, leitet der Augenarzt seinen Patienten an entsprechende Fachärzte weiter, wie Zahnarzt, HNO-Arzt oder Neurologe.

Behandlung und Therapie

Bei leichten bis mittelstarken Druckschmerzen ist es oft hilfreich, den Augen eine Weile Ruhe zu gönnen, etwa bei starker Augenbeanspruchung wie das stundenlange Arbeiten am Computer. Auch warme Augenkompressen, Massagebrillen oder Augenmassagegeräte tragen zur Entspannung der Augen bei. Ebenso lindern freiverkäufliche Medikamente wie Ibuprofen leichtere Augenschmerzen. Die Behandlung beim Augenarzt richtet sich nach dem Befund. Diagnostiziert der Mediziner ein Trockenes Auge, das gleichzeitig Druckschmerzen erzeugt, ordnet er zusätzliche Tests an, um die Tränenfilmstabilität zu messen. Die Messung bestimmt sowohl die Tränenfilmaufreißzeit als auch die Tränensekretion.

Zur Analyse der Augenoberfläche setzt der Augenarzt Filterstreifen ein oder nutzt das Anfärbeverfahren. Das Trockene Auge lässt sich mit dickflüssigen oder dünnflüssigen Tränenersatzmitteln behandeln. Ist eine nicht korrigierte Sehschwäche der Grund für drückende Augenschmerzen, prüft der Augenarzt die Sehschärfe anhand einer subjektiven Beurteilung und mit einem Augenrefraktometer (Computermessung). Um Messfehler auszuschließen, werden die exakten Dioptrie-Werte mit einer Testbrille ermittelt. Auch eine falsche Sehhilfe kann zu unscharfem Sehen, Kopfschmerzen und Druckschmerz am Auge führen. In dem Fall sollte umgehend ein Sehtest bei einem Augenarzt oder Augenoptiker veranlasst werden.

Löst eine Nasennebenhöhleninfektion das Augendrücken aus, muss der Schleim zum Abfluss gebracht werden. Hilfe bieten abschwellende Nasensprays und Nasentropfen. Bei einer eitrigen Nasennebenhöhlenentzündung verschreibt der HNO-Arzt neben sekretfördernden Mitteln zusätzlich ein Antibiotikum. Auch periodisch auftretender Clusterkopfschmerz kann zu Druckschmerz am Auge, Augenrötungen und Augentränen führen. Trigeminoautonome Kopfschmerzerkrankungen lassen sich oft gut mit Sauerstoff-Inhalationen, einem Triptan, das nadelfrei unter die Haut gespritzt wird, oder einem Migränepräparat behandeln. Zeitlich befristet verordnen Ärzte bei sehr starken Clusterkopfschmerzen und Augenschmerzen auch ein Antiepileptikum oder Kortison.



Vorbeugung

Vermeiden lassen sich vor allem durch mechanische Einflüsse ausgelöste Druckschmerzen am Auge. Wer lange am Bildschirm arbeiten muss, sollte regelmäßig eine Augenpause einlegen und auf die richtige Belichtung achten. Schon ein bis zwei Minuten bewusstes Blinzeln oder spezielle Übungen entspannen die Augen. Ein Luftbefeuchter sorgt dafür, dass die Luftfeuchtigkeit im Raum hoch genug ist. Auch Staub oder Zigarettenrauch schadet empfindlichen Augen und führt häufig zu drückenden Augenschmerzen und Augenreizungen mit Brennen und Rötungen. Ebenfalls wichtig ist eine ausreichende, über den Tag verteilte Trinkmenge - mindestens zwei Liter Flüssigkeit, bestenfalls Wasser. Kontaktlinsenträger, die häufig unter trockenen Augen mit Druckschmerz leiden, verhindern Augenbeschwerden, indem sie statt Kontaktlinsen eine Brille tragen oder öfter zwischen beiden Sehhilfen wechseln.

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