Akne vulgaris

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. September 2015
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Akne vulgaris gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen. Bei 80 bis 90 Prozent aller Jugendlichen tritt Akne vulgaris während der Pubertät auf, aber auch Erwachsene können von der Hautkrankheit betroffen sein. Die Haut ist vor allem im Gesicht, Rücken und Dekolleté von Mitessern, Pickeln und Pusteln übersät und ist für viele Betroffene auch eine psychische Belastung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Akne vulgaris?

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Akne vulgaris ist eine hormonbedingte Hauterkrankung und entsteht in der Pubertät durch die hormonelle Umstellung. Da vorwiegend männliche Geschlechtshormone an der Entstehung von Akne vulgaris beteiligt sind, sind mehr Jungen als Mädchen von der unreinen Haut betroffen.

Androgene (männliche Geschlechtshormone) regen die Produktion der Talgdrüsen an, fettige Haut und fettiges Haar sind weitere Anzeichen für die übermäßige Talgproduktion. Durch Verstopfungen der engen Talgdrüsenausgänge entstehen Mitesser, die sich entzünden und zu eitrigen Pickeln und Pusteln entwickeln können. Betroffen sind vor allem Körperregionen mit besonders vielen Talgdrüsen wie beispielsweise Gesicht, Rücken, Schultern sowie der obere Brustbereich.

Ursachen

Androgene regen die Talgdrüsen der Haut zu einer vermehrten Talgproduktion an. Die Ausführungsgänge der Talgdrüsen sitzen an den Haarfollikeln, über welche das Fett an die Hautoberfläche transportiert wird. Sind die Ausführungsgänge verengt, kann der Talg nicht nach außen abfließen.

Talg und abgestorbene Hautzellen verschließen den Ausführungsgang der Talgdrüse und bilden einen Pfropf. Dieser ist als kleiner, schwarzer Punkt (Mitesser) sichtbar. Dringen Bakterien in die verstopfte Talgdrüse ein, entzündet sich diese und als Immunreaktion des Körpers entsteht ein mit Eiter gefüllter Pickel.

Wissenschaftler haben durch Untersuchungen an ein- und zweieiigen Zwillingen herausgefunden, dass das Auftreten der Akne vulgaris auch stark von der genetischen Veranlagung des Einzelnen abhängt. Unbehandelt verschwindet Akne vulgaris in den meisten Fällen von selbst nach Abschluss der Hormonumstellung bis zum 25. Lebensjahr.

Weitere Auslöser für eine Akne vulgaris können eine Schwangerschaft (erneute Hormonumstellung), psychischer Stress, Sonnencremes (Mallorca-Akne) oder eine Verhornungsstörung sein, bei der abgestorbene Hautzellen fortlaufend die Talgdrüsenausgänge verstopfen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Akne vulgaris:

Akne vulgaris ist die häufigste Form der Akne. Typisches Merkmal sind die rötlichen Pusteln und Knoten.

Bei genauer Betrachtung der betroffenen Hautareale kann man vor allem bei großporiger Haut die Mitesser (Komedonen) als kleine schwarze Pünktchen gut erkennen. Durch den Abbau des Hautfettes entstehen Abfallprodukte und Fettsäuren, die die Talgdrüse reizen können. Dringen Bakterien (Staphylococcus epidermidis) in die Talgdrüse ein, entsteht eine Entzündung und es bildet sich ein rotes, schmerzhaftes Knötchen. Innerhalb kurzer Zeit sammelt sich Eiter in diesem Knötchen, wobei der Mitesser als mittig sitzender schwarzer Punkt sichtbar bleibt. Wird der Pickel selbst ausgedrückt, können bleibende Narben entstehen.

Der Pickel öffnet sich nach der Reife von allein und trocknet aus. Akne vulgaris kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei der seltener vorkommenden schweren Form der Akne vulgaris können sich große entzündete Knoten und Abszesse bilden, die sichtbare Narben hinterlassen können.

Diagnose

Allein durch das für Akne vulgaris typische Erscheinungsbild mit fettiger Haut, Komedonen (Mitessern) und entzündeten Pickeln kann der Arzt bei Jugendlichen in der Pubertät die Diagnose stellen. Starke Entzündungen deuten auf eine bakterielle Infektion hin, die mit einem Abstrich diagnostiziert werden kann.

Besteht der Verdacht auf eine andere Ursache, zum Beispiel bei Frauen jenseits der Pubertät, kann die Hauterkrankung auf eine Hormon- oder Stoffwechselstörung hinweisen, die durch die Bestimmung des Hormonspiegels festgestellt werden kann.

Behandlung

Leichte Verlaufsformen von Akne vulgaris können mit milden antiseptischen Waschlotionen sowie antibakteriellen Cremes behandelt werden. Diese frei käuflichen Kosmetika reduzieren die Talgproduktion der Haut, desinfizieren und verhindern bakterielle Infektionen. Eine zusätzliche maßvolle Sonnenbestrahlung ist ebenfalls hilfreich bei der Bekämpfung der Akne vulgaris.

Bei schwereren Verlaufsformen ist unbedingt ein Hautarzt zu Rate zu ziehen. Starke Entzündungen machen oftmals die Einnahme eines Antibiotikas erforderlich. Äußerlich erfolgt die Behandlung mit fruchtsäurehaltigen Salben. Diese Behandlung gleicht einem Peeling, denn die oberste Hautschicht mit den abgestorbenen Hautzellen schält sich und die Neubildung der Epidermis wird angeregt. Dadurch verschwinden auch bereits bestehende Akne-Narben.

Vitamin A und Zink verbessern das Hautbild ebenfalls. In sehr schweren Fällen kann auch die Einnahme von Kortison erforderlich werden, um die starke Entzündungsreaktion des Immunsystems zu unterdrücken. Bei Frauen kann bei Akne vulgaris auch eine östrogenlastige Hormontherapie durchgeführt werden, die antiandrogen (als Gegenspieler zu männlichen Hormonen) wirkt. Bei vielen Frauen hilft auch die Einnahme eines östrogenhaltigen Antikonzeptivums zur Verbesserung des Hautbildes.

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Vorbeugung

Da das Auftreten der Akne vulgaris in den meisten Fällen genetisch bedingt ist, ist es kaum möglich, dieser vorzubeugen. Mit einigen Maßnahmen kann man jedoch den Verlauf positiv beeinflussen. Dazu gehört eine gesunde Ernährung mit wenig zuckerhaltigen Lebensmitteln. Auch auf das Rauchen sollte verzichtet werden, da Nikotin die Haut schädigt.

Eine regelmäßige Pflege der betroffenen Hautpartien mit milden Waschlotionen und speziellen Pflegeprodukten auf Wasserbasis reduziert die Talgproduktion, vermindert Hautreizungen und Entzündungen. Eine sparsame Verwendung von Make Up ist ebenfalls anzuraten, damit die Hautporen nicht verstopfen.

Insgesamt trägt ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und gesunder Ernährung zu einem positiven und stressfreien Allgemeinbefinden bei, was sich wiederum in einem gesunden Hautbild widerspiegelt.

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