Ciguatera-Fischvergiftung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. Dezember 2014
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Fischvergiftungen sind sehr unangenehm und gefährlich und auch die Ciguatera-Fischvergiftung bildet da keine Ausnahme. Durch einen Biss in den falschen Fisch kann die Ciguatera-Fischvergiftung ausbrechen und der Traumurlaub zum Horrortrip werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Ciguatera-Fischvergiftung?

Die Ciguatera-Fischvergiftung ist eine neurotoxische, also die Nerven angreifende Fischvergiftung, die ausschließlich in tropischen Meeresgebieten im Indischen Ozean, dem Pazifik und der Karibik vorkommt. Ihr Name leitet sich aber nicht von einem Fisch, sondern von der spanischen Bezeichnung für eine in der Karibik vorkommende Schneckenart namens "cigua" ab, die man lange Zeit als Auslöser vermutet hat.

Sie ist mit ca. 10.000 bis 50.000 Fällen jährlich die häufigste Fischvergiftung der Welt und wird durch Fische verursacht, die im Normalfall nicht giftig sind und nur durch das Fressen von infizierten Geißeltierchen das Gift in sich aufnehmen. Da die vergifteten Fische selbst keinerlei äußerliche Anzeichen für ihre Kontamination aufweisen und das Gift auch durch starkes Erhitzen wie etwa beim braten oder grillen nicht zerstört wird, zählt die Ciguatera-Fischvergiftung zu den heimtückischsten Vergiftungen.

Ursachen

Hervorgerufen wird die Ciguatera-Fischvergiftung durch den Verzehr eines mit Gift infizierten Fisches. Somit liegt eine passive Vergiftung vor, da das Gift nicht direkt - etwa durch einen Biss oder einen Stich - injiziert wird, sondern indirekt über die Nahrung in den Blutkreislauf gelangt.

Die aufgenommenen Giftstoffe sind einerseits die nach der Vergiftung benannten Ciguatoxine sowie die Maitotoxine, die beide zu den stärksten Giftstoffen überhaupt gehören. Beide Giftstoffe wirken direkt auf die Nervenzellen und verhindern dort die Weiterleitung von elektrischen Signalen, wodurch die Nerven nicht mehr richtig arbeiten können. Anders als bei anderen Fischvergiftungen ist bei der Ciguatera-Fischvergiftung also wirklich Gift die Ursache für die Erkrankung und keine Bakterien oder Viren.

Symptome und Verlauf von Ciguatera-Fischvergiftung

Typische Symptome einer Ciguatera-Fischvergiftung:

Erste Symptome der Ciguatera-Fischvergiftung können bereits knapp eine Stunde nach dem Verzehr des vergifteten Fisches auftreten, spätestens aber nach 30 Stunden. Die ersten Symptome beschränken sich auf den Magen-Darm-Trakt und äußern sich in starken Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Als Begleiterscheinungen können zudem Muskelschmerzen, erweiterte Pupillen, Schlaflosigkeit, juckende Hautausschläge sowie heftige Schweißausbrüche auftreten.

Wenige Stunden später treten dann neurologische Symptome auf. Dazu zählen neben einem Gefühlsverlust und einem Taubheitsgefühl in Mund- und Rachenbereich sowie Händen, Füßen und Gesicht, dass auch von einem starken Kribbeln begleitet werden kann, die für diese Form der Vergiftung charakteristische Umkehr des Wärme- und Kälteempfindens. Das heißt, dass kalte oder kühle Dinge wie etwa kalte Getränke oder ein frischer Windzug als unangenehm heiß empfunden werden und warme Luft im Kehrschluss als kalt.

Im weiteren Verlauf kann es zu Herzrasen und einem sehr niedrigen Blutdruck kommen, der mitunter lebensbedrohlich sein kann. Während die Magen-Darm-Probleme meist nach ein bis zwei Tagen wieder verschwinden, können die neurologischen Symptome oft über Wochen und Monate anhalten. In Ausnahmefällen kann eine Ciguatera-Fischvergiftung auch tödlich enden.

Diagnose

Da die Symptome der Ciguatera-Fischvergiftung in der Regel schon kurz nach Verzehr des vergifteten Fisches auftreten und die Vergiftung in den Regionen, in denen die Vergiftung auftreten kann, sehr bekannt ist, fällt eine Diagnose zumeist leicht. So wird in der Regel schon nach einem kurzen Gespräch mit dem behandelnden Arzt klar, um was für eine Vergiftung es sich handelt. Einhundertprozentige Sicherheit, dass es sich um eine Ciguatera-Fischvergiftung handelt, kann allerdings nur eine Analyse in einem Speziallabor liefern.

Behandlung

Bei der Behandlung der Ciguatera-Fischvergiftung besteht das Ziel vor allem darin, die Symptome der Vergiftung zu lindern und das Gift so schnell wie möglich aus dem Körper zu bekommen.

Zu diesem Zweck werden dem Betroffenen Infusionen verabreicht, um den Flüssigkeitsverlust, der durch das Erbrechen und dem Durchfall entstanden ist, auszugleichen.

Zusätzlich wird der Zuckeralkohol Mannit verabreicht, der die Urinausscheidung anregt und so das Gift schneller aus dem Körper spült. Ist der Verzehr des Fisches erst kurze Zeit her, kann zu demselben Zweck auch der Magen ausgepumpt werden. All diese Maßnahmen sind in diesem Zusammenhang notwendig, da es kein Gegengift für die bei der Ciguatera-Fischvergiftung wirkenden Gifte gibt.

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Vorbeugung

Einer Ciguatera-Fischvergiftung kann am besten durch den konsequenten Verzicht auf das Essen von Fisch in jenen Regionen, in denen die Vergiftung vorkommen kann, vorgebeugt werden. Dies gilt vor allem für das besonders risikoreiche Frühjahr, in dem die Vergiftung am häufigsten auftritt. Ein anderer Schutz vor einer Ciguatera-Fischvergiftung wie etwa ein Impfstoff existiert nicht.

Zwar ist die Ciguatera-Fischvergiftung in ihrer Entstehung sehr heimtückisch, doch dafür in ihrer Ausformung umso eindeutiger, was eine Diagnose und schnelle Behandlung zum Glück sehr einfach macht.

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