Psoriasis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
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Bei Psoriasis handelt es sich um eine in Schüben verlaufende entzündliche Hauterkrankung, die für Betroffene oft eine große psychische Belastung darstellt. Mithilfe von speziellen Hautcremes bzw. Medikamenten kann die Schuppenflechte zwar nicht geheilt, die Symptome jedoch gelindert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Psoriasis?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine Hautkrankheit, welche bereits im antiken Griechenland beschrieben wurde. In der Antike wurde jedoch keine Unterscheidung zwischen Psoriasis und Lepra vorgenommen, obwohl es sich dabei um völlig verschiedene Krankheiten handelt.

Die Psoriasis führt zu charakteristischen kreisförmigen weißlichen Hautstellen, die stark schuppen. Die hauptsächlich genetisch bedingte Erkrankung ist nicht ansteckend, da die Hautveränderungen jedoch deutlich sichtbar sind, haben Betroffene häufig mit sozialer Ausgrenzung und Vorurteilen zu kämpfen.

Ursachen

Eine Psoriasis entsteht, wenn die Vermehrungsrate der von Stammzellen abstammenden Hautzellen stark erhöht ist. Dies wird durch eine Autoimmunreaktion hervorgerufen, bei der die T-Lymphozyten körpereigenes Gewebe angreifen. Es kommt zu einem Überschuss an Hautzellen, die Richtung Epidermis wandern und dort eine übermäßige Verhornung bzw. Vergrößerung der Epidermis verursachen.

Psoriasis ist zu einem großen Teil erblich bedingt. Es handelt sich bei der Schuppenflechte jedoch um einen polygenen Erbgang, bei dem nicht nur ein Gen für die Krankheit verantwortlich ist. Neben der genetischen Disposition spielen daher auch andere Faktoren eine Rolle. So können Infektionen mit Streptokokken an der Krankheitsentstehung beteiligt sein.

Ebenso können bestimmte Medikamente wie Betablocker in Zusammenhang mit der genetischen Vorbelastung zum Ausbruch der Psoriasis führen. Außerdem wurde beobachtet, dass Lebensstilfaktoren wie Alkohol- und Nikotinkonsum einen negativen Einfluss auf eine bereits vorhandene genetische Vorbelastung haben.

Symptome und Verlauf

Psoriasis vulgaris ist die häufigste Form der Schuppenflechte. Dabei erfolgt spätestens alle vier Tage eine Hauterneuerung und nicht wie bei gesunden Menschen alle 28 Tage. Charakteristisch für die gewöhnliche Schuppenflechte ist die Entstehung von weißlichen Schuppenherden auf entzündeten Hautstellen.

Die typischen Hautentzündungen von Psoriasis treten meist an den Streckseiten von Ellenbogen und Knien auf.

Besonders häufig betroffen sind dabei die Arme und Beine sowie die Kopfhaut. Psoriasis vulgaris geht bis auf die Hautveränderungen meist mit keinerlei Symptomen wie Juckreiz einher.

Es gibt verschiedene Sonderformen der Schuppenflechte wie etwa die Psoriasis pustulosa, bei der Betroffene unter Eiterpusteln an den Innenseiten von Händen und Füßen leiden.

Der Verlauf dieser Erkrankung ist von Patient zu Patient verschieden. Bei einem Viertel der Patienten kommt es zu lediglich einem Krankheitsschub im Leben. Andere Betroffene leiden immer wieder unter Schüben, während denen die Krankheitssymptome mehr oder weniger stark ausgeprägt sind.

Diagnose

Die Diagnosestellung bei Verdacht auf Psoriasis erfolgt meist nach einer ausführlichen körperlichen Untersuchung. Hierzu untersucht der behandelnde Arzt betroffene Hautstellen und überprüft, ob die so genannten Psoriasisphänomene vorliegen. Dabei kratzt der Arzt zuerst die Schuppen von der Haut ab. Handelt es sich um eine Schuppenflechte, kann das Kerzenphänomen beobachtet werden, bei dem die abfallenden Schuppen die Form von Geschabsel einer Wachskerze aufweisen. Kratzt der Arzt nach dem Kerzenphänomen weiter an der Stelle, kommt es bei vorliegen einer Psoriasis zum Phänomen des letzten Häutchens. Entfernt der Arzt das letzte Häutchen, kommt es zu einem weiteren typischen Phänomen, nämlich zu kleinen punktförmigen Blutungen. Meist kann durch diese Vorgehensweise eine gesicherte Diagnose gestellt werden. Zur differentialdiagnostischen Abklärung kann der Arzt zusätzlich Hautproben labortechnisch untersuchen lassen.

Behandlung

Es ist nach dem aktuellen Stand der Medizin nicht möglich eine Psoriasis zu heilen. Therapien zielen daher nicht auf eine ursächliche Behebung des Problems ab, sondern auf eine Linderung der Beschwerden. Die jeweilige Therapie wird auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt; eine Standardbehandlung von Psoriasis gibt es nicht.

Bei leichteren Verlaufsformen ist eine Behandlung mit Medikamenten zur äußeren Anwendung meist ausreichend. Dabei handelt es sich um Hautcremes oder Lotionen, welche spezielle Stoffe, wie Salizylsäure oder Cortison enthalten. Diese Substanzen helfen dabei die Abschuppung zu fördern und wirken entzündungshemmend. Salben, die Cortison enthalten, sollten jedoch nicht über längere Zeit hinweg angewandt werden.

Ist die Kopfhaut von der Schuppenflechte betroffen, kann mit speziellen Shampoos gearbeitet werden. Bei schweren Verlaufsformen ist eine lokale Therapie nicht ausreichend. Zur Behandlung auf Systemebene sind unter anderem Retinoide geeignet, dabei handelt es sich um Abkömmlinge von Vitamin A, welche dabei helfen die Zellwachstumsrate zu verlangsamen.

In besonders schweren Fällen ist eine Therapie mit Immunsuppressiva unumgänglich. Vielversprechend ist auch eine Phototherapie, bei der betroffene Hautareale mit UV-Licht bestrahlt werden, was bei den meisten Betroffenen zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden führt.



Vorbeugung

Da es bei der Entstehung einer Psoriasis stark auf die individuelle genetische Disposition ankommt, ist es nicht möglich gezielte Maßnahmen zur Prophylaxe vorzunehmen. Es empfiehlt sich jedoch, besonders wenn Fälle von Schuppenflechte in der Familie vorhanden sind, auf einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung und einer gesunden Ernährung zu achten.

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