Abulie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. September 2016
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Bei einer Abulie handelt es sich um krankhafte Willensschwäche, Willenlosigkeit oder Unentschlossenheit. Die Bezeichnung stammt von dem griechischen Begriff 'aboulia' ab. Die Abulie zählt auch zu den sogenannten Negativsymptomen, die im Rahmen einer Schizophrenie auftreten. Außerdem kommt sie mitunter bei bestimmten anderen Krankheiten vor. Da die Abulie als Symptom diverser Erkrankungen auftritt, ist eine eigenständige Therapie nicht möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Abulie?

Im Rahmen einer Abulie steigern sich in vielen Fällen bestimmte Automatismen auf ein abnormales Maß. Verbunden ist dies in der Regel mit einer Schwäche der Sensibilität. Die betroffenen Patienten haben den Wunsch, eine bestimmte Handlung oder Tätigkeit auszuführen. Jedoch sind sie bedingt durch die Abulie nicht in der Lage, den entsprechenden Beschluss zu fassen.

Darüber hinaus ist es möglich, dass von Abulie betroffene Personen einen gefassten Beschluss nicht ausführen können. So kommen zum Beispiel gute Vorsätze nicht zu ihrer Ausführung. Patienten sind unfähig, Entscheidungen zu treffen. Die Personen verschieben Handlungen immer wieder. Dabei fällt die Konzentration auf das jeweilige Vorhaben oder einzelne Tätigkeiten enorm schwer oder ist sogar völlig unmöglich. Infolge einer Abulie kann die Willenskraft bei den betroffenen Personen vollkommen verloren gehen. Damit verbunden sind in der Regel große Probleme bei der Bewältigung des Alltags. In zahlreichen Fällen ergibt sich aus diesen Schwierigkeiten auch eine soziale Isolation der Erkrankten. Denn die Betroffenen stellen soziale Aktivitäten allmählich ein, sodass es zu einer schleichenden Vereinzelung kommt.

Bei der Abulie handelt es sich nicht um eine eigene Erkrankung. Stattdessen stellt sie das Symptom einer anderen Krankheit dar. Im überwiegenden Teil der Fälle tritt die Abulie in Verbindung mit bestimmten Erkrankungen des Stirnhirns auf, beispielsweise Neurosen, Tumoren, Depressionen oder schizophrenen Psychosen. Eine Abulie ist in vielen Fällen mit Melancholie verbunden. Außerdem können sich Stummheit bzw. Mutismus und wortkarge Sprache generell mit ungewöhnlich langen Sprechpausen zeigen. Mitunter sind die betroffenen Personen nicht mehr in der Lage, längere Monologe zu führen.

Ursachen

Eine Abulie kommt im Rahmen einer Vielzahl von verschiedenen Krankheiten vor. Diese Erkrankungen sind teilweise sehr unterschiedlich, dennoch ist die Abulie ein gemeinsames Symptom. Besonders häufig tritt eine Abulie bei Depressionen auf. Diese Erkrankung hat selbst zahlreiche potentielle Ursachen, die nach aktuellem Forschungsstand noch nicht alle bekannt sind. In der Regel spielen verschiedene äußere sowie innere Faktoren zusammen, etwa genetische Parameter, Drogen, Alkohol und die Einnahme spezieller Medikamente bis hin zu körperlichen Krankheiten, Stress, psychischen Störungen sowie biochemischen Ursachen.

