Beckenbodenschwäche

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Dezember 2014
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Beckenbodenschwäche ist ein Phänomen, mit dem viele Frauen zu kämpfen haben. Was es damit genau auf sich hat, worin die Ursachen liegen und welche Methoden sich bei der Behandlung und Vorbeugung bewährt haben, soll im Zentrum des folgenden Beitrages zum Thema Beckenbodenschwäche stehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Beckenbodenschwäche?

Unter einer Beckenbodenschwäche versteht man, wie der Name bereits sagt, eine Schwächung des Beckenbodens. Bei dem Beckenboden handelt es sich um ein Netzwerk aus Muskeln, welches zwischen den Hüftknochen, dem Kreuzbein sowie dem Schambein verläuft.

Kommt es zu einer Lockerung der Muskulatur, wird der Beckenboden schlaff und taub, so dass sich der Urinabgang nicht mehr kontrollieren lässt. Aus diesem Grund wird die Beckenbodenschwäche oftmals in einem Atemzug mit Inkontinenz genannt.

Ursachen von Beckenbodenschwäche

Auf der Suche nach angemessenen Maßnahmen der Prävention und Behandlung von Beckenbodenschwäche erweist sich eine Auflistung der möglichen Ursachen als unverzichtbar. Diese sind gerade, wenn es um Beschwerden wie die Beckenbodenschwäche geht, ausgesprochen vielschichtig.

Zu den Hauptverursachern zählen Bewegungsmangel, schwere physische Belastung und Übergewicht. Beckenbodenschwäche tritt zudem oftmals in der Schwangerschaft sowie nach der Geburt auf. Ob es sich dabei um einen Kaiserschnitt oder eine natürliche Geburt handelt, ist irrelevant.

Dass die Auslöser für eine Beckenbodenschwäche und eine damit häufig verbundene Inkontinenz oftmals Jahre zurückliegen, verleitet die Betroffenen zu der trügerischen Annahme, dass ihr ungesunder Lebensstil keinerlei Auswirkungen auf ihre Gesundheit hat. Dieses führt nahezu unweigerlich zu einer Fortsetzung unvorteilhafter Lebens- und Essgewohnheiten. Tritt die Beckenbodenschwäche während der Wechseljahre auf, so ist hierfür zumeist eine Ausdünnung des Gewebes aufgrund von Hormonmangel verantwortlich.

Symptome und Verlauf von Beckenbodenschwäche

Typische Symptome einer Beckenbodenschwäche:

Zu den wesentlichen Symptomen einer Beckenbodenschwäche zählen starke Unterleibsschmerzen, Krämpfe sowie die bereits erwähnte Harninkontinenz. In einigen Fällen kann es auch zu einer Gebärmuttersenkung sowie einer Stuhlinkontinenz kommen.

Der Verlauf einer Beckenbodenschwäche hängt in erster Linie von dem Verhalten der Betroffenen ab. In der Regel äußert sich das Krankheitsbild im Anfangsstadium durch Schmerzen sowie leichte Inkontinenz. Wer an dieser Stelle umgehend den Arzt aufsucht, hat die Möglichkeit die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um einem chronischen Verlauf der Beckenbodenschwäche vorzubeugen.

Diagnose von Beckenbodenschwäche

Die Diagnose einer Beckenbodenschwäche erfolgt grundsätzlich durch einen Arzt, da hierfür wichtige medizinische Untersuchungen erforderlich sind. Dazu zählen unter anderem die Aufnahme der Krankheitsgeschichte der Betroffenen, eine gynäkologische Untersuchung sowie eine Ultraschallaufnahme der Beckenorgane.

Hilfreich erweist sich in diesem Zusammenhang auch das Führen eines sogenannten Miktionstagebuches, in dem die Kranken Daten wie den täglichen Harndrang, den Stuhlgang, die Menge der aufgenommenen Flüssigkeit und vieles mehr festhalten.

Auch eine Urinanalyse kann sinnvoll sein, da bei einer Harninfektion ähnliche Symptome wie bei einer Beckenbodenschwäche auftreten. Um diese genau bestimmen zu können, ist es notwendig, andere potentielle Ursachenfaktoren auszuschließen.

Behandlung von Beckenbodenschwäche

Die optimale Behandlung einer Beckenbodenschwäche lässt sich aus dem bereits aufgeführten Ursachenkatalog ableiten. Wer beispielsweise unter Übergewicht und Bewegungsmangel leidet, sollte sich schnellstmöglich für eine Umstellung auf gesündere Lebensgewohnheiten entscheiden. Zu den wohl sichersten Sportarten bei bereits vorhandener Inkontinenz zählen Fahrradfahren und Schwimmen.

Abgesehen davon gibt es spezielle gymnastische Übungen, die die Beckenmuskulatur trainieren. Auch durch aufrechtes Gehen lässt sich der Beckenboden stärken. Eine ausgewogene Ernährung sowie der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol sind ebenfalls Bestandteil einer Verhaltenstherapie, die neben der Behebung der Beckenbodenschwäche auch eine langfristige Optimierung der Lebensqualität zum Ziel hat.

Handelt es sich bei der Beckenbodenschwäche um eine Begleiterscheinung der Wechseljahre, so kann eine Hormontherapie zu einem Abklingen der Beschwerden führen. In einigen Fällen, in denen sich diese Methoden als wirkungslos erweisen, bleibt nur noch der operative Eingriff durch Fachärzte, welche beispielsweise bei einer Blasen- oder Gebärmuttersenkung die notwendigen Korrekturen vornehmen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es bei einem verantwortungsvollen Verhalten der Betroffenen nicht zum Schlimmsten kommen muss und dass sich eine Beckenbodenschwäche im Anfangsstadium oftmals bereits durch kleine Verhaltensänderungen beheben lässt. Natürlich ist eine erfolgreiche Behandlung einer Beckenbodenschwäche beziehungsweise eine Begrenzung der Beschwerden auf ein Minimum nur möglich, wenn die Betroffenen erste Anzeichen von Inkontinenz nicht verschweigen, sondern sich sogleich vertrauensvoll an einen Arzt wenden.

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Vorbeugung von Beckenbodenschwäche

Möchte man erst gar nicht unter den unangenehmen Symptomen einer Beckenbodenschwäche leiden, so empfiehlt es sich, zu angemessenen Präventionsmaßnahmen zu greifen.

Dazu zählt unter anderem der bereits angesprochene gesunde Lebensstil. Eine ballaststoffreiche, ausgewogene Ernährung sowie die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit und leicht verdaulichen Speisen kann Verstopfung und andere Darmprobleme verhindern und somit das Risiko einer Beckenbodenschwäche einschränken.

Zudem erweist sich ein regelmäßiges Beckenbodentraining nicht nur als Therapie bei bereits vorhandenen Beschwerden, sondern auch als Mittel der Prävention einer Beckenbodenschwäche als ausgesprochen effektiv.

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