Sehstörung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Juli 2016
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Sehstörungen bezeichnen jede mögliche Form von Beeinträchtigungen oder Störungen des Sehapparates. Dies umfasst jede pathologische Veränderung der visuellen Wahrnehmung (Sehverschlechterung, unscharfes und verzerrtes Sehen), wobei die Ursache hierbei unerheblich ist.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Sehstörungen?

Eine Sehstörung kann sich dabei vielfältig äußern. Dies können verschleierte, verzerrte und verschwommene Bildern, Blendungen oder Schwarzwerden vor den Augen sein.

Aber auch der so genannte "Tunnelblick", flimmernde Bereiche oder Flimmerlinien, helle bzw. schwarze Punkte, Lichtblitze oder sogar der Ausfall bestimmter Teile des Gesichtsfelds sind bekannte Erscheinungsformen einer Sehstörung.

Hinzu kommen, je nach Auslöser der Sehstörung, weitere Beschwerden bzw. Symptome. Häufig auftretende Beschwerden sind Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Kaubeschwerden, aber auch Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen.

Die Ursachen einer Sehstörung sind ebenso vielfältig, wie deren Äußerungen. Neben ganz harmlosen Ursachen, kann die Sehstörung aber auch gefährliche und lebensbedrohliche Ursachen haben.

Ursachen

Die Ursachen für eine Sehstörung, die lediglich kurzzeitig auftritt, können Migräne, Herzrhythmusstörungen Unterzuckerung, Kreislaufkollaps oder ein Zentralarterienverschluss der Netzhaut sein. Diese Sehstörungen treten in der Regel ohne begleitende Augenschmerzen auf.

Sollte eine Sehstörung länger anhalten, ist sie möglicherweise ein Symptom für einen Pupilleninfarkt. Dabei handelt es sich um eine Störung der Durchblutung des Blinden Flecks. Gründe dafür können beispielsweise eine Arteriosklerose oder auch Diabetes mellitus sein.

Auch eine Entzündung des Sehnervs oder der Kopfarterien, Verschlüsse von Venen und Arterien können Ursachen einer Sehstörung sein, ebenso die Ablösung der Netzhaut oder einer Blutung innerhalb des Glaskörpers des Auges.

Eine Sehstörung kann sowohl akut, als auch schleichend auftreten. Kurz- und Weitsichtigkeit können sich über viele Jahre hinweg langsam verschlimmern. Für das akute Auftreten einer schmerzhaften Sehstörung könnte eine Entzündung der mittleren Augenhaut oder des Sehnervs verantwortlich sein. Auch Keratokonus (Erkrankung der Hornhaut) oder ein akuter Glaukomanfall könnten für eine Sehstörung ursächlich sein.

Blaue Augen
Doppelbilder, Lichtblitze, Tunnelblick - Sehstörungen?

Diagnose und Verlauf

Wichtig bei der Diagnose von Sehstörungen ist die Anamnese. Der Arzt muss wissen, seit wann die Sehstörung auftritt, ob sie konstant ist oder sich verschlechtert oder sogar in manchen Situationen verbessert. Er muss erfahren, wie genau sich die Sehstörungen bemerkbar machen, ob Gesichtsfeldausfälle, Blitze, Doppeltsehen, schwarze Punkte oder etwas anderes auftritt. Auch die Information über begleitende Symptome, beispielsweise Schwindel, liefert erste Hinweise zu Ursachen und Art der Sehstörung.

Auf die ausführliche Anamnese folgt die Untersuchung der Augen. Unabdingbar sind ein Sehtest und die Bestimmung des Gesichtfeldes, meist wird auch der Augeninnendruck bestimmt.

Die Hornhaut muss mit Hilfe der Spaltlampenuntersuchung auf krankhafte Veränderungen oder Narben untersucht werden und bei der Augenspiegelung wird das Augeninnere, vor Allem die Netzhaut untersucht.

Mit weiteren Untersuchungen können vermutete Ursachen bestätigt oder unklare Ursachen ausgeschlossen werden. Zu diesen Methoden gehören neurologische Untersuchungen, Blutanalysen, die Röntgenuntersuchung der Blutgefäße, Ultraschalluntersuchungen oder der Amsler-Gitter-Test.

Der Verlauf von Sehstörungen ist abhängig von ihrer Ursache. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass einige Sehstörungen nur vorübergehend und spontan heilend sind, beispielsweise wenn sie durch Alkoholkonsum hervorgerufen wurden, andere mit den Begleitsymptomen wie beispielsweise Migräneattacken verschwinden und wieder andere nicht nur lange oder gar für immer anhalten, sondern sich auch mit der Zeit verschlechtern.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Sehstörung richtet sich jeweils nach der Ursache. Die Sehstörung selbst ist lediglich das Begleitsymptom einer Erkrankung, die entsprechend zu therapieren ist. Bei Migräneanfällen als Ursache der Sehstörung könnten bereits durch Einsatz von Schmerzmitteln die Begleitsymptome gebessert werden.

Die Einnahme zuckerhaltiger Säfte oder Traubenzucker kann bei einer Sehstörung, deren Ursache Unterzuckerung ist, helfen. Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit werden mit Sehhilfen korrigiert. Auch eine Laseroperation am Auge kann in Erwägung gezogen werden, um Sehschwächen auszugleichen.

Manche Ursachen einer Sehstörung können nur operativ behandelt werden, beispielsweise die Netzhautablösung. Durch Aufnähen eines Silikonbandes oder einer Silikonplombe kann die Ablösung in den meisten Fällen gestoppt werden. Löcher zwischen Netzhaut und Pigmentepithel können mit Laserstrahlen verklebt werden.

Bei einer Sehstörung durch einen akuten Glaukomanfall wird erst der Augendruck mit Medikamenten gesenkt. Anschließend wird das Auge operiert. Unabhängig davon, ob eine Sehstörung vorübergehend auftritt oder länger anhält, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Eine Sehstörung kann unter Umständen lebensbedrohliche Ursachen haben. Zur Abklärung der Ursachen und Behandlung der Sehstörung ist daher die Vorstellung beim Arzt unumgänglich.



Vorbeugung

Einer Sehstörung vorbeugen kann man meist nur bedingt. Kurz- und Weitsichtigkeit verschlimmern sich meist im Alter. Durch Tragen einer Sehhilfe kann das Fortschreiten der Sehstörung meist verhindert oder verlangsamt werden. Eine Wirkung des viel diskutierten Augentrainings ist wohl eher zu negieren. Eine Augenlaseroperation bei Kurz-oder Weitsichtigkeit führt bei ca. 90% der behandelten Personen zu einer Verbesserung. Bei anderen Ursachen ist die Prävention einer Sehstörung nicht möglich.

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