Achalasie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Bei Achalasie handelt es sich um eine Erkrankung der Speiseröhre. Diese tritt zwar nur sehr selten auf, kann aber zunehmend zu Beschwerden führen. So haben Betroffene zum Beispiel das Gefühl, dass Speisereste beim Schlucken nicht einwandfrei in den Magen gelangen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Achalasie?

Achalasie ist eine Funktionsstörung der Speiseröhre, welche die Muskulatur betrifft. Bei einem gesunden Menschen erschlafft der Muskel beim Schlucken, damit die Nahrung in den Verdauungstrakt gegeben wird. An Achalasie Erkrankte weisen hingegen auch während des Schluckens einen angespannten Muskel auf. Darüber hinaus lässt sich in der Regel eine verminderte Aktivität der mittleren und unteren Abschnitte der Speiseröhre feststellen. Diese wiederum sind für einen Transport der Nahrung verantwortlich. Bei der Speisröhre selbst handelt es sich um einen Muskelschlauch. Damit die Speisereste kontrolliert abgegeben werden und keine Magensäure in die Speiseröhre vordringt, wird sie durch einen Muskel verschlossen. Ist dieser in seiner Funktion gestört, wird von einer Achalasie gesprochen.

Ursachen

Die Achalasie wird in eine primäre und sekundäre Erscheinungsform differenziert. Bei der primären Erkrankung handelt es sich um eine idiopathische Ausprägung. Der genaue Entstehungsgrund ist nicht bekannt. Letztendlich kommt es zu einer Zerstörung der Nervenzellen in der unteren Region der Speiseröhre. Ein solcher Prozess wird als Neurodegeneration bezeichnet. Die Muskulatur weist im weiteren Verlauf einen Verlust an Nerven auf.

Aus der mangelnden Versorgung resultieren Beschwerden: der Schließmuskel bleibt angespannt, während die Muskelbewegungen generell an Aktivität abnehmen. Warum es überhaupt zur Neurodegeneration kommt, ist jedoch noch nicht bekannt. Experten vermuten, dass die Symptome im Rahmen einer Autoimmunerkrankung auftreten, die vererbt wird.

Weiterhin wird die Achalasie in einigen Fällen von anderen Beschwerden begleitet. Zu diesen gehören das Down-Syndrom, Sjörgen-Syndrom sowie das AAA-Syndrom. Eine sekundäre Achalasie resultiert häufig aus einer Verengung des Abschnittes, der Speiseröhre und Magen miteinander verbindet. Bei vielen Patienten wird die Verengung von einem Tumor ausgelöst.

Symptome und Verlauf

Typische Schmerzen gegen Achalasie:

Die Symptome der Achalasie machen sich vor allem während und nach der Nahrungsaufnahme bemerkbar. Zu Beginn werden sie in der Regel als mild wahrgenommen. Erst mit der Zeit verschlimmern sich die Beschwerden, indem sie darüber hinaus immer öfter auftreten. Generell leiden Betroffene unter Schluckstörungen, Schmerzen in der Brust sowie dem Aufstoßen von Speiseresten, die noch nicht verdaut wurden.

Die Schluckstörungen entfalten sich vor allem bei dem Konsum fester Nahrung. Patienten gewinnen häufig das Gefühl, dass die Speisen in der Röhre steckenbleiben, woraufhin sie versuchen, die Nahrung mit Wasser in den Magen zu transportieren. Schreitet die Erkrankung voran, kann häufig auch keine weiche und flüssige Nahrung ohne Beschwerden aufgenommen werden.

Insbesondere wenn Patienten sich hinlegen, dringen Speisereste in die Mundhöhle zurück. In einigen Fällen führt ein solcher Prozess zu Lungenentzündungen, wenn die Reste in die Atemwege gelangen. Weil die Achalasie ein Hindernis darstellt, nehmen viele Patienten im Rahmen der Erkrankung ab. Manchmal treten darüber hinaus Schmerzen beim Schlucken auf. Diese entstehen normalerweise dann, wenn sich steckengebliebene Nahrung entzündet und benachbarte Strukturen angreift.

Diagnose

Die Diagnose nimmt häufig viel Zeit in Anspruch. Weil die Achalasie zu Beginn nur wenige Symptome veräußert, wird sie häufig erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt. Nach einem ersten Verdacht des Arztes muss dieser mithilfe verschiedener Untersuchungen belegt werden. So wird zum Beispiel eine Endoskopie durchgeführt. Bei der Spiegelung lassen sich bereits Entzündungen oder steckengebliebene Nahrungsreste feststellen. Weiteren Aufschluss liefern Röntgenbilder. Die Manometrie erlaubt die Messung des Drucks. Auf diese Weise kann die Funktionsweise des Schließmuskels nachvollzogen werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Achalasie sollte spätestens dann einsetzen, wenn sich die Störung auf den Schluckvorgang auswirkt. Im Mittelpunkt der Behandlung steht die Linderung der bestehenden Beschwerden. Im Rahmen der verschiedenen Maßnahmen soll es zu einer Abnahme des in der Speiseröhre herrschenden Drucks kommen. Auf diese Weise kann der Speisebrei vereinfacht den Magen passieren. Es ist bei der primären Form allerdings nicht möglich, die zugrundeliegende Ursache der Achalasie zu beheben.

Abgestorbenes Nervengewebe lässt sich nicht so behandeln, dass sich die Zellen regenerieren und wieder funktionstüchtig sind. Stattdessen existieren Medikamente, welche dazu in der Lage sind, den Druck effektiv zu senken.

Dafür kommen häufig Wirkstoffe zum Einsatz, die normalerweise zur Behandlung von Bluthochdruck und der koronaren Herzkrankheit verwendet werden: Kalziumantagonisten sowie Nitrate. Für eine optimale Wirkung werden die Tabletten ungefähr 30 Minuten vor der Mahlzeit eingenommen. Auf Dauer gesehen führt die regelmäßige Aufnahme der Medikamente jedoch häufig zu einer Abnahme der Wirkung. Sobald die Tabletten ihre Wirksamkeit verlieren, müssen andere Maßnahmen zur Anwendung kommen.

So hilft zum Beispiel eine manuelle Weitung der verengten Stelle. Eine der Methoden ist die Ballondilatation. Hier wird während einer Spiegelung ein Schlauch zur Engstelle geführt. Am unteren Teil des Schlauches befindet sich ein kleiner Ballon, der anschließend aufgepumpt wird.



Vorbeugung

Die Achalasie lässt sich nicht vorbeugen, weil die genaue Ursache weitgehend unbekannt ist. Wer unter der Erkrankung leidet, sollte seine Speiseröhre nach einer erfolgreichen Behandlung regelmäßig untersuchen lassen. Weiterhin kann der Verzicht auf Alkohol und Nikotin zumindest die Gefahr für begleitende Erkrankung minimieren.

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