Darüber hinaus zeigt sich, dass Abulien in zunehmendem Maß auch im Zusammenhang mit der Sucht nach Cannabis auftreten. Doch auch Neurosen, Hirntumoren sowie schizophrene Störungen sind in der Lage, eine Abulie auszulösen. Diese ergibt sich dann in vielen Fällen infolge von allgemeiner Antriebslosigkeit, Traurigkeit oder einer Verarmung des emotionalen Lebens.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

In Bezug auf die Diagnose einer Abulie stehen verschiedene untersuchungstechnische Methoden zur Auswahl, über deren Einsatz der behandelnde Arzt oder Psychologe entscheidet. Dabei ist zu beachten, dass dabei die Grunderkrankung im Vordergrund steht. Haben Personen den Verdacht, unter Abulie zu leiden, empfiehlt sich die umgehende Konsultation eines geeigneten Facharztes. In Frage kommen zum Beispiel Neurologen, Psychiater oder Psychologen. Grundsätzlich bietet sich der Hausarzt als erster Ansprechpartner für die betroffenen Personen an, der die Symptome und Beschwerden aufnimmt und den Patienten an entsprechende Fachärzte weiterleitet.

Die sofortige Konsultation eines Arztes ist bei Verdacht auf Abulie insbesondere deshalb erforderlich, weil dringend die zugrunde liegende Krankheit diagnostiziert und behandelt werden muss. Die entsprechende Vorerkrankung, etwa Schizophrenie, Hirntumor, Neurose oder eine Depression, ist möglichst schnell zu ermitteln. Um die primäre Erkrankung festzustellen, führt der behandelnde Arzt entsprechende Untersuchungen durch. Dabei wird die allgemeine körperliche Gesundheit des betroffenen Patienten überprüft.

Im Rahmen der Anamnese versucht der Arzt, eventuell bestehende psychische Störungen zu ergründen. Im Anschluss daran schaltet der Arzt in der Regel einen geeigneten Spezialisten ein. Dieser nimmt weitere Untersuchungen vor, bei denen zum Beispiel Verhaltensbeobachtungen, neuropsychologische Testverfahren sowie Befragungen von Familienangehörigen zum Einsatz kommen. Anschließend ist es möglich, gezielte Maßnahmen zur Behandlung anzuwenden. Eine rechtzeitige Diagnosestellung wird in vielen Fällen durch die Abulie selbst verhindert, da sich die Betroffenen nicht zu einem Arztbesuch aufraffen können. Weil die Abulie mitunter mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch einhergeht, sind auch dementsprechende Probleme zu therapieren.

Behandlung und Therapie

Prinzipiell handelt es sich bei der Abulie nicht um eine eigenständige Erkrankung. Dies hat zur Folge, dass sie auch nicht als solche behandelbar ist. Stattdessen tritt sie stets als Symptom im Rahmen einer anderen Krankheit auf.

Aus diesem Grund steht die Therapie der primären Erkrankung, zum Beispiel einer Depression, im Fokus. In diesem Fall ist es möglich, eine medikamentöse Therapie einzuleiten und diese mit psychotherapeutischen Maßnahmen zu unterstützen. Von zentraler Bedeutung ist, die zugrunde liegende Erkrankung richtig zu erkennen und zu diagnostizieren. In zahlreichen Fällen sind Patienten von mehreren psychischen Störungen betroffen, was eine Diagnose und eine adäquate Therapie teilweise erschwert. In einem solchen Fall hilft mitunter ein ganzheitlicher Therapieansatz, bei dem auch die Familienangehörigen einbezogen werden.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Therapieform in Abhängigkeit der individuellen Verhaltensauffälligkeiten und Störungsmuster. Manche Ansätze stellen das Verhaltensmanagement sowie die Fähigkeit zum Lösen von Problemen in den Vordergrund der Behandlung. Wichtig ist stets, dass die Patienten einem klar strukturierten Tagesablauf folgen und sich nicht zu viele Aufgaben vornehmen.



Vorbeugung

Konkrete Maßnahmen zur Vorbeugung einer Abulie existieren nicht. Eine Prävention ist nur insofern möglich, wie den ursächlichen Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Dies bedeutet bei der Abulie, psychischen Grunderkrankungen wie zum Beispiel Depressionen etwa durch die Vermeidung von Stress vorzubeugen. Bei Symptomen der Abulie ist umgehend ein Arzt zu konsultieren.

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