Akazienallergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Dezember 2016
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Bei einer Akazienallergie kommt es zu einer allergischen Reaktion gegen die Pollen der Akazie. In Deutschland tritt die Allergie jedoch nur selten auf. So wächst die Pflanze in erster Linie in südlichen Gefilden. Gefahr besteht allerdings, wenn eine Reise in diese Regionen angetreten wird. Zur Linderung der Akazienallergie stehen verschiedene Mittel zur Verfügung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Akazienallergie?

Die Akazie (Acaciae) wächst vorwiegend als Strauch, mitunter aber auch als Baum. Sie zählt zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und gehört der Unterfamilie der Mimosengewächse (Mimosoideae) an. Verbreitet ist die Akazie in den tropischen und subtropischen Gebieten. Insgesamt gibt es rund 1400 Akazienarten auf der Welt. Ungefähr 950 Arten sind in Australien zu finden.

Die Akazie verfügt über Blüten, die mit einer Vielzahl von Pollen ausgestattet sind. Diese Pollen rufen bei verschiedenen Menschen eine Akazienallergie hervor, die sich durch Beschwerden wie Heuschnupfen, Hautirritationen oder Juckreiz an den Augen bemerkbar macht. Das allergische Potential der Akazie gilt als hoch.

In Deutschland zeigt sich eine Akazienallergie allerdings eher selten, weil die Pflanze vorwiegend in tropischen und subtropischen Regionen heimisch ist. In Australien und Afrika leiden jedoch zahlreiche Menschen unter einer Allergie gegen Akazien. Probleme kann es daher auch für deutsche Touristen geben, die in Gebiete reisen, in denen Akazien vorkommen. Einige Akazienarten wie zum Beispiel Australian Blackwood lösen sogar eine Hautentzündung bei direktem Kontakt mit der Pflanze aus.

Ursachen

Verantwortlich für eine Akazienallergie sind die Pollen der Pflanze. Seinen Höhepunkt erreicht der Pollenflug in Mai und Juni. In Europa kommen Akazien vorwiegend in Spanien oder Italien vor. Menschen, die unter einer Akazienallergie leiden, sollten Regionen, in den die Akazie gedeiht, in den Monaten Mai und Juni besonders meiden. In Mitteleuropa erfolgt der Pollenflug der Akazie zwischen April und Juli.

Verursacht wird eine Akazienallergie, wie die anderen Allergien auch, durch eine überschießende Reaktion des menschlichen Abwehrsystems. Das Immunsystem ist eigentlich dafür zuständig, schädliche Keime wie Viren, Bakterien oder Parasiten zu bekämpfen. Gelangen diese Krankheitserreger in den Organismus des Menschen, kommt es zur Bildung von speziellen Antigenen, wodurch der Körper immunisiert wird. Weil sich das Immunsystem bei einem späteren Kontakt mit dem Keim an diesen erinnern kann, erfolgt keine Erkrankung. So stellt der Organismus dann umgehend Antikörper gegen den Erreger her. Im Falle einer Akazienallergie erfolgt ebenfalls eine Reaktion des Abwehrsystems.

Im Anschluss an den ersten Kontakt mit einem Allergen, das fremd für den Körper ist, werden spezifische Abwehrzellen bzw. Antikörper hergestellt, was eine Sensibilisierung des Organismus bewirkt. Die Phase hat eine Dauer von 9 bis 12 Tagen. Der betroffene Mensch bemerkt davon nichts. Kommt es später wiederum zu einem Kontakt mit dem Allergen, bildet der Körper die entsprechenden Antigene. Diese Abwehrzellen werden aktiviert und gehen gegen das eigentlich harmlose Akazienallergen vor, was eine allergische Reaktion zur Folge hat und zu unangenehmen Symptomen führt.

Ein größeres Allergierisiko besteht bei Menschen, die erblich vorbelastet sind. So liegt die Wahrscheinlichkeit, eine Allergie zu erleiden, bei 50 Prozent, wenn die Allergie bereits bei einem Elternteil auftritt. Liegt bei beiden Eltern ebenfalls eine Akazienallergie vor, erhöht sich das Allergierisiko auf 60 bis 80 Prozent.

Neben einer Akazienallergie auf deren Pollen, sind auch allergische Reaktionen auf andere Akazienstoffe wie Akazengummi möglich. Dieses findet oft als Zusatzstoff Verwendung in Getränken und Lebensmitteln. Akaziengummi dient zudem als Emulgator für Speiseeis und Mayonnaise sowie als Verdickungsmittel für Kaugummi und Süßigkeiten. Ferner erfolgt sein Einsatz in der Textil- und Druckindustrie.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Die Symptome einer Akazienallergie gleichen denen, die auch bei anderen Pollenallergien auftreten. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen unter Heuschnupfen, laufender Nase, Niesanfällen, angeschwollenen Nasenschleimhäuten und gereizten Atemwegen. Nicht selten kommt es zu Husten oder allergischem Asthma bronchiale. Der Verlauf einer Akazienallergie hängt davon ab, ob es dem Allergiker gelingt, den Kontakt mit den auslösenden Pollen zu meiden. So gibt es einige Möglichkeiten, sich vor den Akazienpollen zu schützen. In schweren Fällen droht ein anaphylaktischer Schock, der umgehend in einem Krankenhaus behandelt werden muss.

Diagnose

Besteht Verdacht, unter einer Akazienallergie zu leiden, ist es ratsam, sich an einen Arzt zu wenden. Der Mediziner nimmt mehrere Tests (Prick-Test)vor, um den Verursacher der allergischen Beschwerden zu identifizieren. Ohne einen entsprechenden Test ist es schwierig, den Auslöser zu finden. Durch einen Allergietest gegen Akazienpollen kann der Arzt feststellen, ob es sich tatsächlich um eine Akazienallergie handelt oder eine andere Pollenallergie vorliegt.

Behandlung und Therapie

Zur Linderung der Symptome, die durch die Akazienallergie entstehen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die meisten Patienten erhalten antiallergische Medikamente, die sie als Tabletten oder Tropfen einnehmen. Als hilfreich gelten außerdem Nasenspülungen. In manchen Fällen kann auch eine Hyposensibilisierung hilfreich sein. Bei diesem Verfahren, das allerdings längere Zeit in Anspruch nimmt, wird dem Körper das Allergen verabreicht, damit er sich im weiteren Verlauf daran gewöhnt. Auf diese Weise kommt es schließlich zu einer Immunität gegen die Akazienpollen. Allerdings führt die Methode nicht bei jedem Allergiker zum Erfolg.



Vorbeugung

Um den Beschwerden durch eine Akazienallergie vorzubeugen, muss der Kontakt zu dem Allergen konsequent gemieden werden. Damit die Akazienpollen nicht in die Wohnung eindringen können, empfiehlt sich das Anbringen eines Pollenschutzgitters. Beim Spazierengehen lassen sich Atemschutzmasken oder Nasenfilter anlegen.

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