Psychose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Juli 2016
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Die Psychose ist eine schwere psychische Störung, geprägt durch eine zeitweilige veränderte Wahrnehmung der Realität.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Psychose?

Das griechische Wort "psychosis" lässt sich mit "Beseeltheit" übersetzen und drückt aus, dass die "Seele" oder der "Geist " des Menschen sich in einem krankhaften Zustand befindet.

Während eines solchen "psychotischen Zustandes" verliert der Betroffene die realistische Beziehung zu seiner nächsten Umwelt.

Dies kann sich äußern durch eine Bewusstseinsspaltung mit einer Wahnvorstellung, auch Schizophrenie genannt oder durch eine affektive Beeinträchtigung, bei der die Stimmungslage des Erkrankten blockiert ist.

Die Krankheitsbezeichnung Psychose steht deshalb als eine Art Überbegriff für die exogene, endogene und chronische Form der psychotischen Störung.

An einer Psychose zu erkranken bedeutet für betroffene Menschen, dass sich in ihrem Leben bereits viel verändert hat und ihr zukünftiges Leben wird unter diesen Umständen eine neue Orientierung benötigen. Die Diagnose einer Psychose ist klar abzugrenzen von anderen psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel den Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Suchterkrankungen oder der geistigen Behinderung.

Ursachen

Eine eindeutige Ursache konnte bei der endogenen (nicht-organischen) Psychose bis heute nicht gefunden werden.

Genetische Faktoren sprechen dafür, dass bei bekannter familiärer Vorbelastung mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 50 Prozent auch die Kinder an einer Psychose erkranken. Das kann sich jedoch auch als Folge des Verhaltens kranker Eltern entwickeln und muss nicht zwangsläufig eine Erbkrankheit sein.

Der Auslöser für eine psychotische Störung basiert wohl aber bei vielen Betroffenen auf Stoffwechselstörungen im Gehirn, wo ein Ungleichgewicht bei dem Zusammenspiel der Botenstoffe entstanden ist. Dies ist jedoch eine Vermutung, da eine medikamentöse Therapie Besserung bewirken kann.

Bei einer exogenen (organischen) Psychose lassen sich die Hintergründe dagegen meist erkennen. Die Psychose kann Folge einer Hirnerkrankung (Infektion), einer Verletzung (Schädel-Hirn-Trauma), einer Hormonstörung oder einer Stoffwechselstörung sein.

Symptome und Verlauf

Die endogene und exogene Psychose kann sich im Krankheitsbild mit vielfältigen Symptomen zeigen. Früherkennungszeichen einer psychotischen Störung deuten sich oft durch eine lang anhaltende gedrückte Stimmung, Nervosität, Anspannung, erhöhte Reizbarkeit und Konzentrationsmangel, schnelles Ermüden, Erschöpfung und verminderte Leistungsfähigkeit an.

In der akuten Phase können sie unter massiven Angstzuständen, Verfolgungswahn, Halluzinationen oder erheblichen Stimmungsschwankungen leiden. Ihr Verhalten kann sehr angespannt sein, leicht erregbar und manchmal sogar aggressiv. Manche Betroffene hören nicht-reale Stimmen, durch die sie einen Befehl erhalten, etwas zu tun, durch die sie bedroht oder beleidigt werden.

Andere haben Visionen oder eine Ich-Störung, bei der sie sich mit anderen Personen identifizieren. Besonders bei affektiven Psychosen zeigt sich eine Hochstimmung (Manie) oder eine starke Depression oder beide wechseln ab (bipolare Störung). Bei einer Manie reichen die Ideen in das Wahnhafte hinein, sie leiden unter Hyperaktivität, sind in ständigem Redefluss und überschätzen völlig ihre eigenen Möglichkeiten.

Behandlung und Therapie

Die krankhaften Zustände einer Psychose sind nicht nur beängstigend, sondern zeitweise auch bedrohlich und bedürfen unbedingt einer ärztlichen Behandlung. Nur ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder ein Nervenarzt kann die richtige Diagnose stellen und dann die richtigen Entscheidungen treffen.

Bei schweren Psychosen wird ein stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus unerlässlich sein. Ansonsten kann die Therapie auch ambulant oder in einer Tagesklinik erfolgen.

Wichtig ist, dass der Betroffene die für ihn individuell notwendigen Medikamente erhält, die die Symptome der Psychose lindern oder nach längerer Zeit sogar verhindern. Gleichzeitig helfen diese Neuroleptika, Erregungszustände abzuschwächen und die Kommunikationsfähigkeit mit dem Betroffenen wieder zu ermöglichen.

Nur wer seine psychotische Störung erkannt und angenommen hat und dann auch weiterhin bereit ist, die Medikamente regelmäßig zu nehmen, kann möglicherweise zu seiner früheren Lebensqualität zurück finden.

Um Rückfälle zu verhindern, sollte der Erkrankte auch weiterhin regelmäßig von einem Therapeuten oder Psychologen betreut werden und auch alle Angehörigen seiner Familie können fachlichen Rat und Hilfe erfahren.



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