Candida albicans

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Mai 2016
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Candida albicans ist ein Hefepilz, der bei 75 Prozent aller Menschen im Darm und in den Schleimhäuten vorkommt, ohne irgendwelche Symptome hervorzurufen. Nur unter besonderen Bedingungen, wie z. b. bei einer Immunschwäche oder einer veränderten Darmflora kann es zu Beschwerden kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Candida albicans?

Candida albicans ist ein fakultativ pathogener Erreger, der sich in der Regel im Gleichgewichtszustand mit dem menschlichen Immunsystem befindet. Dabei ist Candida albicans ein polymorpher Pilz, der unterschiedliche Wachstumsformen ausbildet. So entwickelt er sowohl Pseudomyzelien (Fadenform) als auch Hyphen. Das deutet bereits seine Fähigkeit an, sich invasiv auszubreiten.

Diese Wachstumsformen sind abhängig von den Umweltbedingungen des Pilzes. Candida albicans reagiert demnach opportunistisch sowohl auf eine Begrenzung seiner Ausbreitung durch das Immunsystem als auch auf die Möglichkeit, sich im Körper zu vermehren.

Ursachen

Infektionen mit Candida albicans sind oft ein Hinweis auf ein geschwächtes Immunsystem. Sie betreffen hauptsächlich den Darm, die Mundschleimhäute (Soor), den Genitalbereich, die Zehenzwischenräume und Hautfalten.

In seltenen Fällen kann es zu einer systemischen Infektion mit diesem Pilz kommen. Dabei werden die Pilze über das Blut in alle Körperregionen transportiert. In diesem Fall ist besonders die Lunge befallen. Normalerweise hat sich Candida albicans mit dem Immunsystem arrangiert.

Aufgrund von Erkrankungen kann dieses jedoch stark geschwächt sein. So treten häufig bei Diabetes, Krebs, Chemotherapie, beim Einsatz von Immunsuppressiva und besonders bei Aids Candida-Infektionen auf. Eine andere Ursache für das Überhandnehmen des Hefepilzes ist die Störung der Darmflora.

Bei häufiger Gabe von Antibiotika verschiebt sich das Gleichgewicht von Bakterien und Pilzen zugunsten der Hefepilze. Candida albicans steht nun nicht mehr in Konkurrenz zu den Bakterien und kann Infektionen hervorrufen. Auch Verletzungen und Veränderungen der Schleimhäute schaffen für Candida albicans die Möglichkeit, besser in den Körper einzudringen und erhöhen dadurch das Infektionsrisiko.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Candida albicans:

Infektionen des Darms mit Candida albicans sind auf Anhieb nicht als solche zu erkennen, weil ihre Symptome oft unspezifisch und sehr vielfältig sind. Der Hefepilz befällt gerne aber auch warme und feuchte Stellen am Körper, sodass in Zehenzwischenräumen, innerhalb von Hautfalten, im Analbereich, in den Achselhöhlen, in der Leistengegend und an den Finger- oder Zehennägeln das größte Risiko einer Infektion besteht. Dort ist eine Schuppung der Haut mit rotem Randsaum typisch. An den infizierten Stellen kann es brennen, jucken und sogar sehr schmerzen.

Bei Säuglingen tritt häufig eine sogenannte Windeldermatitis auf, wobei der Windelbereich mit Candida albicans befallen ist. Des Weiteren können die Genitalbereiche befallen sein. Bei der Vaginalmykose brennt und juckt es. Die Vaginalschleimhaut ist geschwollen und es kommt zu einem weißen Ausfluss. Bei Befall der Eichel (Balanitis) ist diese entzündet, was wiederum zu Brennen und Jucken führt.

Auch Mund und Rachen können befallen sein, wobei die befallenen Stellen mit einem weißlichen Belag überzogen sind (Soor). Soor tritt nur bei immungeschwächten Personen auf. Lebensgefährlich ist die systemische Infektion mit Candida albicans bei starker Immunschwäche, wobei besonders eine schwere Lungenentzündung auftreten kann.

Diagnose

Tritt eine sichtbare Infektion mit Candida albicans auf, ist der Erreger aufgrund der Symptome leicht zu identifizieren. Ein erster Hinweis auf eine Pilzinfektion ergibt sich bereits nach wenigen Minuten durch Untersuchung des Materials unter dem Mikroskop. Zweifelsfrei wird der Erreger jedoch durch Anlegen einer Pilzkultur identifiziert. Da Candida albicans auch bei gesunden Menschen auftritt, ist der alleinige Nachweis des Pilzes nicht ausreichend für die Diagnose einer Mykose. Es müssen auch Symptome vorliegen. Da Candida albicans häufig Personen mit Immunschwäche befällt, sollte differenzialdiagnostisch die zugrunde liegende Erkrankung ermittelt werden.

Behandlung

Infektionen mit Candida albicans an der Haut können mit Wirkstoffen, die pilzabtötende und wachstumshemmende Eigenschaften besitzen, behandelt werden. Dabei werden diese Wirkstoffe auf die befallenen Stellen am Körperstamm, Armen und Beinen in Form von Cremes und Salben aufgetragen.

Für Körperfalten werden hauptsächlich Pasten verwendet. Nägel werden mit Lacken behandelt. Tabletten und Zäpfchen werden bei der Vaginalmykose verabreicht und Lutschtabletten oder Suspensionen haben sich bei Soor bewährt.

Bei Soor werden zusätzlich noch Mundspüllösungen eingesetzt. Häufig werden bei der Candidose die Wirkstoffe Nystatin, Ciclopiroxolamin, Fluconazol, Miconazol und andere verwendet.

Bei einer systemischen Candidose verabreicht man Tabletten oder Infusionen. Die Antimykotika müssen so lange verwendet werden, bis Candida albicans vollständig abgetötet ist, da ansonsten die Infektion wieder zurückkehren kann.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Infektion mit Candida albicans wird allgemein empfohlen, das Immunsystem zu stärken. Auch der Körperkontakt mit der befallenen Stelle sollte vermieden werden. Weiterhin sollten so selten wie möglich Antibiotika verabreicht werden, um das Gleichgewicht in der Darmflora nicht zugunsten von Candida albicans zu verschieben.

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